Evangelische Altenheimat neu im Landkreis

Mit der Einrichtungsleiterin im Erdgeschoss, unweit des Eingangsbereiches des neuen Seniorenzentrums.

22.10.2018

Neues Pflegeheim im Aufbau

Der Besuch im neuen Seniorenzentrum Bernhausen war für mich auch deshalb besonders interessant, weil ich als früherer Stadtrat die lange Vorgeschichte unmittelbar mitbekommen hatte.

Der Bebauungsplan, der ein Areal nördlich der Jakobuskirche umfasst, war vor allem wegen der Höhe der Gebäude strittig. Nun konnte der Bau, der überwiegend aus einem 17 Millionen Euro teuren Seniorenzentrum besteht, abgeschlossen werden. Das Haus bietet 45 stationäre Pflegeplätze und auf dem Gelände wurden außerdem 32 betreute Seniorenwohnungen errichtet. Das Pflegeheim gliedert sich in zwei Pflegewohnbereiche, gelegen im Erdgeschoss bzw. im 1. Obergeschoss. Jeder Pflegewohnbereich besteht aus zwei Wohngruppen mit max. 14 Plätzen. Träger ist die „Evangelische Altenheimat“, ein diakonischer Träger mit 15 Einrichtungen in der Region Stuttgart, der erstmals im Landkreis Esslingen aktiv wurde.

Nun habe ich mich mit der Hausleiterin, Frau Melanie Rehmet, zum Gespräch getroffen und mir das Haus zeigen lassen. Bislang sind 17 Plätze, die sich in den unteren Wohngruppen befinden, bezogen worden. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner kommen aus Filderstadt oder deren Kinder leben hier. Die Zimmer sind Einzelzimmer, einige von ihnen lassen sich jedoch durch Zwischentüren zu Doppelzimmern zusammenlegen, um Paaren gemeinsames Wohnen zu ermöglichen. Die Nachfrage hierfür ist vorhanden, wie mir berichtet wurde.

Das Haus wird peu a peu bezogen und das Personal damit korrelierend aufgestockt. Die Arbeitsverträge mit den Pflegekräften sind entsprechend des Bedarfs bei Vollbelegung bereits alle unterzeichnet. Überrascht, aber über erfreut hat mich die Aussage, dass sich die Personalsuche nicht als Schwierigkeit erwiesen hat. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda seien genügend qualifizierte Bewerbungen eingegangen. Dies könne an dem Reiz eines Neubaus, aber auch am guten Ruf des vor acht Jahren eröffneten Hauses in Steinenbronn (gemeinsame Hausleitung mit der Einrichtung in Bernhausen) liegen. Einige der Fachkräfte kommen aus Serbien. Sowohl in Steinenbronn als auch in Bernhausen wird jeweils ein Flüchtling beschäftigt. Familiären Bedürfnissen der Pflegekräfte versuche man mit entsprechender Dienstplangestaltung (bestmögliche Berücksichtigung) zu entsprechen. Bezahlt wird in Anlehnung an den TVöD. Für eine Fachkraft mit dreijähriger Berufsausbildung bedeutet dies einen Monatslohn von 2.711 Euro (direkt nach der Ausbildung) bis 3.391 Euro (ohne Leitungsfunktion). Bei Pflegehilfskräften beginnt die Lohnspanne bei 2.177 Euro.

Als ein Problem wird mir genannt, dass die Krankenkassen Krankentransporte zu Ärzten erst ab Pflegestufe vier finanzieren. Bei Bewohner*innen mit geringer Rente, die in den Pflegestufen 1-3 eingestuft sind, ergeben sich dadurch Finanzierungsprobleme.

Im Obergeschoss konnte ich mir die noch unbewohnten, aber bereits möblierten Zimmer anschauen. Diese sind hell und verfügen alle über geräumige Bäder.

Gekocht wird übrigens in einer Zentralküche in Stuttgart.

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