Fernverkehr am Filderbahnhof: „S21-Truppe fällt auf eigene Propaganda herein!“

10.01.2018 (Presseerklärung)

Zur Diskussion um die Fernverkehrsanbindung am S21-Flughafenbahnhof auf den Fildern, erklärt Matthias Gastel (Grüne), Bundestagsabgeordneter und Verkehrspolitiker aus dem Wahlkreis Nürtingen/Filder:

„Die Aussagen mancher Stuttgart 21-Sprachrohre sind an Naivität kaum zu übertreffen. Nirgendwo hatte die Deutsche Bahn versprochen, insbesondere nicht im Stresstest-Fahrplan und im Finanzierungsvertrag, dass sie ICE-Züge am Flughafen halten lassen wird. Gleich zwei Halte innerhalb weniger Minuten in Stuttgart ergeben für den Großteil der ICE-Reisenden wenig Sinn. Wenn die S21-Truppe über diese einfache Realität nun in Tränen ausbricht, dann fällt sie auf ihre eigene Propaganda herein. Allen Realisten war von Anfang an klar, dass maximal Intercity-Züge den Stuttgarter Flughafen zu Gesicht bekommen würden. Die Entwicklung in Düsseldorf, Köln/Bonn und Leipzig/Halle spricht dafür, dass mit Ausnahme des Frankfurter Großflughafens das Halten von ICE-Zügen an den Flughafenbahnhöfen für die Deutsche Bahn schlichtweg unwirtschaftlich ist. Der Flughafen Stuttgart ist nicht der Frankfurter Flughafen. Selbst der zweitgrößte deutsche Flughafen in München hat nur einen S-Bahn-Anschluss.

Wenn das Desaster an reihenweise gebrochenen Versprechen der S21-Lobby noch etwas Gutes hat, dann die Botschaft, dass die Politik nicht mehr im Wolkenkuckucksheim von Stuttgart 21 schwelgen kann, sondern sich endlich am Machbaren orientieren muss. Angesichts der vielen Probleme um die Filderbahnhöfe darf es keine Tabus mehr geben. Alle Lösungsmöglichkeiten müssen auf den Tisch und von den Projektpartnern ergebnisoffen ausgelotet werden. Von DB Fernverkehr erwarte ich klare Aussagen dazu, wie sie die Chancen für mehr Intercity-Halte mit einem zentralen Flughafenbahnhof am Bosch-Parkhaus direkt an der Neubaustrecke einschätzt. Dort fällt der Fahrtzeitverlust durch einen Halt geringer aus und mit einem statt zwei neuen Flughafenbahnhöfen erleichtert sich für viele Reisende der Umstieg zwischen Regional- und Fernverkehr.“

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