Endlich mehr E-Busse aus Deutschland

Von links: Thomas Poreski (MdL), Elke Zimmer (MdL, Matthias Gastel (MdB) und Hermino Katzenstein (MdL) vor dem Werkstor von EvoBus in Mannheim.

26.02.2019

Mit Daimlers Einstieg kommen E-Busse in Fahrt

Noch stellen sie die Ausnahme dar. Doch mit dem Einstieg von Daimlers Bussparte Evobus in die Produktion von E-Bussen für den öffentlichen Nahverkehr könnte sich das schnell ändern. Die Nachfrage jedenfalls scheint vorhanden zu sein.

Noch wird der Markt für E-Busse von den Chinesen angeführt: Der chinesische Hersteller BYD („Build Your Dreams“) gab erst kürzlich den Verkauf des 50.000 E-Busses bekannt. Noch rollen diese aber kaum auf europäischen Straßen. Solaris, ein polnischer Hersteller, hat nach eigenen Angaben bislang 200 E-Busse ausgeliefert. Von Sileo, einem Hersteller aus Salzgitter, liegen keine Stückzahlen vor. Doch nun(endlich) kommt auch Daimler mit seiner Bustochter Evobus hinzu und mischt den Markt auf. Die Nachfrage scheint gegeben zu sein: Laut des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) liegen 630 Förderbescheide des Bundes für kommunale Nahverkehrsunternehmen vor. Die Förderung ist notwendig, da die Busse in der Anschaffung deutlich teurer sind als Dieselbusse: Das Verhältnis liegt bei etwa 500.000 Euro zu 250.000 Euro. Zuletzt sind die Preise Pressemeldungen zufolge sogar gestiegen, da die Nachfrage, nicht aber das Angebot, stieg. Der Markt dürfte jedoch nicht nur durch das Angebot von Daimler in Bewegung geraten. MAN möchte im kommenden Jahr ebenfalls die Serienfertigung von Elektrobussen starten. Das Unternehmen begründet den späten Einstieg unter anderem mit den nicht früher verfügbaren Batteriezellen. Es rechnet „in den ersten Jahren mit einem Absatz von vielleicht einigen hundert“ E-Bussen.

Die neuen Daimler-Busse kommen seit Jahresbeginn bereits in Heidelberg zum Einsatz. Dort verkehren sie auf der vier Kilometer langen Altstadtlinie. Die tägliche Laufleistung liegt bei mindestens 200 Kilometer pro Fahrzeug. Die Fahrzeuge sind auf dem Dach und im Heck mit Lithium-Ionen-Akkus mit einer Gesamtleistung von 243 kWh ausgestattet. Die Busse müssen, so wird es auf der Homepage des Unternehmens beschrieben, in den Betriebspausen zwischengeladen werden. Während der Betriebspausen kommt ein weiterer eCitaro zum Einsatz. Die angebotenen Busse halten den Anforderungen eines ganzen Betriebstages (noch) nicht Stand. Die Fachpresse berichtete über eine Reichweite von 150 Kilometer im schlechtesten und 250 Kilometer im besten Fall. In den kommenden Jahren werden die Reichweiten schnell steigen, so dass bald schon alle Bedingungen des öffentlichen Nahverkehrs erfüllt werden und flächendeckend E-Busse zum Einsatz kommen können. Die Busse verwenden für die Heizung im Winter und die Kühlung im Sommer eine CO2-Wärmepumpe, die auch bei Extremtemperaturen noch zuverlässig arbeitet, wie der Konzern mitteilt.

Gemeinsam mit drei Kolleg*innen aus dem Landtag und interessierten Grünen-Mitgliedern habe ich heute EvoBus in Mannheim besucht, Gespräche geführt und die Produktion besichtigt.

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