Bahnpolitisches Tagebuch eines Praktikanten

Praktikant Fabian an “seinem” Arbeitsplatz im Berliner Abgeordnetenbüro.

31.01.2019

Spagat zwischen den Fildern und Berlin

Bei meinem Praktikumsbeginn war das politische Berlin bereits kein Neuland mehr für mich. In einem kurz zuvor absolvierten Praktikum in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund konnte ich schon gute Eindrücke vom Bundesrat und der politischen und kulturellen Repräsentation Baden-Württembergs in Berlin, jenseits des schwäbisch bevölkerten Prenzlauer Bergs sammeln. Trotzdem freute ich mich besonders auf das Praktikum bei Matthias Gastel im Bundestag, nicht zuletzt um als Filderstädter zu sehen, wie er den Spagat zwischen den Fildern und Berlin bewerkstelligt. Das vierwöchige Praktikum bot allerlei Gelegenheit um einen umfassenden Einblick in den Arbeitsalltag des Bundestags, eines Abgeordneten und in seines Teams zu gewinnen.

Nach einem freundlichen Empfang wurden mir sämtliche Gebäude des Bundestages gezeigt. Mit vorerst geringem Erfolg – Am nächsten Tag verlief ich mich hoffnungslos in den Labyrinth-ähnlichen Kellergängen des Komplexes. Dafür gestaltete sich mein Alltag im Praktikum sehr abwechslungsreich. Ich fertigte verschiedene Recherchen für Matthias an, beantwortete Anfragen von BürgerInnen, übernahm zeitweise den Telefondienst und auch die bei PraktikantInnen beliebte Sisyphusaufgabe der Pflege des Presseverteilers fand Eingang in meinen Verantwortungsbereich. Des Weiteren begleitete ich Matthias zu verschiedenen Terminen, wie parlamentarische Arbeitsgruppen, Fraktionssitzungen und den Verkehrsausschuss. So bekam ich super Matthias Arbeitsschwerpunkt der Bahnpolitik mit, wo er als profilierter Politiker sehr aktiv an der zum Zeitpunkt meines Praktikums laufenden Debatte zur Reform der Bahn teilnahm. Seitdem geisterten selbst nachts Stichworte wie Deutschlandtakt, Strukturreform der Bahn, Elektrokleinstfahrzeuge und Verkehrswende in meinen Träumen herum. Auch bei einem parlamentarischen Abend mit Bahnbeauftragten Ferlemann, brachte er bei Platzverhältnissen wie morgens um 8 in der U-Bahn, seine Standpunkte an.

Höhepunkte meines Praktikums waren neben spannenden Debatten im Plenum, auch der Besuch des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, meiner alten Schule, deren ZehntklässlerInnen im Bundestag in einer interessanten Diskussion viele Fragen an Matthias richteten. Auf den Gängen des Bundestages lief ich zudem immer wieder bekannten PolitikerInnen über den Weg, so stellte ich zu meinem Erstaunen fest, dass Christian Lindner gar nicht schwarz-weiß ist.

Das Praktikum hat mir ein besseres Verständnis des Arbeitstaktes der parlamentarischen Demokratie in Deutschland beschert und ist somit dienlich für mein Studium der Politikwissenschaft. Interessant war zudem den Puls einiger laufenden Debatten unmittelbar zu erleben.

Pünktlich wie ein deutscher Zug endet nun mein Praktikum, welches ich in vollen Zügen genießen konnte.

Aus schwäbischer Sparsamkeit verzichte ich jedoch auf einen tränenreichen Abschied, um die Papiertücher lieber für einen leckeren Kuchen zu nutzen, mit dem ich mich bei Matthias und seinem Team für das aufschlussreiche Praktikum bedanke.

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