Radverkehr

Die umweltfreundlichsten Alternativen zum Autofahren – insbesondere in der Stadt – sind das Fahrradfahren und das Zufußgehen, immerhin die einzige emissionsfreie Mobilität. Mit dem Fahrrad ist man gerade innerorts oft zielsicherer und schneller unterwegs – und gesünder sowie kostengünstiger ohnehin. Damit noch mehr Menschen vom Auto auf das Fahrrad umsteigen, sind gut ausgebaute Radwegenetze und -Verbindungen in urbanen wie in ländlichen Gebieten, sichere und witterungsgeschützte Fahrradabstellanlagen sowie stadtverträgliche Geschwindigkeiten nötig. Die Verkehrspolitik ist gefordert, dafür ausreichend Finanzmittel bereitzustellen und ein Klima der gegenseitigen Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu befördern. Die Mitnahme von Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln wollen wir erleichtern.

Radverkehr

Kommentare zu “Radverkehr

  1. Werner Büchner Reply

    Sehr geehrter Herr Gastel! Mit Schrecken habe ich gelesen, dass Sie das Vorhaben der Bundes-
    regierung unterstützen, auf den Radwegen auch die E-Bikes fahren zu lassen. E-Bikes sind nichts
    anderes, als Kleinkrafträder, die lautlos mit fast 50 km/h dahindonnern können. Eine gefährliche Angelegenheit für die normalen Radfahrer. Als noch aktiver Lizenzfahrer (Jg. 1942)
    für einen bekannten Radsportverein möchte ich doch ganz deutlich sagen, dass Sie nochmals
    in sich gehen und über dieses Vorhaben nachdenken. Es ist ja schon schwierig, mit den
    Pedelecfahrer zu Rande zu kommen, nachdem viele mit diesen recht schweren Fahrrädern nicht
    zu Rande kommen. Nicht zu letzt sind auch in diesem Zusammenhang die Radwegzustände zu
    erwähnen. Teilweise handelt es sich um Ackerwege. Dass ich die Strasse benutze, versteht sich
    von selbst.
    Für eine Stellungnahme danke ich Ihnen.

    Mit freundlichen Grüssen

    Werner Büchner

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehrter Herr Büchner,
      ich danke Ihnen für Ihren Kommentar. Noch wissen wir nicht, was die Bundesregierung genau plant. Im Grundsatz halte ich es aber für richtig, dass die Kommunen die Möglichkeit erhalten, selber über die Freigabe von innerörtlichen Radwegen für S-Pedelecs (max. 45 km/h) entscheiden zu können. Wenn die StVO dahingehend geändert wird haben die Kommunen abzuwägen, ob der Weg dafür aufgrund seiner Beschaffenheit geeignet oder nicht geeignet ist (Zustand, Breite, Frequenz, Hindernisse, Konfliktpotential etc. des Weges bzw. auf dem Weg). Zu den “normalen” Pedelcs (bis 25 km/h Motorunterstützung): Lt. aktuellen Untersuchungen gibt es diesbezüglich keinerlei Auffälligkeiten, insbesondere keine erhöhten Unfallzahlen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

  2. Erich Jungnitsch Reply

    Sehr geehrter Hr.Gastel

    Ich fahre ein S-Pedelec das mit Unterstützung 45 km/h schnell ist. Am sichersten fühle ich mich wenn ich im Verkehr mitschwümmen kann. Das geht aber nur bis 45 km/h, wenn der Verkehr schneller wird kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Um die Sache sicherer zu machen, bitte die Unterstützung erst bei 50 km/h abregeln.
    Bei Fahrradwege außerhalb von Ortschaften bitte frei geben.

    Mit freundlichen Gruß Erich Jungnitsch

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehrter Herr Jungnitsch,
      besten Dank für Ihren Kommentar. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, die sog. “S-Pedelcs” noch schneller zu machen. Dann steigen ja auch die Sicherheitsrisiken. Besser ist es, den Straßenverkehr langsamer zu machen. Wir wollen mehr Tempo 30 in den Städten bzw. in bebauter Umgebung. Das ist dann ein Beitrag für mehr Verkehrssicherheit. Radwege außerhalb von bebauten Ortschaften für S-Pedelecs freizugeben findet meine Unterstützung.
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

  3. Ulf J. Froitzheim Reply

    Die Legende, derzufolge die Sicherheitsrisiken eine lineare mathematische Funktion der Geschwindigkeit sein sollen, gehört endlich in die Tonne. Sie, Herr Gastel, haben heute richtigerweise darauf hingewiesen, dass Radfahrer erschreckend oft von abbiegenden Lastwagen (und Autos) erfasst werden und was man hier für mehr Sicherheit tun könnte. Darum geht es vor allem.
    Flächendeckend den Verkehr in den Städten und Gemeinden auszubremsen, wie das viele Parteifreunde von Ihnen aus ideologischen Motiven fordern, führt nicht weiter. Es geht um angemessene Geschwindigkeit. Die kann innerorts zwischen 20 (!) und 70 km/h liegen. Als Regelgeschwindigkeit auf Fahrbahnen könnte ich mir 40 km/h sehr gut vorstellen. Damit sollten die Tempo-30-Fanatiker ebenso leben können wie alle, die Tempo 50 fordern, weil 30 ihnen verständlicherweise zu langsam ist. Bei 40 können auch S-Pedelec-Fahrer selbst an Steigungen im Verkehr mitschwimmen, ohne dass Autofahrer sich zu riskanten Überholmanövern verleitet fühlen. Quatsch ist auch die Limitierung der Motorunterstützung von einfachen E-Bikes auf 25 km/h. Ich fahre mit meinem Muskelkraft-Rad ja auch 30 oder 35 km/h, wenn die Strecke frei ist. Ein bisschen mehr Pragmatismus und Kompromissbereitschaft würde helfen – und natürlich mehr Partnerschaft zwischen den Verkehrsteilnehmern.
    TL,DR:
    1. Sofort Lkws verpflichtend mit Kameras/Radar nachrüsten, die ein Abbiegen verhindern, solange ein Fahrrad sich im Gefahrenbereich bewegt, und Extra-Grünphasen für Radler an allen gefährlichen Kreuzungen..
    2. Ernsthaft über Tempo 40 nachdenken!

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Vielen Dank für Ihren Kommentar, Herr Froitzheim!
      Wir wollen den Kommunen innerorts die Möglichkeit freistellen, auch auf Bundes- oder Landessstraßen eigenständig die Geschwindigkeit auf Tempo 30 (oder 40) herunterzusetzen. Von Tempo 40 halte ich in der Regel nichts, da die Schwere von Verletzungen bei Unfällen ab Tempo 30 massiv zunimmt. Das lässt sich also gut begründen und hat mit Ideologie und Fanatismus nichts zu tun. Außerdem haben die meisten Orte längst Tempo 30 in den Wohngebieten eingeführt. Die Limitierung von Pedelecs auf 25 km/h halte ich auch nicht für ganz logisch, vor einer Hochsetzung müssten aber die Auswirkungen auf die Sicherheit gut abgewogen werden. Den Vorschlag einer Kameraausrüstung von Lkw zur Vermeidung der furchtbaren Abbiegeabfälle unterstützen wir.
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

  4. Bernhard Mai Reply

    Sehr geehrter Herr Gastel,
    ich wohne in Filderstadt Plattenhardt, meine Arbeitsstelle ist in Stuttgart Degerloch. So oft wie möglich fahre ich mit meinem e-bike ins Büro.
    Und ich benutze so viele Rad Wege als möglich. Es liegt an jedem selbst, im Straßenverkehr auf sich und jeden Anderen zu achten. Wenn man LKW sieht muss man darauf achten. e-bikes sind keine Kleinkrafträder sondern unterstützen das Rad fahren speziell im Berg Bereich. Der Verkehr hat extrem zu genommen und so ist es klar dass man um so mehr aufpassen muss.
    Aber zu den Radwegen. Leider leider leider sind diese oft in unzureichendem Zustand. Büsche wachsen in die Wege, Gras wächst so stark in die Wege dass diese zusehends schmaler werden. Nehmen Sie nur Stuttgart Fasanenhof vor der Baustelle Stuttgart 21. Es ist schön dass hier ein Weg abgetrennt wurde, dieser ist aber bald nicht mehr nutzbar.
    Oder von Daimlwr nach Degerloch. Eine Abschreckung für jeden Rad Fahrer. Ich möchte Sie bestärken, die Kommunen aufzufordern die Wege zu pflegen, denn dann macht das Radeln auch Spaß. Und ich kann die Bürger nur ermutigen sich ein e-bike anzuschaffen.
    Und zur Frage, wie man den Verkehr nach Stuttgart reduzieren kann – so lange die Preise der öffentlichen Verkehrsmittel sind wie sie sind werden nur begrenzt Bürger umsteigen auf Bus und Bahn.

    Für die kommende Wahl viel Erfolg.
    Grüße Bernhard Mai

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehrter Herr Mai,
      vielen Dank für Ihren aufmunternden Kommentar. Ich werde auf jeden Fall für einen attraktiven und sicheren Radverkehr sowie einen besseren öffentlichen Nahverkehr aktiv bleiben!
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

  5. Peter Fricke Reply

    Sehr geehrter Herr Gastel,

    in Ihrer Plenarrede im März haben Sie gesagt: “Uns gefällt ganz gut die Philosophie aus den Niederlanden. In den Niederlanden heißt es: Wie gut oder schlecht eine Radverkehrsinfrastruktur ist, zeigt sich daran, ob sich Kinder und Ältere trauen, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Dahin sollten wir auch in Deutschland kommen.”

    Ich finde, das ist genau der richtige Ansatz, wenn man den Radverkehr aus der Ecke der Radfahrenden herausholen und in die Mitte der Gesellschaft bringen will.

    Vor diesem Hintergrund finde ich Ihren Einsatz für die Möglichkeit der Freigabe von Radwegen für S-Pedelecs außerorts überraschend. Bei normalen Pedelecs liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit wegen der kräftigen Beschleunigung bei fast 25 km/h. Damit sind auch längere Strecken zügig zu fahren, zumal mit dem Rad ja oft direktere Wege als mit dem Auto möglich sind. Mit dem S-Pedelec werden noch weitere Strecken praktikabel, aber wenn diese Strecken auf Radwegen zurückgelegt werden, müssen die übrigen Nutzer dieser Wege jederzeit damit rechnen, plötzlich von einem fast lautlosen Fahrzeug mit fast 50 km/h überholt zu werden. Wie passt das zu dem Ziel, dass sich Kinder und Ältere trauen, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein?

    Ich möchte Sie einladen, Ihre Haltung in diesem Punkt noch einmal zu überdenken.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Fricke

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehrter Herr Fricke, ich sehe darin keinen Widerspruch. Denn die Freigabe soll ja nur für dafür geeignete Wege und keineswegs für alle möglich sein. Dagegen sprechen könnte beispielsweise, wenn die Wege eng, unübersichtlich oder stark von Schülerverkehren frequentiert sind. Es wäre gerade bei Radschnellwegen sehr seltsam, wenn diese mit S-Pedelecs nicht genutzt werden dürften. Im übrigen gilt der Grundsatz der StVO, wonach gegenseitige Rücksicht das oberste Prinzip für die Teilnahme am Verkehr ist. Dazu gehört im konkreten Fall, dass ein S-Pedelc-Fahrer, der sich einem Radfahrenden nähert, die Geschwindigkeit anpasst.
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

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