Schiene

Der Personenverkehr und der Gütertransport auf der Schiene ist im Verhältnis zum Auto und vor allem zum LKW und dem Flugzeug ressourcensparend und schont das Klima. Daher wollen wir die Verkehrsanteile auf der Schiene deutlich erhöhen. Dazu bedarf es einer leistungsfähigen Infrastruktur und guter Betriebskonzepte – aber auch fairer Wettbewerbsbedingungen zwischen verschiedenen Eisenbahnunternehmen und mit anderen Verkehrsträgern. Die Deutsche Bahn AG wollen wir einer besseren parlamentarischen Kontrolle unterwerfen und vermehrt durch Zielvorgaben steuern. Grüne Bahnpolitik stellt Fahrgäste und Güterverkehrskunden in den Mittelpunkt. Wir wollen die Abkehr von teuren und oftmals unsinnigen Prestigeprojekten und mehr Investitionen in die Beseitigung von Schienenengpässen und die Ermöglichung integraler Taktfährpläne mit passgenauen Anschlussmöglichkeiten. Für Menschen im Rollstuhl und Reisende mit Kinderwagen und Fahrrädern wollen wir den barrierefreien Umbau der Bahnhöfe, einen erleichterten Ein- und Ausstieg und mehr Platzangebote in den Zügen. Da der Zug von immer mehr Menschen als mobiler Arbeitsplatz genutzt wird, wollen wir die Internetzugänge an Bahnhöfen und in den Zügen verbessern. Der Schutz der Menschen vor Lärm entlang der Bahnstrecken muss durch aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen intensiviert werden.
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Kommentare zu “Schiene

  1. Walter Raible Reply

    Hallo Herr Gastl,
    es ist wichtig, sich weiterhin für den Schienenverkehr einzusetzen. Ich selbst bin an der Diskussion um S 21 beteiligt und bin häufiger Bahnfahrer vor allem mit dem BW Ticket. Ich verfolge auch die Diskussionen und hoffentlich bald die Planungen im Zusammenhang mit der Zollernbahn und der Regionalstadtbahn Albstadt bis Onstmettingen.
    Den Beitrag im Fernsehen zum Thema “Brücken” habe ich gesehen.
    Ich wünsche Ihnen viel Durchsetzungsvermögen für ihre vernüntige Politik.
    Mit freundlichem Gruß
    Walter Raible
    (früher PP in Rohr)

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Lieber Herr Raible,
      schön von Ihnen zu hören!
      Werde mich gerne auch künftig für bessere Bedingungen für den Schienenverkehr einsetzen.
      Herzliche Grüße
      Matthias Gastel

  2. Walter Raible Reply

    Hallo Herr Gastl,

    die aktuellen Streiks haben es wieder aufgezeigt. der Güterverkehr wird weiter auf die Strassen verlagert, kommt der Gigaliner?, die Fernbusse werden weitere vor allem IC Verbindungen ersetzen, die Bahn wird unzuverlässiger, weitere Privatisierungstendenzen sind zu befürchten. Vielleicht besteht auch S 21 irgendwann mal den Stresstest, wenn sowieso nicht mehr so viele fahren? Wird ja auch teuerer und stressiger! Umweltgesichtspunkte werden hinter Finanzaspekten zurückgestellt. Da hilft wirklich nur dagegen zu halten wo es geht – durch Stärkung der Grünen Positionen!
    Von unserem Verkehrsminister im Bund kann man das sicher nicht erwarten!
    Gruß
    W.Raible

  3. Lothar Mann Reply

    Sehr geehrter Herr Gastel,
    Ihren Auftritt bei SWR 4 habe ich mit grösstem Interesse zur Kenntnis genommen.
    Was mich dabei allerdings sehr erstaunt, ist die Selbstgefälligkeit der Politik zur Deutschen Bahn AG. Ich war Bundesbahner und DB AGler. Und ich empfinde die Privatisierung der Deutschen Bundesbahn als ein Staatsverbrechen.
    Die Deutsche Bundesbahn als Staatsunternehmen durfte keine Gewinne machen – was sich auf die Infrastruktur ausgewirkt hat.
    Die Deutsche Bahn AG muss Gewinne machen, um am Kapitalmarkt zu bestehen. Und das wirkt sich natürlich auf den Zustand der Bahn aus.
    Zu den neuen S-Bahnzügen BR 430 ist zu sagen, dass hier die DB AG von den Behinderten-Verbänden derart in die Pflicht genommen wurde, dass die DB AG gar nicht anders konnte, als die Forderungen (irgendwie)zu erfüllen. Die DB AG hat sich von ihren Konstruktionsbüros vollständig verabschiedet und die Technik der Industrie überlassen. Die will sich natürlich keinen Auftrag entgehen lassen und zieht alles an Land, was sie bekommen kann – hat aber keine Erfahrungen zu den Besonderheiten des Bahnbetriebes. Ich habe nahezu 35 Jahre ausschliesslich mit dem Betrieb des Stuttgarter Vorort- und S-Bahnbetriebes zu tun gehabt. Und da kann ich sagen – die Schiebetritte können nicht funktionieren, weil die Luftfederung der Fahrzeuge infolge der Hysteresewirkung keinen definierten Höhenstand erreichen kann – mal einige cm zu hoch, mal einige cm zu tief. Entweder “rammelt” die Trittstufe gegen die Bahnsteigkante oder bildet eine Stolperfalle weil sie über Bahnsteigniveau hinausragt. Wir alte, gestandene Eisenbahner wissen dies, unsere Nachfolger – ohne ausreichende Erfahrung – aber offensichtlich nicht. Und jetzt wird die Bahn für diesen Quatsch in negatives Licht gerückt.
    Ich schreibe Ihnen diese Gedanken, weil das nicht mehr “meine” Eisenbahn ist, Sie aber in der Position sein müssten, die Bahnprivatisierung mit all ihren Konsequenzen in Frage zu stellen und daran Ihre Aktivitäten auszurichten.
    Mit freundlichen Grüssen
    Mann

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehrter Herr Mann,
      besten Dank für Ihr Statement.
      Bei der Bahnreform vor 20 Jahren und auch danach wurden Fehler gemacht. So beispielsweise der, dass “Erfolg” (auch von der Politik) zu sehr in monetären Zahlen und nicht in der Anzahl beförderter Fahrgäste und Güter definiert wurde. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft erschwert darüber hinaus die parlamentarische Kontrolle des Konzerns. Eine Rückabwicklung der Bahnreform, ein Zurück zur “Behördenbahn” darf es unseres Erachtens aber nicht geben. Mehr dazu finden Sie auf meiner Homepage.
      Danke für Ihre Einschätzungen zum ET 430. Nach meiner Wahrnehmung stehen eher der VRS als Aufgabenträger und der Hersteller Bombardier in der öffentlichen Kritik und nicht die DB. Hilft aber leider alles nichts. Die störanfälligen Züge mit eingebauten Stolperfallen sind da und deren Anzahl wird sogar noch aufgestockt werden müssen. Hier zeigt sich das Problem fehlender Modell-Alternativen.
      Herzliche Grüße, Matthias Gastel

  4. Uwe Mannke Reply

    Hallo Herr Gastl,

    folgender Antrag zu Stuttgart 21 der Fraktionen Linke und Grüne ist zu begrüßen:
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/036/1803647.pdf

    In ihm wird besonders die Arbeitsfähigkeit des Bundesrechnungshofes reklamiert. Reicht es da nicht langsam zu einer Verfassungsbeschwerde?

    Kann die Einigkeit der beiden Oppositionsfraktionen sich auch positiv auf die Zusammenarbeit der beiden Parteien in BaWü und Stuttgart auswirken?

    Was kann getan werden, damit dieser Antrag auch einzelne Zustimmungen aus der GroKo erhält?

    mfG
    Uwe Mannke

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Guten Tag Herr Mannke,
      es liegt bereits seit Jahren eine Klage beim Bundesverfassungsgericht. Allerdings handelt es sich um eine Klage der grünen Bundestagsfraktion gegen die Bundesregierung wegen unzureichender Auskünfte bzgl. des staatseigenen DB-Konzerns. Dass die DB und die Bundesregierung selbst dem Parlament (und auch dem Bundesrechnungshof) zu wenig an eingeforderten Auskünften erteilt sehe ich als das eigentliche Problem. Übrigens ist das Verfassungsgericht derart überlastet, dass von der Klageeinreichung bis zum Urteil Jahre vergehen können.
      Der gemeinsame Antrag von Linken und Grünen wird sich aus meiner Sicht nicht auf B-W auswirken. Denn dort regieren wir mit der SPD und die Linke ist überhaupt nicht im Parlament vertreten. Zur Stadtpolitik in Stuttgart kann ich wenig sagen. In der Kommunalpolitik ist es aber üblich, dass sich Bündnisse in unterschiedlichsten und wechselnden Konstellationen entlang von Sachfragen bilden. Das halte ich auch für richtig.
      Inwieweit es gelingen kann, einzelne Abgeordnete aus dem Lager der GroKo für den S 21-Antrag zu gewinnen, kann ich jetzt noch nicht abschätzen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

  5. Uwe Mannke Reply

    Sehr geehrter Herr Gastel,
    Zitat: “es liegt bereits seit Jahren eine Klage beim Bundesverfassungsgericht. Allerdings handelt es sich um eine Klage der grünen Bundestagsfraktion gegen die Bundesregierung wegen unzureichender Auskünfte bzgl. des staatseigenen DB-Konzerns.”
    Wo kann man diese Klage bitte nachlesen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Uwe Mannke

  6. Walter Raible Reply

    Hallo Herr Gastl,
    mein Interesse am Re Halt in Stuttgart-Vaihingen ist groß. Dazu hätte ich folgende Fragen:
    wann solle der Halt in Betrieb gehen?
    Was geschieht mit dem Halt nach Eröffnung von S-21 (sofern es das mal gibt)
    Ist der Anschluß der Firma Scharr über die Schiene weiterhin gewährleistet wenn
    der zusätzliche Bahnsteig errichtet wird. Wie wird die Firma über die Schiene nach S 21 bedient? Vieleicht ist dies der falsche Platz für diese Fragen, aber ich habe halt mal nur diese Mailadresse.
    Gruß Walter Raible

  7. Matthias Wagner Reply

    Sehr geehrter Herr Gastel,
    Ihre Grundhaltung zur Schiene gefällt mir gut. Zum Punkt Barrierefreiheit möchte ich einen Hinweis geben. Da ich zum Pendeln täglich die S-Bahn nutze durfte ich live miterleben wie der Bahnhof Esslingen-Zell um zwei Aufzüge bereichert wurde. Als technikbegeisterter Mensch war das auch sehr spannend für mich. Aber der notwendige Aufwand hat mich dann doch auch erschreckt. Der Bau hat sich mit teils schwerem Gerät über ein Jahr gezogen und muss Unsummen verschluckt haben. Barrierefrei ist der Bahnhof nun auch nur am Südeingang. Für den Nordeingang wäre ein dritter Aufzug notwendig gewesen. Und außerdem ist die Bahnsteigkante nicht in der optimalen Höhe, so dass der Einstieg nach wie vor nicht barrierefrei ist.
    Grundsätzlich bin ich auch für den Ausbau von Barrierefreiheit, um behinderte Menschen besser in die Geselschaft zu integrierren und ihnen mehr Freiheit und Selbstbestimmung zu geben. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis darf dabei aber nicht aus den Augen verloren gehen. Ich bin mir sicher, das Geld wäre an anderer Stelle sinnvoller für die Barrierefreiheit investiet gewesen.

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehrter Herr Wagner,
      vor einer solchen Maßnahme werden immer Alternativen wie bspw. der Einbau von Rampen durchgespielt. Vermutlich verblieben die Aufzüge als einzige Möglichkeit und wurden dann eben realisiert. Eine Nutzen-Kosten-Betrachtung kann meines Erachtens nicht dazu führen, dass ein Bahnhof dauerhaft nicht barrierefrei bleibt, da die Gewährleistung der Mobilität eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe darstellt und es immer mehr Menschen gibt, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind. Die Bahnsteighöhen werden ebenfalls angegangen werden müssen. In vielen Bahnhöfen besteht jedoch das Problem, dass ein Bahnsteig von Zügen mit unterschiedlichen Türhöhen angefahren wird. Ein einheitliches Bahnsteighöhenkonzept gibt es (leider) nicht, wird aber gerade auf Bundesebene diskutiert.
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

  8. Eberhard Krauss Reply

    Sehr geehrter Herr Gastel,
    im letzten Jahr war ich zwischen Mai und Dezember breuflicher Wochenpendler zwischen München und Laupheim. Dabei nutzte ich den IC2266 (hin) und EC117 (zurück) auf der Strecke München/Ulm. Über die Pünktlichkeit ließ sich bis Ende November nichts Negatives sagen. Danach hat es mich auf der Heimfahrt dreimal massiv erwischt (einmal allerdings war der Grund ein Suizid bei Günzburg). Was ich vilemehr anmerken möchte ist, dass das Wagenmaterial der EC/IC-Züge bereits deutliche Ermüdungserscheinungen ausweist. Ohne exakt buchgeführt zu haben, war etwas jeden fünfte Tür defekt und auch bei den Toiltten gab es immer wieder Ausfälle (ebenso geschätzt 20%). Das macht nicht nur keinen guten Eindruck, sondern es ist auch objektiv lästig. Hoffentlich sind die Sicherheitseinrichtungen nicht im gleichen Zustand.
    Ich hatten neulich das Vergnügen mit einem Railjet der ÖBB nach Salzburg zu fahren und war postiv überrascht. Die Inneneinrichtung war topp und alles funktionierte. Auch das WLAN an Bord! OK, der Railjet ist auch nur mit dem ICE zu vergleichen. Aber auf der Retour mit einem EC der ÖBB bot sich mit das gleiche Bild. Kurz, die ÖBB hat es m.E. drauf, Bahnfahren mehr Freude macht.
    Appropos WLAN, warum gibt es im IRE zwischen Ulm und Laupheim WLAN onboard, und im EC/IC nicht?
    Nach meinem Dafürhalten ist der EC/IC das Rückgrat des schienengebundenen Fernverkehrs. Desweiteren ist es relativ preisgünstig und hat Fahrradmitnahmemöglichekeiten. Zumnidest auf der Strecke München-Stuttgart kaum Geschwindigkeitsnachteile zum ICE.
    Ich möchte Sie bitten sich für den Erhalt/Ausweitung des EC/IC-Netzes und für die Instandsetzung ggf. Neuanschaffung des Wagenbestands einzusetzen.
    Ich habe tatsächlich den Eindruck, dass die Bahnführung bei ihrer Fokussierung auf Hochgeschwindigkeitszüge bzw. -trassen diese Rückgrat außer Acht lässt.
    Tatsächlich möchte ich auch künftig, nicht zuletzt auch aus ökologischen Gründen) dieses Angebot nutzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Eberhard Krauss

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehrter Herr Krauss,
      vielen Dank für die Schilderung Ihrer Erlebnisse.
      Die Deutsche Bahn hat vor etwa einem Jahr die ersten ihrer neuen IC2-Züge in Betrieb genommen. In B-W verkehren diese neuerdings auf der Gäubahn (Stuttgart – Singen/später bis Zürich). Diese Züge sind hell und freundlich und fahren angenehm ruhig. Bemängelt wird immer wieder, dass es zu wenig Platz für Gepäck gibt und einige Fahrgäste finden die Sitze ungemütlich. WLAN gibt es in den ICE und zunehmend im Regional-/Nahverkehr, weil die Länder als Aufgabenträger dies in die Ausschreibungsbedingungen aufnehmen.
      Ich wünsche Ihnen gute Fahrt!
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

  9. Markus S. Reply

    Herr Ferlemann (CDU) fordert eine Überprüfung des Rabatt-Systems. Angeblich sind die 19,90€ Tickets (beispielsweise von Hamburg nach München) das Hauptproblem der Bahn. Allerdings liegt das eigentliche Problem darin, dass der Flug trotzdem nur halb so viel kostet. Bei starken Preiserhöhungen ist außerdem das Fahrgastziel bis 2030 nicht zu erreichen. Zudem kritisiert er die Zugbindung bei Sparpreisen, welche jedoch ein wirksames Mittel gegen Überfüllung in der Hauptverkehrszeit ist und zusätzlich die Auslastung steigert. Im Internet hagelt es Spott, beispielsweise: https://meta.tagesschau.de/id/137892/bund-fordert-ueberpruefung-von-bahn-rabatten

    Ein konkurrenzfähiger Preis ist die Basis für wirtschaftlichen Erfolg.

    Sie müssen diese verkehrspolitische Geisterfahrt endlich stoppen. Wieso sind Sie bei der derzeitigen Diskussion nicht sichtbar?

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      In der Tat ist es überlegenswert, den Normaltarif zu senken statt die Anzahl an Tickets zum Sparpreis auszuweiten bzw. auf dem derzeit hohen Niveau zu halten. Letztlich ist das aber keine politische Entscheidung, sondern einer der Deutschen Bahn AG. Insofern halte ich den Vorstoß des Staatsekretärs für wenig hilfreich. Aber, das sehe ich wie Sie, Sparpreise und Zugbindungen sind ein Instrument, um die Auslastung der Züge zu steuern und daher legitim (und sinnvoll) und auch im Interesse der meisten Fahrgäste.
      Für viel entscheidender halte ich die Senkung der Trassenpreise, um Spielräume für ein besseres (und auch günstigeres) Tarifsystem zu gewinnen. Besonders wichtig ist auch, Wettbewerbsverzerrungen der Bahn gegenüber den Verkehrsmitteln Auto und Flugzeug abzubauen. Denn auch die Diskussion unter dem von Ihnen aufgeführten Link zeigt: Nicht wenige Menschen vergleichen die Kosten der verschiedenen Verkehrsmittel miteinander (wenngleich auch nicht immer korrekt).

  10. Markus Götz Reply

    Guten Tag Herr Gastel.

    der Artikel “Filstalbahn im Praxistest” in der NWZ Göppingen hat mich auf Ihre Website gelockt. Viele interessante Inhalte, so daß der für 20.15 Uhr geplante Fernsehabend nun “mit Verspätung” beginnen wird. Im Zeitungsartikel habe ich einen Hinweis auf Ihr interessantes Bahntagebuch vermisst. Kommunizieren Sie das gegenüber der Presse in Zukunft gerne offensiver. Allein der heutige Eintrag mit der hörbar erstaunten, pünktlichen DB-Zugbegleiterin war es wert, hier vorbeizuschauen.

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehrter Herr Götz,
      vielen Dank für Ihren Kommentar, über den ich mich sehr freue. Mein Bahntagebuch erfreut sich großer Beliebtheit (wir auch im Bahntower immer wieder gelesen) und vergleichsweise hoher Klickzahlen. Da ich die Ergebnisse mindestens zweimal jährlich auswerte, erscheint hin und wieder darüber auch ein Artikel in den Medien.
      Mit freundlichen Grüßen – und gute Fahrt!
      Matthias Gastel

  11. Margret Simoneit Reply

    Lieber Herr Gastel,
    Thema: Die Zollerbahn
    Die Mängel an der Bahn im Zollernalb Kreis beziehen sich nicht nur auf die Langsamfahrstellen, sondern auch darauf, dass häufig nicht die erforderliche Anzahl an Waggons zur Verfügung gestellt werden können.
    Ich erlebte selber, wie der Lokführer mit großem Bedauern mitteilte, dass er bei Dienstantritt nur einen Wagen statt der üblichen Anzahl von drei vorfand.
    Diese Mängel müssten doch behebbar sein und dürften bei guter Planung nicht mehr vorkommen.
    Könnten Sie sich dafür einsetzen, dass wenigstens in technischer Hinsicht es nicht zu solch gravierenden Ausfällen kommt?
    Mit freundlichen Grüßen

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Guten Morgen Frau Simoneit,
      danke für Ihren Kommentar. Das mit den manchmal fehlenden Wagen ist mir aus der Presse bekannt. Das ist kein spezielles Problem auf dieser Strecke, sondern auf vielen Strecken. Der Hintergrund dürfte auch hier sein, dass die Werkstatt in Ulm seit Jahren mit der Wartung und Reparatur nicht hinterherkommt. Ich werde die nächste Gelegenheit nutzen, um auch das konkrete Problem auf der Zollern-Alb-Bahn zu thematisieren.
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

  12. Thomas Graf Reply

    Sehr geehrter Herr Gastel,

    zunächst einmal vielen Dank, dass Sie sich mit großem Engagement dem Thema Schienenverkehr widmen, ist das Thema doch leider bei vielen Entscheidungsträgern ein Stiefkind.

    Heute möchte ich aber konkret das Thema Flughafenanschluss und S21 ansprechen. In den letzten Wochen wird in der Presse vermehrt über Bestrebungen berichtet, das Thema Flughafenhalt neu aufzurollen und z.B. einen “Fernbahnhalt” an der Autobahn als vermeintlich kostengünstige Alternative zum planfestgestellten unterirdischen Bahnhof unter der Messepiazza anzugehen.

    Ich halte diese Überlegungen für fatal. Die Gründe dafür im Einzelnen:

    1. Die Bezeichnung “Fernbahnhalt” ist irreführend. Unabhängig davon, ob nun stündlich ein IC/ICE Zugpaar oder mehr oder weniger dort halten wird, es werden pro Stunde 1 bis 2 Regionalexpress-Zugpaare aus und in Richtung Tübingen bzw. Stuttgart Hbf und ein weiteres IRE-Zugpaar je Stunde aus Richtung Merklingen/Ulm und Stuttgart Hbf dort halten. Das heißt, unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Fernverkehrszüge sind die Regionalzüge immer in der Mehrheit – und das entspricht vermutlich auch den Nachfragebedürfnissen.
    Ich habe leider oftmals den Eindruck, dass der Begriff “Fernverkehrshalt” nur dazu dient, die Bedeutung für die Region herunterzuspielen, obwohl er eigentlich nur der Unterscheidung zum S-Bahn-Halt dient, an dem dann noch die Züge der Gäubahn halten sollen (ebenfalls Regional- UND Fernzüge).

    2. Für die Attraktivität der Züge an diesem Halt ist entscheidend, dass die Wege kurz sind. Und dabei sind m.E. weniger die Wege zum Flughafenterminal entscheidend als vielmehr die Umsteigewege zur S-Bahn, zur Gäubahn, zu den Bussen und zur Stadtbahn U6, die derzeit dorthin verlängert wird. Nur mit kurzen Umsteigewegen macht der Halt Sinn.
    Leider hat es ja damals beim Filderdialog nicht mit dem besten Lösung geklappt, dem Halt unter der Flughafenstraße, aber ich denke, der jetzige Kompromiss ist als zweitbeste Lösung immer noch deutlich besser als ein Halt jenseits der Autobahn.
    Der Filderbahnhof hat ein Einzugsgebiet, das wesentlich wichtiger ist als der Flughafen.

    Ich möchte nicht verhehlen, dass ich auch persönlich davon betroffen wäre.
    Ich wohne auf der Alb und arbeite täglich in Neuhausen. Derzeit bleibt mir leider nur das Auto. Ich hoffe, dass ich irgendwann von Merklingen zum Flughafen fahren kann (künftig ca. 20-25 Minuten Fahrtzeit), dann in wenigen Minuten zur S-Bahn umsteigen und dann nach Neuhausen (ca. 5 Minuten). Das heißt, mit einer Umsteigezeit bis zu 15 Minuten (einschließlich Warten auf die S-Bahn) bin ich einigermaßen konkurrenzfähig zum PKW. Wenn Ich nun zusätzliche 10 Minuten benötige, um von der Autobahn zur S-Bahn zu gelangen, verliert das Ganze deutlich an Attraktivität. Und 10 Minuten zusätzlich wären nur bei einem Verkehrsmittel gegeben, das nach max. 5 Minuten Wartezeit verkehrt.

    Ähnlich geht es vielen, die ihre Arbeitsstelle in Möhringen, Vaihingen, Böblingen, L-E usw. haben. Ohne günstige Umsteigesituation am Flughafen können diese aus Richtung Ulm/Merklingen die Bahn schlicht nicht nutzen.
    Einem Urlauber, der einmal im Jahr fliegt, wäre der längere Weg zum Terminal vielleicht zuzumuten, nicht aber einem Pendler oder einem beruflichen Vielflieger (der dadurch kaum weniger flöge).

    3. Die jetzige Lösung ist zumindest planfestgestellt. Jede Neuplanung bräuchte mindestens 5 Jahre, um den jetzt erreichten Stand zu erreichen. Die Klagen, die gegen die jetzige Lösung vorgebracht werden, sind hauptsächlich aus dem Raum Leinfelden-Echterdingen getrieben und würden vermutlich auch gegen eine veränderte Planung angestrengt werden. Jede zusätzliche Verzögerung verhindert eine Verkehrswende oder dient anderen als Argument für einen weiteren A8-Ausbau (z.B. Degerloch-Wendlingen), was m.E. unbedingt zu verhindern ist.

    4. Mit den gestiegenen Baukosten bis zu einer neuen Lösung würde diese dann auch nicht mehr wesentlich preisgünstiger sein. Natürlich sollte man bei S21 noch an anderer Stelle nachbessern: Im Nordzulauf Feuerbach und eventuell eine Handvoll Gleise des Kopfbahnhofs erhalten für beginnende/endende Züge. Aber hier sehe ich in der momentanen wirtschaftlichen Situation eher ein Problem der Priorisierung von Bundesmitteln, als dass man dafür die Umsteigesituation am Flughafen opfern sollte.

    5. Die Innerstädtische Gäubahn darf natürlich nicht aufgegeben werden, wäre aber sicher besser für S-Bahn/Nahverkehr (z.B. Verlängerung Schönbuchbahn) als für den jetzigen Gäubahnverkehr genutzt. Dafür bietet die Führung der Gäubahn mit Rohrer Kurve u.a. eine schnelle Tangentiale Umsteigeverbindung Horb/Böblingen – Ulm, was heute fernab von attraktiv ist.

    6. Dass mit einem nahen “Fernbahn”-Haltepunkt evtl. der Flugverkehr attraktiver wird, wie der BUND argumentiert, mag in beschränkten Maße sein, obwohl ich davon ausgehe, dass durch die bessere Bahnanbindung kaum zusätzliche Flüge generiert werden (das passiert eher wegen der Dumping-Flugpreise), aber häufiger ein Umstieg vom Auto zur Bahn zur Anfahrt zum Flughafen erreicht wird, was ja auch wünschenswert ist. U. U. erreicht man damit sogar ein Klientel, dass sonst nie in einen Zug einsteigen würde.

    Zusammengefasst: Bitte kämpfen Sie weiter für einen Ausbau des Schienenverkehrs, dafür, dass die Bundesregierung ihren Lippenbekenntnissen im Koalitionsvertrag (Elektrifizierung, Verdoppelung Fahrgastzahlen bis 2030 usw.) auch Taten folgen lässt. Aber bitte machen Sie kein Fass am Flughafen auf.

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehrter Herr Graf,
      vielen Dank für Ihren Kommentar, den ich sehr aufmerksam gelesen habe.
      Die Bezeichnung “Fernbahnhof” ist in der Tat irreführend. Ich nutze ihn daher auch nicht gerne. Dass die Bedeutung für die Region heruntergespielt werden soll, sehe ich allerdings nicht. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Daher wird ja ständig von den Fernzügen gesprochen, die hier angeblich mal halten sollen.
      Sie schreiben, dass kurze Wege entscheidend sind. Für diejenigen, die am Flughafen umsteigen wollen trifft dies zu. Für die allermeisten Fahrgäste in den Fernzügen trifft dies nicht zu. Denn diese wollen weder an den Flughafen, noch an die Messe noch dort umsteigen, sie wollen beispielsweise von München nach Stuttgart Hbf. Für sie bedeuten die bisherigen Pläne eine umständliche Trassenführung, die die Reisezeiten verlängert und die Zugnutzung unattraktiver macht. Das schrieb übrigens sogar die Bundesregierung in ihrer Antwort auf unsere Kleine Anfrage. Der Großteil der Fahrgäste im Fernverkehr wollen in die Metropolen. Daher hat die DB nach und nach die meisten Flughafenanbindungen des Fernverkehrs deutlich reduziert. Die Lösung, die für Pendler wie Sie vorteilhaft ist, ist für Fernverkehrsreisende meist unattraktiv. Man kann sogar vermuten, dass die derzeitige Planung wegen der Zeitverluste zu eher weniger Fernverkehrshalten führen wird als bei einem Bahnhof an der Autobahn. Das ist das Dilemma.
      Beim Filderdialog, den Sie ansprachen, wurde eine Führung der Gäubahn über S-Vaihingen empfohlen und über den Flughafen ausdrücklich abgelehnt, da negative Beeinträchtigungen für die S-Bahn befürchtet wurden.
      Sie sprachen auch das Einzugsgebiet der Bahnhöfe am Flughafen an. Ich wohne ca. 5 km davon entfernt. Das Problem: Man kommt nur sehr umständlich an den Flughafen. Für viele Menschen, die in unmittelbarer Nähe zum Flughafen wohnen, wird sich zumindest für die Hauptfahrtrichtung Stuttgart nichts ändern.
      Zur S-Bahn nach Neuhausen: Wir setzen uns stark für eine Verdichtung auf einen 15-Minuten-Takt ein. Ein solcher ist möglich, wenn ausreichend Fahrzeuge und Lokführer z. V. stehen.
      Planfestgestellt sind die 1.3er-Bauabschnitte nicht.
      Die nördliche Zulaufstrecke zum Hauptbahnhof muss ausgebaut werden, da sind wir uns einig.
      Einig sind wir uns auch bei der Frage zusätzlicher Gleise am Hauptbahnhof. Das Problem: Der maßgebliche Verband Region Stuttgart lehnt diese unter Verweis auf die vorgesehene “Drehscheibe” am Flughafen ab. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Die Pläne am Flughafen erschweren Planungen für einen leistungsfähigeren Hauptbahnhof.
      Da die Flughafengesellschaft über eine Million zusätzliche Fluggäste pro Jahr erwartet, beteiligt sie sich an der Finanzierung von S 21.
      Ich hoffe, dass ich damit meine Sichtweisen erklären und um Verständnis dafür werben konnte, dass ich die Pläne am Flughafen nicht mit Begeisterung unterstützen kann und auf die völlig überzogenen Erwartungen bzgl. der Fernverkehrszüge am Flughafen hinweisen muss. Da werden Dinge suggeriert, die so höchstwahrscheinlich nicht eintreten werden oder nicht lange aufrecht erhalten werden können. Zugleich werden notwendige Entwicklungen am Hauptbahnhof blockiert.
      Mit freundlichen Grüßen
      Matthias Gastel

  13. Thomas Graf Reply

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Ihre Argumentation spricht m.E. erst recht dafür, die Fernzüge im Zweifelsfall außer Acht zu lassen und für möglichst kurze Umsteigewege im Regionalverkehr zu sorgen.

    Natürlich wollen 90% der Reisenden eher zum Hauptbahnhof, aber diejenigen, die heute aus Richtung Ulm oder Tübingen in Richtung LE, Filderstadt, Möhringen oder Böblingen wollen (und das sind Tausende), nehmen das Auto, weil eine Fahrt über den Hauptbahnhof Stuttgart einen Zeitverlust von einer halben Stunde bedeuten würde, und ich fürchte, sie werden das auch künftig tun, wenn die Umsteigewege den Fahrtzeitgewinn wieder auffressen.

    Übrigens: Der Abschnitt 1.3a (also der Bahnhof am Flughafen für die Regionalzüge aus Ulm und Tübingen) ist seit 14.07.2016 planfestgestellt, wird aber beklagt:
    http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/fileadmin/pdfs/10-S21_NEUORDNUNG_BAHNKNOTEN_STUTTGART/PFA_1_3a/2016/PFA_1_3a-Planfeststellungsbeschluss.pdf

    Grüße
    Thomas Graf

Mitreden.

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