Reaktivierung: Die Hermann-Hesse-Bahn fährt!

In den 1870er-Jah­ren wur­de die Stre­cke eröff­net. Der Rück­bau begann 1960 mit der Ent­fer­nung des zwei­ten Glei­ses bei Calw. Im Jahr 1983 fuhr der letz­te Per­so­nen­zug und noch etwas län­ger der Güter­ver­kehr vor der Still­le­gung der Stre­cke zwi­schen Weil der Stadt (Land­kreis Böb­lin­gen) und Calw im Schwarz­wald. Zum Glück wur­de die Stre­cke nicht ent­wid­met und daher frei­ge­hal­ten. In wah­ren Kraft­an­stren­gun­gen haben Land und Land­kreis Calw für die Reak­ti­vie­rung gesorgt. Dafür muss­ten vie­le Hür­den wie Wider­stän­de eini­ger Bürger/innen und im Natur­schutz über­wun­den wer­den.

His­to­risch war (ist) der Tras­sen­ver­lauf sehr auf­wän­dig mit Kehr­schlei­fen ver­se­hen, um die Höhen­un­ter­schie­de bewäl­ti­gen zu kön­nen. Im Zuge der Reak­ti­vie­rung wur­de eine die­ser Schlei­fen zuguns­ten eines deut­lich stei­le­ren, aber dafür kür­ze­ren Neu­bau­tun­nels auf­ge­ge­ben. In Ostels­heim wur­de ein zwei­glei­si­ger Begeg­nungs­ab­schnitt geschaf­fen

Zum Ein­satz kom­men Sie­mens Mireo-Züge (Akku­trieb­zü­ge). Mit die­sen wur­den im Orten­au­netz (Rheintal/Schwarzwald) bereits posi­ti­ve Erfah­run­gen gesam­melt. Der Land­kreis Calw wur­de teil­wei­se in den Tarif des Ver­kehrs- und Tarif­ver­bun­des Stutt­gart (VVS) inte­griert.

Ich freue mich sehr über die­se gelun­ge­ne Reak­ti­vie­rung und vor allem für die Men­schen im länd­lich gepräg­ten Raum des Nord­schwarz­wal­des!

Klei­ner Rück­blick

Vor etwa 10 Jah­ren bin ich mit Mit­glie­dern der Grü­nen in Weil der Stadt ein Stück auf dem teils stark zuge­wach­se­nen Gleis­kör­per ein Stück­chen wan­dern gewe­sen. Damals stand bereits eine Reak­ti­vie­rung im Raum. Ich erin­ne­re mich an sehr lan­ge Mail­ver­keh­re mit Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich gegen den zunächst ange­dach­ten Vor­lauf­be­trieb mit alten Die­sel­zü­gen wehr­ten. Eini­ge woll­ten die Reak­ti­vie­rung mit nicht rea­lis­ti­schen For­de­run­gen ver­hin­dern. Ich war mehr­fach vor Ort. Ich erin­ne­re mich auch, dass ich auf einem an die Tras­se angren­zen­den Pri­vat­grund­stück war, weil Anlie­ger dort Angst vor Bahn­lärm hat­ten. Ich ver­such­te in unzäh­li­gen Gesprä­chen, die Akzep­tanz die­ses Pro­jek­tes zu ver­bes­sern und auf die Chan­cen zu ver­wei­sen. Mein Dank gilt dem Land­kreis Calw und Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Her­mann, die sich sehr für das Pro­jekt ein­ge­setzt haben.

Aus­blick

Wich­tig ist, dass die Hes­se-Züge bis Renn­in­gen fah­ren, da die Fahr­gäs­te dort nach Böb­lin­gen umstei­gen kön­nen. Aller­dings wer­den von eini­gen Sei­ten Kon­flik­te mit den dort ver­keh­ren­den S‑Bahnen befürch­tet. Per­spek­ti­visch könn­te die S‑Bahn bis Calw geführt wer­den. Damit wür­de eine umstei­ge­freie Ver­bin­dung ent­ste­hen. Dafür müss­ten jedoch eine Elek­tri­fi­zie­rung der Stre­cke und ein Umbau der Bahn­stei­ge erfol­gen.