Neue Studie zu CarSharing

Car-Sharing (eigenes Foto)20.07.2016, überarbeitet am 21.07.2016

CarSharing stabilisiert Verzicht auf eigenes Auto

Die letzte umfassende Untersuchung zum stationsbasierten CarSharing liegt mehr als zehn Jahre zurück. Der Bundesverband CarSharing (bcs) hat nun eine neue Studie vorgelegt.

Befragt wurden mehr als 3.500 Kunden stationsbasierter CarSharing-Anbieter in 12 deutschen Großstädten, die ihren Wohnsitz in den Stadtzentren haben. Hier die wesentlichen Ergebnisse kurz zusammen gefasst:

  1. 72,8 Prozent der Befragten lebten bereits vor ihrer Anmeldung fürs CarSharing in autofreien Haushalten. Dieser Anteil ist rund doppelt so hoch wie der der städtischen Gesamtbevölkerung (Berlin 41, Hamburg 34 und München 29%).
  2. Von denjenigen, die zu Beginn der CarSharing-Nutzung noch ein Privatfahrzeug im Haushalt verfügbar hatten, wurden 18,5 Prozent der Autos in der Folgezeit abgeschafft.
  3. Die wichtigsten Auslöser/Gründe für die Abschaffung des eigenen Autos waren „Das Auto wurde zu wenig genutzt“ (23,7%), „Das Auto war kaputt bzw. es standen zu aufwändige Reparaturen an“ (20,2%) sowie „Aus Kostengründen“ (13,8%).
  4. Ein CarSharing-Fahrzeug ersetzt mindestens 8 und bis zu 20 private Autos.
  5. Im Durchschnitt wird das CarSharing-Fahrzeug von jedem angemeldeten Kunden einmal im Monat genutzt.
  6. CarSharing führt zur häufigeren Nutzung des Fahrrades und zu einer geringfügig häufigeren Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Fazit: Das CarSharing stabilisiert in erster Linie den Verzicht auf ein eigenes Fahrzeug bzw. vermeidet die Anschaffung von Privatfahrzeugen und begünstigt erst in zweiter Linie die Abschaffung von Privatfahrzeugen. Damit leistet es aber wohl einen Beitrag zur Verringerung des Fahrzeugbestandes.

Vergleiche mit dem Free-Floating-CarSharing

Interessant sind Vergleiche zwischen den beiden CarSharing-Varianten “stationsbasiertes” und “free-Floating”:

  1. Die täglichen Nutzungszeiten und die Fahrtstrecken der Fahrzeuge sind im stationsbasierten CarSharing deutlich länger.
  2.  Das stationsbasierte CarSharing befördert die Veränderung des Mobilitätsverhaltens stärker (so bei den Aspekten, ob weiterhin ein Privatwagen im Haushalt verfügbar bleibt)
  3. Die Kundenzahl pro Fahrzeug liegt bei den Free-Floatern deutlich höher.
  4. Beide Varianten sprechen offenbar unterschiedliche Zielgruppen an.
  5. Kunden beider CarSharing-Varianten nutzen öffentliche Verkehrsmittel häufiger als Personen, die sich keine Autos teilen.

 

 

 

 

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