Die B 312 in Bernhausen in einen Tunnel verlegen?

09.06.2018

Der Oberbürgermeister der Stadt Filderstadt hat in einem Brief ans Stuttgarter Regierungspräsidium vorgeschlagen, zusätzlich zum Ausbau der B 27 von vier auf sechs Spuren die B 312 im Zuge der Ortsdurchfahrt von Filderstadt-Bernhausen in einen Tunnel zu verlegen. Meine Gedanken hierzu:

Das deutsche Straßennetz wurde seit Anfang der 1990er-Jahre um 40 Prozent ausgebaut, ohne dass die Verkehrsprobleme damit gelöst worden wären – ganz im Gegenteil. Daher sollten wir vom Straßenbau, insbesondere vom Straßenneubau, deutlich auf den Ausbau der Schienenwege umsteuern.

Der Ausbau der B 27 ist schnell realisierbar, ist im “Vordringlichen Bedarf” des Bundesverkehrswegeplan enthalten und verspricht spürbare Entlastungen insbesondere für Bernhausen. Einen „Ausbau B 27 plus Neubau B 312“ braucht es nicht. Zumal eine Tunnelvariante unter Bernhausen hindurch selbst bei politischem Willen nicht vor den 2040er-Jahren kommen könnte. Denn der Bundesverkehrswegeplan als zentrales Steuerungsinstrument für den Straßenbau wurde erst jüngst beschlossen, ist bereits massiv überfrachtet und soll bis über das Jahr 2030 hinaus Gültigkeit besitzen.

Es braucht den vollen Einsatz, dass die S-Bahn-Verlängerung nach Sielmingen und Neuhausen kommen kann. Es braucht die volle Kreativität, um außerdem eine Bahnverbindung von den westlichen Fildern hinunter ins Neckartal zu schaffen. Eine Debatte um Straßenneubau lenkt von den wirklichen Lösungen ab, die im Ausbau der Schienenverbindungen zu suchen sind.

Wenn wir der jungen Generation, die immer seltener den Autoführerschein erwirbt, gute Bus- und Bahnangebote sowie attraktive Radwegeverbindungen schaffen und wenn wir noch dazu das autonome Fahren intelligent ausgestalten, dann werden wir unsere Mobilität mit deutlich weniger Autos als heute organisiert bekommen. Verstärken können wir diesen Effekt in dem Maße wie es gelingt, die katastrophal geringe Auslastung der Autos insbesondere in den Hauptverkehrszeiten zu erhöhen. Während in den Hauptverkehrszeiten Autos, die zu kaum mehr als 20 Prozent ausgelastet sind, die Straßen verstopfen, quetschen sich Fahrgäste in völlig überfüllte Busse und Bahnen. Damit sollte klar sein, welche Verkehrsträger dringend ausgebaut werden müssen.

 

Das könnte auch interessant sein:

Related Posts

Mitreden.

Die Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Angaben, die benötigt werden, sind mit * markiert.


Die Regeln für Diskussionsbeiträge sind verpflichtend.

*