Mobilitätsverhalten/-konzepte

Das Mobilitätsverhalten ist im Umbruch. Immer mehr junge Menschen verzichten auf den Führerschein oder erwerben diesen später. Das Auto verliert an Bedeutung als Statussymbol und wird zunehmend geteilt. Verschiedenste Car-Sharing-Angebote sprießen wie Pilze aus dem Boden. Zugleich gewinnt der Rad- inklusive Pedelecverkehr an Bedeutung. Verschiedene Verkehrsmittel werden immer häufiger miteinander kombiniert. Mobilitätskonzepte für den städtischen und den ländlichen Bereich werden sich aber auch in Zukunft erheblich unterscheiden. Das Auto wird in dünner besiedelten Gebieten auf absehbare Zeit das wichtigste Verkehrsmittel bleiben. In den Ballungszentren hingegen wird längst – mehr oder weniger konsequent – eine Stadt- und Verkehrsplanung betrieben, die den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie dem Rad- und Fußverkehr zunehmend Vorfahrt einräumt. Um knapper werdende Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen gilt es, diese Trends aktiv zu fördern und Mobilität, die ein zentrales Grundbedürfnis unserer Gesellschaft bleibt, gezielt zu gestalten.

Kommentare zu “Mobilitätsverhalten/-konzepte

  1. Fuchsi Reply

    Hallochen! Ich habe einen E-Roller mit max. 20 Km/h und Straßenzulassung. Ziel ist auch bei mir die “last mile” um das Auto öfter stehen zu lassen. Jetzt ist folgende Situation wie sie glaube ich nur in Deutschland vorkommen kann: Ich habe den 20 Km/h E-Roller gewählt um ab und zu mal helmfrei fahren zu können. Die E-Roller > 20 Km/h MÜSSEN auf die Straße und mit Helm gefahren werden. Auf dem Gehsteig darf ich, auf Grund des Alters, weder mit Rad noch mit Roller. Jetzt darf ich aber eigentlich auch nicht auf dem Radweg fahren, wenn dieser nicht für Mofa freigegeben ist. Ich glaube das sind die Wenigsten! Ergo bleibt mir also, wie bei > 20Km/h rein rechtlich auch nur die Straße mit allen, auch gefährlichen, Konsequenzen. Jeder weiß, dass man sich mit 20 Km/h im Straßenverkehr (z.B. Berlin) nicht gerade sicher fühlt und es auch nicht ist. Mit 20 Km/h bin ich auch auf dem Radweg nicht gerade schnell. Da sind einige Radfahrer eine weitaus größere Gefahr. Vereinfacht gesagt: Der Raser auf dem Rad, der mit 40 Km/h den Radweg unsicher macht, hat das Recht hinter sich. Ich, der mit 20 fährt und nicht das Sonderzeichen am Radweg hat, muss mit Strafe rechnen! Wer führt solche Regelungen ein? Hier muss schnellstens die Regelung her (wie Sie auch schreiben), dass man mit kleinen E-Fahrzeugen den Radweg bis 20 Km/h nutzen darf ohne mit einem Bein das Gesetzt zu brechen…

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Hallo,
      wie kamen Sie zu einem E-Tretroller mit Straßenzulassung?
      Ich gehe davon aus, dass die angekündigte Verordnung E-Tretrollern und anderen E-Kleinstfahrzeugen, die erlaubt werden sollen, weitgehend wie Fahrräder behandeln wird und die Fahrt auf Radwegen und Schutzstreifen vorschreiben wird. Wo derartige Wege/Streifen nicht vorhanden sein werden wird vermutlich die Fahrbahn vorgeschrieben werden.
      Die Verordnung befindet sich in der Länderanhörung und wird sicher bald bekannt werden.
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

  2. Köckeis Reply

    Elektrokleinstfahrzeuge (insbesondere e-Scooter) sollen die Verkehrswende bringen und die Welt retten

    Damit das gelingt, muss in Deutschland erst Mal eine Zulassung für Elektrokleinstfahrzeuge (eKF) her. Noch sind sie nämlich nicht erlaubt und es droht Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Geht es nach dem aktuellen Entwurf der Elektrokleinstfahrzeugverordnung (eKFV), findet diese Art der Weltrettung aber nicht statt und die Verkehrswende muss warten. Viel zu streng ist die Regulierung (Versicherungspflicht, Kennzeichenpflicht, Fahrerlaubnispflicht, max. 20 km/h, usw.). Die Einstufung als Kraftfahrzeug verhindert auch die Nutzung als Fahrzeug für die letzte Meile, wofür sie eigentlich gedacht sind, nämlich das untern Arm klemmen und mitnehmen im ÖPNV bis ins Büro. Damit werden sie in der Regel nicht die Autofahrt ersetzen, sondern eher den Fußmarsch. Daher auch der Begriff “Mobilitätshilfe” in der Vorgänger Verordnung (MobHV).

    Eine ähnliche Überregulierung hat man vor ein paar Jahren mit den S-Pedelecs gemacht, indem man sie in die Typklasse L1e B (Kleinkraftrad bis 45 km/h) eingestuft hat. Die Folge ist, sie spielen in Deutschland praktisch kaum noch eine Rolle. Dabei wäre das Potential von S-Pedelecs für eine Verkehrswende weit größer als das von Elektrokleinstfahrzeugen. Auch technisch gibt es viele Gemeinsamkeiten.

    Als Kompromiss im Sinne einer erfolgreichen Verkehrswende würde sich anbieten, wirklich praxistaugliche e-Scooter nicht in die Elektrokleinstfahrzeugverordnung (eKFV) zu zwängen, sondern eine neue Fahrzeugklasse speziell für e-Scooter und S-Pedelecs einzuführen. Z.B. mit folgenden Parametern:

    Klasse Elektroleichtfahrzeug 32 (PLEV 32) (eScooter 32, Pedelec 32)

    Parameter
    Einheit
    Wert
    Bemerkung

    Einstufung
    Fahrrad
    mit besonderen Auflagen

    Mindestalter
    Jahre
    15
    wie Mofa

    Führerscheinpflicht
    nein
    wie Fahrrad

    Versicherungspflicht
    Privathaftpflicht
    evtl. Zusatztarif

    Helmpflicht
    NTA 8776
    Spezieller Pedelec Helm

    bbH
    km/h
    32
    optimal in Tempo 30 Zone

    Leistung max.
    W
    500
    Kompromiss gute Reichweite

    Gewicht
    kg
    32
    Abgrenzung zu KKR

    Verkehrsraum
    Straße / Radweg
    freie Wahl

    Mitnahme ÖPNV
    ja
    wie Fahrrad

    Forstweg befahren
    ja
    wie Fahrrad

    Kinderanhänger
    nein
    wie KKR

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Der neue Verordnungsentwurf wird demnächst vorliegen, vermutlich aber ausschließlich E-Tretroller regeln. Das BMVI hat aber auch eine Regelung für andere E-Kleinstfahrzeuge angekündigt. Ob dann die Verordnung ergänzt, eine neue Verordnung geschaffen oder ein völlig anderer Rechtsweg gewählt wird werden wir sehen. Da es sich um reines Regierungshandeln handelt, ist das Parlament außen vor.

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