Nachhaltige Logistik für Bio-Lebensmittel

Einer der Hybrid-Lkw, mit denen die Firma Bodan ihre Kunden beliefert.

31.05.2018

Besuch bei Großhändler Bodan am Bodensee

Die Produkte sind Bio und wurden damit naturnah und umweltverträglich erzeugt. Da sollte auch die Logistik entsprechend nachhaltig sein. So sieht es Bodan vom Bodensee, ein Naturgroßhandel mit 12.000 Artikeln auf Lager. Ich war vor Ort, habe mich durch das riesige Lager führen lassen und mich über das Logistikkonzept informiert.

Der Vollsortimenter Bodan mit seinen 220 Beschäftigten beliefert 550 selbstständige Naturkosteinzelhändler und Supermärkte, Hofläden und Bio-Gastronomiebetriebe in Süddeutschland (keine Bioketten und -diskounter). 24 Lastwagen sind hierfür im Einsatz. Darunter sind bislang zwei Hybrid-Lkw, mit einem davon durfte ich mitfahren, sowie ein Gas-Lkw (LNG, also Flüssigerdgas, Reichweite 1.400 Kilometer). Problem: Es gibt in Deutschland nur zwei LNG-Tankstellen. Zum Glück befindet sich eine davon in Ulm. Batterieelektrische Lkw sind kein Thema, da deren Reichweite (ca. 200 km) nicht ausreicht. Ein großer Teil der Lebensmittel müssen gekühlt transportiert werden. Üblicherweise werden hierfür Dieselaggregate genutzt, die den Verbrauch erhöhen und damit zu mehr CO2- und Stickoxid-Emissionen führen. Bei Bodan sind aktuell neun der Fahrzeuge mit einem alternativen Kühlsystem auf CO2-Basis ausgestattet. Das CO2 entstammt natürlichen Kohlensäure- und Mineralwasserquellen. Dafür hat das Unternehmen eine eigene Tankstelle errichtet. Die auf diese Weise gekühlten Fahrzeuge erzeugen keinen wahrnehmbaren Lärm – anders als die über die Motoren gekühlten. Dies bringt gerade für die Nachtanlieferungen erhebliche Vorteile.

Ein zentraler Aspekt für den effizienten Energieeinsatz ist die möglichst hohe Auslastung der Ladekapazitäten der Lastwagen. Der neueste Auflieger ermöglicht, dass zwei Rollbehälter übereinander gestapelt werden können und damit der Platz besser ausgenutzt wird. Auf den Rückwegen von den Auslieferungen werden üblicherweise Leergut und Verpackungen mitgenommen, wodurch der Laderaum aber nicht vollständig ausgenutzt wird. Bei Bodan kommt hinzu, dass auch Ware bei Lieferanten abgeholt wird und das Unternehmen als Dienstleister auftritt, also auch Waren für Dritte mitnimmt.

Bodan wurde für sein Engagement mehrfach ausgezeichnet. 2017 bekam es den „Eco Performance Award“ in der Kategorie der kleinen und mittelständischen Unternehmen verliehen. Anerkannt wurden von der Jury die bereits umgesetzten Maßnahmen, aber auch die verfolgten Ziele: Bis 2020 will Bodan keine erdölbasierten Treibstoffe mehr einsetzen. Dies soll durch die Umstellung auf Dieselersatzstoff geschehen. Die Erdgas-Lkw sollen mit Biogas aus Lebensmittelabfällen betrieben werden.

Auch für die nachhaltige Mobilität der Beschäftigten kann Bodan Engagement vorweisen: Es stehen 18 betriebseigene Fahrräder zur Ausleihung zur Verfügung. Darüber hinaus wird Radleasing angeboten. Bislang haben 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von diesem steuerlich an den Dienstwagen angelehnten Angebot Gebrauch gemacht.

 

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