Sperrung der Rheintalbahn macht Engpässe im Südwesten besonders deutlich

Bei einer Mitfahrt im Führerstand konnte ich mich gut über die Herausforderungen der eingleisigen und nicht elektrifizierten Bodenseegürtelbahn zwischen Radolfzell und Friedrichhafen informieren.

18.08.2017 (Presseerklärung)

„Bahnnetz im Südwesten nahezu am Kollaps“

Nach dem Tunneleinsturz südlich von Rastatt und der Streckensperrung der Rheintalbahn offenbart sich ein offensichtlich kollabierendes Bahnnetz in Südwestdeutschland bei der Umleitung der Güterzüge Richtung Schweiz und Italien. Damit wird das politische Versagen von Verkehrsminister Dobrindt offensichtlich, da ein möglicher Ausbau und eine Elektrifizierung möglicher Umleitungsstrecken Richtung Schweiz und Italien wie die Hochrheinbahn und Bodenseegürtelbahn nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden sind. Bis heute mauert die Bundesregierung und kann nicht erklären, wie der zum Herbst wieder zunehmende Güterverkehr von den Nordseehäfen Richtung Schweiz und Italien abgewickelt werden soll.

Matthias Gastel (Grüne), Bundestagsabgeordneter aus Baden-Württemberg und Sprecher für Bahnpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, erklärt hierzu: „Ein Großteil des Bahnnetzes wird schon ohne besondere Streckensperrungen wie in Rastatt am Limit betrieben und vielerorts bestehen Engpässe im Netz. Ein Vorfall wie in Rastatt zeigt besonders drastisch, wie fatal es ist, dass Verkehrsminister Dobrindt die Anträge von Baden-Württemberg für den Ausbau von wichtigen Bahnstrecken wie der Hochrheinbahn und Bodenseegürtelbahn bis heute nicht als notwendig erachtet und rundweg ablehnt. Der Ausbau der Gäubahn kommt unter Dobrindt nicht voran, weil sein Ministerium sich mit dem Bundesunternehmen Deutsche Bahn nicht über den Einsatz von Neigetechnikzügen einigen kann.

Insbesondere entlang der Neckar-Alb-Bahn zwischen Tübingen und Horb haben jetzt die Fahrgäste das Nachsehen, weil sie von Zugausfällen und heftigen Verspätungen betroffen sind. Wenn eine einzige Strecke wie die Rheintalbahn ausfällt, kommt der Bahnverkehr im Südwesten nahezu zum Kollaps. Dieses Politikversagen hat Verkehrsminister Dobrindt wesentlich mitzuverantworten. Wir brauchen eine Ausbauoffensive für die Schiene. Die Kapazität muss erhöht werden, um Verlässlichkeit zu schaffen und Verkehre von der Straße auf die Schiene verlagern zu können.“

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