Kritisch nachgefragt: Befristete Ausnahmegenehmigung für S 21 auf den Fildern

10.08.2017

DB sieht kein Problem mit Befristung

Ich hatte die Bundesregierung nach dem Zeitplan für die Umsetzung von Stuttgart 21 auf den Fildern (Planfeststellungsabschnitt 1.3b) gefragt. Ein zweiter Fragenteil bezieht sich auf die nur befristet erteilte Ausnahmegenehmigung für die Mitnutzung der S-Bahn-Strecke durch Züge des Personenfernverkehrs.

Hintergrund sind weiter anhaltende Probleme bei der Umsetzung der Planungen zwischen der  Rohrer Kurve und dem Flughafen (Planfeststellungsabschnitt 1.3b), aber auch des daran anschließenden Abschnittes an Flughafen und Autobahn (Planfeststellungsabschnitt 1.3a). Die Bauarbeiten konnten am letztgenannten Abschnitt noch nicht gestartet werden, da die Deutsche Bahn eine laufende Klage abwartet. Für die geplanten Baumaßnahmen zur Mitnutzung der S-Bahn-Strecke durch Fernzüge läuft das Genehmigungsverfahren noch. Eine Fertigstellung ist offiziellen DB-Angaben zufolge zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Stuttgarter Tiefbahnhofs und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm vorgesehen.

Genau diese Zeitplanung muss aber angezweifelt werden. Die Bundesregierung hat auf meine Anfrage geantwortet, sie gehe von den bisherigen Zeitplänen aus. Demnach würde Stuttgart 21 im Jahr 2021 und die Anbindung des Flughafens durch die Gäubahn Ende 2023 in Betrieb gehen.

Die Züge der Gäubahn, die aus Zürich kommen, sollen auf Grundlage einer Ausnahmegenehmigung die Trasse der S-Bahn nutzen können. Diese Ausnahme ist bis zum Jahr 2035 befristet. Als die Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, ging die DB noch von einem früheren Inbetriebnahme-Termin aus. 

 Mein Kommentar dazu:

„Bislang konnte die Deutsche Bahn noch keine ihrer Pläne, weder in Hinblick auf Zeit noch auf Kosten, einhalten. Die Zeit, für die der Gäubahn die Mitnutzung der S-Bahn-Trasse verbindlich zugesagt wurde, wird immer kürzer und das Risiko damit immer größer. Eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung ist zwar nicht unwahrscheinlich, muss aber davon abhängig gemacht werden, dass es zu keinen nennenswerten Beeinträchtigungen der S-Bahn kommt. Dafür, dass der Mischbetrieb aus S-Bahnen und Regional- sowie IC-Zügen funktioniert, wurde auf Initiative des Landes mit dem Vollausbau der Rohrer Kurve und dem dritten Gleis am Flughafen viel unternommen. Ob dies reicht, um einen stabilen Betrieb der S-Bahn zu gewährleisten, wird sich zeigen.“

 

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