Besuch bei der Fahrradstaffel der Polizei in Stuttgart

23.02.2017

„Vom Fahrrad aus nimmt man mehr wahr“

Seit 1,5 Jahren gibt es bei der Stuttgarter Polizei eine Fahrradstaffel. Diese ist bei der Einsatzhundertschaft angesiedelt. 16 Beamtinnen und Beamte stellen das Fahrradteam. Wir haben uns zu einem ausgiebigen Gespräch getroffen.

Die Aufgaben der Fahrradstaffel, der insgesamt acht Pedelecs zur Verfügung stehen und die im gesamten Stadtgebiet unterwegs ist: Neben „normalen“ Streifenfahrten sind dies die Tageseinbruchsbekämpfung, Verfolgung von Drogenkriminalität und die Verkehrsüberwachung (mit einem deutlichen Schwerpunkt Radverkehr). Im vergangenen Jahr wurden 7.000 Kilometer geradelt und 1.200 Personen- oder Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Von Frühjahr bis Herbst sind zwischen 8 und 20 Uhr bis zu vier Beamtinnen und Beamte auf den Rädern unterwegs. Im Winter wird nicht geradelt. Dies hat mit der fehlenden wintertauglichen Kleidung, aber auch mit dem allgemein geringeren Radverkehrsanteil zu tun. Wie wird die Polizei auf dem Fahrrad von der Bevölkerung aufgenommen? Die Antwort auf meine Frage kam sehr schnell: „Sehr gut“. Die Kontaktaufnahme sei leichter als vom Auto aus, man werde häufig angesprochen. Die Fahrräder – die übrigens neutral gehalten sind – können aber auch die Kriminalitätsbekämpfung erleichtern, da es sich unerkannt, unauffällig und doch schnell und wendig arbeiten lässt. Bei Wohnungseinbrüchen oder Drogendelikten ein klarer Vorteil.

Wir haben uns aber selbstverständlich auch über die Arbeit der Polizei im Allgemeinen und speziell bei der Einsatzhundertschaft mit ihren etwas mehr als hundert Beamtinnen und Beamten unterhalten. Die Personalsituation ist angesichts von 40.000 Überstunden ein Thema, wenngleich der Altersdurchschnitt recht günstig ist. Aus ländlichen Regionen wie Oberschwaben komme genügend Nachwuchs. Kritisiert wird der nachlassende Respekt gegenüber der Polizei, was insbesondere beim häufig alkoholisierten „Eventpublikum“ am späten Abend und an Wochenenden, aber auch am Rande von Fußballspielen zu beobachten ist. Beleidigungen werden, was ich ausdrücklich unterstütze, konsequent angezeigt.

Der Einführung von Bodycams wird positiv entgegengeschaut. Die damit verbundene Hoffnung ist weniger die Vermeidung von Gewalt gegen Polizeiangehörige als vielmehr die spätere Aufklärung.

Den Wunsch meiner Gesprächspartner, häufiger „Politikerbesuch“ zu bekommen, komme ich gerne andernorts (in meinem Wahlkreis) nach und gebe ich auch ebenso gerne weiter.

Ich danke den Polizistinnen und Polizisten für Ihre nicht immer einfache und doch so wichtige Arbeit!

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