Witterung, Weichen, Zugausfälle

Wenn es nur immer so aussehen würde: In der Realität sind über 20 Prozent der Fernzüge unpünktlich. Hinzu kommt, dass jeder hundertste Zug ausfällt. Für einen verlässlichen Bahnverkehr bleibt noch viel zu tun.

07.05.2018

Alle reden vom Wetter – Die DB auch

„Alle reden vom Wetter – Wir nicht“ lautete ein Werbeslogan der damaligen Bundesbahn. Doch gerade im März zeigte sich: Die Pünktlichkeit ist stark von den Witterungsverhältnissen abhängig.

Nur 79 Prozent der Fernzüge und knapp 95 Prozent der Regionalzüge der Deutschen Bahn (DB) waren in den ersten drei Monaten des Jahres pünktlich. Die Statistik wurde vor allem von massiven Problemen im Raum Leipzig und anderen Regionen im Osten und Norden getrübt, weil am 17. März zahlreiche Weichen eingefroren waren. Die DB sprach von „deutlichen Pünktlichkeitsverlusten aufgrund mehrerer Großstörungen auf den Hauptstrecken“. Diese Vorfälle haben wir zum Anlass einer Anfrage genommen, um uns über die Entwicklung von Zugausfällen im Fernverkehr und deren Ursachen zu erkundigen.

Im Durchschnitt mehrerer Jahre betrachtet fällt etwa jeder hundertste Zug im Netz der bundeseigenen Schienenwege entweder vollständig oder teilweise (auf einem Teilabschnitt) aus. Das betrifft Jahr für Jahr weit über 100.000 Züge, im vergangenen Jahr waren es 140.000 Züge – deutlich mehr als im Vorjahr. Am 17. März dieses Jahres fielen knapp 700 Züge aus, was einer Ausfallquote von 1,9 Prozent entspricht. Alleine im Raum Leipzig waren 70.000 Reisende von den Zugausfällen betroffen. Wichtig: Ausgefallene Züge tauchen in der Pünktlichkeitsstatistik nicht auf. Sie werden von der Grundgesamtheit aller Züge abgezogen. Es wird also so getan, als ob deren Fahrt überhaupt nie vorgesehen gewesen wäre. Damit ist klar, dass die Zuverlässigkeit im Bahnverkehr noch schlechter ausfällt als aus der Pünktlichkeitsstatistik ablesbar ist.

Die Weichen als Störungsursache

Im Netz der DB befinden sich rund 70.000 Weichen. Davon verfügen etwa 49.000 über eine Weichenheizung. In den vergangenen sieben Jahren kam es im Durchschnitt zu knapp 1.400 Weichenstörungen. Deren Anzahl schwankt stark. Waren es in 2015 nur 329, betrug die Anzahl der Störungen im Jahr 2013 3.045. Im laufenden Jahr wurden bis zum 23. April 746 Weichenstörungen verzeichnet.

Die Deutsche Bahn berichtet von 18.500 Räum- und Sicherungskräften zur „präventiven Schnee- und Eisbeseitigung“.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am Nachmittag des Tages seiner Veröffentlichung überarbeitet, da einzelne Fehler unterlaufen waren, die nun korrigiert wurden.

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