Wirtschaft & Arbeit

Wirt­schaft und Arbeit sowie der Schutz unse­rer natür­li­chen Umwelt habe ich noch nie als Wider­spruch betrach­tet. Die Art, wie gewirt­schaf­tet wird, muss sich aber in wei­ten Tei­len ändern. Wirt­schaft­li­che Leis­tun­gen müs­sen mit deut­lich redu­zier­tem Res­sour­cen­ver­brauch erbracht wer­den. Die Zau­ber­wor­te dafür lau­ten Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz, Recy­cling, erneu­er­ba­re Ener­gi­en und Dekar­bo­ni­sie­rung, also der Abschied vom Öl ins­be­son­de­re im Ener­gie- und Ver­kehrs­sek­tor. Dazu ver­traue ich auf die Dyna­mik und Inno­va­ti­ons­kraft der Märk­te, die steu­ern­der Impul­se und manch­mal auch der Kon­trol­le durch den Staat bedür­fen. Infol­ge­des­sen sehe ich die “Grü­ne Markt­wirt­schaft” nicht blin­dem, rein quan­ti­ta­ti­vem Wachs­tum ver­pflich­tet. Im Mit­tel­punkt muss viel­mehr die wirt­schaft­li­che und sozia­le Teil­ha­be der Men­schen in einer intak­ten Natur ste­hen.

Mit die­sen Anfor­de­run­gen an die Wirt­schaft sowie die Glo­ba­li­sie­rung, die Digi­ta­li­sie­rung und den demo­gra­fi­schen Wan­del ver­än­dert sich auch die Art und Wei­se, wie wir arbei­ten. Es ändern sich Arbeits­ver­hält­nis­se im Hin­blick auf die Beschäf­ti­gungs­si­cher­heit, die Arbeits­zei­ten und ‑orte. Berufs­bil­der sind nicht mehr sta­tisch. Ver­än­de­run­gen sind dabei nicht ein­sei­tig von “der Wirt­schaft” dik­tiert, son­dern auch ver­än­der­ten Lebens­sti­len der Men­schen geschul­det. Vie­le Men­schen wol­len Arbeit und Fami­lie bes­ser und gleich­be­rech­tig­ter in Ein­klang brin­gen. Beschäf­tig­te wol­len über das Wie, Wann und Wo ihrer Arbeit mit­be­stim­men. Was mir bei alle­dem beson­ders wich­tig ist: Arbeit muss aus­kömm­lich sein, Fami­lie und Beruf müs­sen ver­ein­bar sein, Fle­xi­bi­li­sie­run­gen müs­sen Arbeit­ge­bern wie ‑neh­mern zugu­te kom­men und die nahe­zu unver­än­dert hohe Anzahl an von Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit Betrof­fe­nen gilt es durch eine akti­ve Arbeits­markt­po­li­tik zu ver­rin­gern. Und: Ich freue mich, wenn sich vie­le Men­schen mit guten Ide­en in die Selbst­stän­dig­keit wagen. Die Grün­dungs­för­de­rung muss ent­spre­chend aus­ge­rich­tet wer­den.

 

Kommentare zu “Wirtschaft & Arbeit

  1. Andreas Brehm Reply

    Hal­lo 🙂

    zu Ihrem Bahn-Tage­buch: Die Ansa­gen im Zug kom­men i.d.R. vom Zug­chef bzw. der Zug­che­fin, oder im Amts­deutsch der Bahn: Zug­füh­rer. Zug­füh­rer ist aber NICHT der Lok- oder Trieb­fahr­zeug­füh­rer. Nicht, das es wirk­lich wich­tig wäre. aber soviel Zeit muss sein ;))

    Ciao und schö­nes Wei­tero­po­nie­ren ;))
    Andre­as Brehm

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehr­ter Herr Brehm,
      vie­len Dank für den Hin­weis. Auch wenn das Tage­buch sehr bewusst kei­ne Fach­bei­trä­ge ent­hal­ten soll, son­dern unter­halt­sam aus dem Bahn­all­tag aus Sicht eines Fahr­gas­tes berich­ten soll, haben Sie Recht: Ich wer­de an die­ser Stel­le in Zukunft kor­rekt for­mu­lie­ren.
      Mit freund­li­chen Grü­ßen, Mat­thi­as Gast­el

  2. Ralf Melzer Reply

    Sehr geehr­ter Herr Gast­el!

    Ihr The­men­ge­biet umfasst eine Rei­he wich­ti­ger Kom­po­nen­ten, die mit­ein­an­der zu regeln sind. Im bevor­ste­hen­den Wahl­kampf ste­hen Die Grü­nen ver­bal und auf dem Pla­kat wie­der für die Öko­lo­gie in der Gesell­schaft. Zuwei­len habe ich aller­dings den Ein­druck, dass die Gen­der-The­ma­tik im Mit­tel­punkt steht und eine kon­se­quent sach­be­zo­ge­ne Denk­wei­se sich nicht durch­set­zen kann. Für einen ver­schwin­dend gerin­gen Anteil am Welt­kli­ma wur­den in Deutsch­land nach dem Wil­len der GRÜNEN mas­sen­haft Häu­ser iso­liert. Jeder Bau-Hand­wer­ker hät­te Ihnen sagen kön­nen, dass die­se Prak­tik mehr Scha­den an der Sub­stanz anrich­tet, als sie Nut­zen für das Kli­ma hat! Die­se Kam­pa­gne ist Sach­be­schä­di­gung! Zudem ver­ur­sa­chen Her­stel­lung und Ent­sor­gung der Mate­ria­li­en eine sehr nega­ti­ve Öko­Bi­lanz. Durch die Zwangs­ein­füh­rung des Bio­Die­sels wer­den inzwi­schen Regen­wäl­der abge­holzt, um Palm­öl-Plan­ta­gen anzu­le­gen. Nach so vie­len Jah­ren Kapi­ta­lis­mus ist das ein Vor­gang mit Ansa­ge. Es ist an der Zeit, dass DIE GRÜNEN neben ihrer ehr­lich demo­kra­ti­schen Arbeit auch die Auf­rich­tig­keit fin­den, öffent­lich die gemach­ten Feh­ler ein­zu­ge­ste­hen und zu kor­ri­gie­ren.
    Die rei­ne Exis­tenz des Men­schen impli­ziert den Scha­den an der Natur! Der Ver­such, die­sen Umstand mit wei­te­rer Belas­tung der Natur aus­zu­glei­chen, ist per­se Unsinn …

    Vie­len Dank und freund­li­che Grü­ße

    Ralf Mel­zer

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehr­ter Herr Mel­zer,
      in Ihrem Kom­men­tar schient mir so man­ches etwas durch­ein­an­der gera­ten zu sein. So steht bei­spiels­wei­se die “Gen­der-The­ma­tik” in kei­ner­lei Gegen­satz oder Kon­kur­renz zu unse­rem Schwer­punkt, der Öko­lo­gie. Sie gehört aber zu den Grün­dungs­mo­ti­ven der grü­nen Par­tei – eben­so wie die Öko­lo­gie oder die Frie­dens­po­li­tik. Zur Wär­me­däm­mung an Gebäu­den: Ich tei­le Ihre Mei­nung nicht. Denn selbst­ver­ständ­lich muss die Ver­rin­ge­rung des Ener­gie­ver­brauchs Vor­rang haben vor der Fra­ge, wel­che Ener­gie­trä­ger in wel­chem Umfang zum Ein­satz kom­men. Dass häu­fig hand­werk­li­che Feh­ler beim Iso­lie­ren gemacht wer­den (davon kann ich ein Lied sin­gen, bei mir muss­te mehr­fach nach­ge­dämmt wer­den!) soll­te nicht zur Fol­ge haben, dass weni­ger gedämmt wird. Es kommt dar­auf an, WIE und WOMIT gedämmt wird. Den “Bio­die­sel” haben wir Grü­ne mei­nes Wis­sens nie for­ciert oder auch nur ver­tei­digt. Hier gilt Ähn­li­ches wie bei den Gebäu­den: Der Ver­brauch muss run­ter. Ein Fahr­zeug, das 10 Pro­zent weni­ger ver­braucht ist bes­ser als eines, das mit einem 10 Pro­zent-Anteil “Bio­die­sel” fahrt.
      Ich hof­fe, dass ich damit eini­ge Din­ge habe ver­deut­li­chen kön­nen.
      Mit freund­li­chen Grü­ßen
      Mat­thi­as Gast­el

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