Zu Besuch bei Bahnunternehmen in Niedersachsen

anhang1

03.03.2016

Foto: In der Werkstatt der EVB

Die Verkehrs-AG der Grünen im Bundestag war kürzlich in Niedersachsen unterwegs. Wir besuchten zwei Bahnunternehmen. Mit diesen sprachen wir über den Güterverkehr auf der Schiene, die Wettbewerbssituation gegenüber dem Marktführer DB und dem immer häufiger als Kostenführer auftretenden LKW sowie über die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken.

Die „Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH“ (EVB) betreiben ein 235 Kilometer langes, nicht elektrifiziertes Schienennetz. Das Netz durchfahren Güterzüge im sog. „Seehafenhinterlandverkehr“, es wird aber auch vom Personenverkehr genutzt (zwei Millionen Fahrgäste pro Jahr). Rund doppelt so viele Fahrgäste sind mit den 37 Buslinien der EVB, die überwiegend dem Land Niedersachsen gehört, unterwegs. Als größte Herausforderungen im Schienengüterverkehr nannte das Unternehmen die geringen Margen bei stark ausgeprägtem Wettbewerb, Engpässe im Netz und den Fachkräftemangel. Es wünscht sich mehr politische Unterstützung für den Erhalt der Infrastruktur und einen Abbau von Hürden beim Übergang ins Netz der Deutschen Bahn (DB).

Die „Bentheimer Eisenbahn AG“ gehören überwiegend dem Landkreis Grafschaft Bentheim und zu einem kleinen Teil der Stadt Nordhorn. Das Unternehmen ist ähnlich aufgestellt wie die EVB: Unter dem Dach der Holding gibt es die Geschäftsfelder des Personenverkehr mit Bahn und Bus, den Güterverkehr per Bahn und LKW sowie einige Reisebüros. Das eigene Schienennetz ist 100 Kilometer lang und stellt ein reines Dieselnetz dar (die Elektrifizierung ist aber vorgesehen). Geplant wird die Reaktivierung einer vor Jahrzehnten stillgelegten 28 Kilometer langen Strecke, nämlich der zwischen Bad Bentheim und Neuenhaus. Optional wird eine weitere Verlängerung um 40 Kilometer bis hinein in die Niederlanden geplant. Erwartet werden zunächst rund 2.000 Fahrgäste am Tag.

Als entscheidend für den Güterverkehr auf der Schiene sieht die Geschäftsleitung die Zuverlässigkeit, den Preis sowie eine ausreichende Anzahl von Schienenzugängen (Verladeeinrichtungen). Der Lang-LKW könne, so die Einschätzung, im kombinierten Verkehr (KV) Sinn machen. Unter der Voraussetzung, dass es keine generelle Freigabe dafür gibt, sondern nur zu den KV-Terminals. Anders als die EVB leidet die Bentheimer Eisenbahn übrigens nicht unter Fachkräftemangel – weder bei den Lokführern noch bei den LKW- oder den Busfahrern.

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