Die Unkultur des Wegwerfens

05.12.2016

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320.000 Einwegbecher – jede Stunde

Foto: Meine Fraktionskollegin Bärbel Höhn und ich (und selbstverständlich viele weitere Abgeordnete) unterstützen die Aktion #Becherheld, um für Mehrwegbecher zu werben.

Stündlich werden in Deutschland 320.000 Einwegbecher verbraucht, das heißt pro Jahr fast drei Milliarden Becher. Die leeren Becher landen dann im Müll oder – schlimmer noch – auf der Straße oder in der Natur. So tragen sie zu einem immer größer werdenden Müllberg bei. Doch nicht nur das, die Herstellung der Becher verursacht auch einen großen Ressourcenverbrauch und hohe CO2-Emissionen. Die Papierfasern, aus welchen die Einwegbecher üblicherweise bestehen, werden überwiegend aus Neumaterial und nicht aus Recycling gewonnen, das heißt, dass dafür neue Bäume gefällt werden müssen. Außerdem werden für die Produktion der Kunststoff-Beschichtungen und Plastikdeckel große Mengen Rohöl eingesetzt. Durch die Herstellung der jährlich in Deutschland verbrauchten Coffe to go-Becher entstehen CO2-Emissionen von rund 83.000 Tonnen; bezieht man die Deckel mit ein, sind es sogar 111.000 Tonnen.

Um den Müll, die Verschmutzung, die Emissionen und den Ressourcenverbrauch zu verhindern, bedarf es guter Konzepte. Ein solches ist das Pool-System, bei dem man beim Kaffeekauf gegen Pfand einen Mehrwegbecher erhält, den man dann auch in anderen Geschäften zurückgeben kann. Ein solches System wurde vor kurzem in Freiburg eingeführt. Man erhält bei einem der 16 beteiligten Cafés oder Backshops in der Freiburger Innenstadt gegen einen Pfand von 1 Euro einen Mehrwegbecher, der immerhin 400 mal genutzt werden können soll. Neben Freiburg wird auch andere Städte wie Hamburg, Berlin oder Tübingen versucht, solche Systeme durchzusetzen.

Aber auch jeder Einzelne kann etwas unternehmen gegen die negativen Folgen von Einwegbechern: beispielsweise eigene Mehrwegbecher benutzen soweit möglich oder sich ein paar Minuten Zeit nehmen und den Kaffee vor Ort aus langlebigen Tassen trinken.

Ich selber verwende außerdem eine wiederverwendbare Wasserflasche, die ich mit Leitungswasser befülle, bevor ich das Haus verlasse. Der beste Müll ist der, der erst gar nicht entsteht. Er muss nicht erst ressourcenaufwändig hergestellt und anschließend entsorgt werden. Und er kann auch nicht dort landen, wo er gar nicht hingehört.

Quellen:

http://www.duh.de/becherheld_problem.html

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/freiburg-fuehrt-mehrweg-kaffeebecher-ein-a-1122421.html

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