Keine Visionen für Perspektiven zur Mobilitätssicherung in der Region

Mobilitötsveranstaltung

26.10.2015

Der Weg zur Veranstaltung machte schon deren dringende Notwendigkeit deutlich: Wegen Stellwerkproblemen waren schon den ganzen Tag über Verspätungen und Zugausfälle bei den S-Bahnen in der Region Stuttgart zu verzeichnen. Der Titel der Veranstaltung lautete „Perspektiven der S-Bahn zur künftigen Mobilitätssicherung in der Region“.

Veranstalter war die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft (DVWG). Vom Vertreter der DB Netz war die Feststellung zu vernehmen, dass die Infrastruktur nicht mit der Fahrgastzunahme mitgewachsen sei und Fahrpläne nur noch mit der Einplanung von zusätzlichen Pufferzeiten gefahren werden könnten. Man sei aber derzeit dabei, 15 Millionen Euro für die Instandhaltung u. a. der Weichen zu investieren. Beginnend mit der Stammstrecke würde an den Weichen ein Diagnosesystem installiert, mit dem Störungen in Zukunft verringert werden sollen. Außerdem würde derzeit überprüft, ob das Leit- und Steuerungssystem ETCS mehr Verlässlichkeit in den S-Bahn-Betrieb bringen könne. Das Ergebnis der laufenden Simulation solle um den Jahreswechsel herum vorliegen. Aber selbst wenn die Ergebnisse positiv seien, wäre unklar, ob es dafür eine Finanzierung gäbe. Der Vertreter von DB Regio bestätigte auf Nachfrage, dass die neuen S-Bahnen der Baureihe 430 eine um vier Sekunden längere Standzeit an den Stationen haben würden, wenn die Schiebetritte ausfahren würden. Diese Tritte, die in der Vergangenheit für viel Ärger sorgten und daher derzeit noch ausgeschaltet sind, sollen in Betrieb gehen – wegen des Zeitaufwandes aber wohl nicht an jeder Station. Seitens des Verbandes Region Stuttgart, der Aufgabenträger für die S-Bahn ist, gibt es noch kein Konzept für die Nutzung der Gäubahntrasse („Panoramabahn“) und den Ausbau des Bahnhofs in Vaihingen zu einem Regionalbahnhof nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21. Stattdessen wurde darauf verwiesen, dass die Bahnanlage ab der Haltestelle „Österfeld“ und entlang des früheren Westbahnhofes inzwischen der Stadt Stuttgart gehöre und diese sich zur weiteren Nutzung äußern müsse.

Wirkliche Visionen für die künftige Mobilitätssicherung waren an diesem Abend leider nicht zu vernehmen. Vermutlich sind dazu die akuten Probleme in Sachen Pünktlichkeit und Verlässlichkeit zu groß.

 

 

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