Mit Handwerk über Nachwuchssorgen und Verkehrsfragen im Gespräch

02.03.2017

“Fachkräfte zu gewinnen ist die Herausforderung”

Immer wieder treffe ich mich mit der Handwerkskammer Region Stuttgart zum Austausch. An Themen mangelt es nicht. Diesmal war die Resolution “Leistungsfähige Verkehrspolitik für die Region Stuttgart”, beschlossen von der Vollversammlung der Handwerkskammer, Anlass des Gesprächs.

Einige der Aussagen und Erwartungen, die in der Resolution zum Ausdruck gebracht werden, konnte und wollte ich nicht unkommentiert stehen lassen. Dazu gehört die aus meiner Sicht zu pauschale Aussage von „eklatanten Kapazitätsengpässen“ bei den Straßen der Region oder die Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines Ausbaus der Radverkehrsinfrastruktur („muss auf sein Kosten-Nutzen-Verhältnis hin überprüft werden“ und „darf den Kfz-Verkehr nicht spürbar einschränken“). Darüber wie auch über den Bundesverkehrswegeplan hatten Thomas Hoefling, seit August 2016 Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, und ich einen guten Austausch. Dabei wurde u. a. deutlich, dass es dem Handwerk aufgrund seiner dezentralen Struktur auf die Offenhaltung der kurzen Wege ankommt (die Autobahnen spielen für das Handwerk kaum eine Rolle) und Einschränkungen für teure Spezialfahrzeuge mit geringen Kilometer-Leistungen ein großes Problem darstellen würden. Hierfür werden praktikable Lösungen zu finden sein müssen. Gut ist, dass die Handwerkskammer bereits in ihrer Resolution festgehalten hat, „welch hohen Stellenwert Gesundheitsschutz, Lebensqualität und Klimaschutz haben“.

Außerdem unterhielten wir uns auch über die schwierige Nachwuchssituation des Handwerks, die nicht alle, aber doch einige der Berufe wie den des Metzgers oder des Bäckers betrifft. Das Handwerk hat in den vergangen Jahren sein Engagement für die Nachwuchsgewinnung erheblich ausgebaut. Denn angesichts des anhaltenden Trends zu Abitur und Studium wollen immer weniger junge Leute ins Handwerk, das nach wie vor vielen als „schmutzig“ gilt. Mit Werbefilmen, Schulbesuchen, der Ansprache von Studienabbrechern und dem Hinweis auf die Chancen einer Selbstständigkeit im Handwerk und vielem mehr wird um Nachwuchs geworben. Die Anzahl der Auszubildenden kann damit stabil gehalten werden, was als Erfolg gilt.

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