Die Daten sind beeindruckend: Auf dem sieben Kilometer langen Betriebsgelände der BASF in Ludwigshafen arbeiten 33.000 Menschen. Sie sind bei der BASF, aber auch anderen Firmen, die auf dem Areal untergebracht sind, beschäftigt. Ein Teil davon arbeitet bei BASF auf der gegenüberliegenden Seite des Rheins, die zu Mannheim gehört. Die beiden Werkstandorte sind mit Pipelines, die den Rhein unterqueren, verbunden. Pipelines durchziehen auch das oberirdische Betriebsgelände und prägen die Optik. Sie bringen es auf eine Gesamtlänge von 2.900 Kilometer. Da wirkt das 230 Kilometer lange interne Schienennetz dagegen mickrig. Doch genau dieses stand im Fokus meines Betriebsbesuches.
Angeschaut habe ich mir mit meiner Mini-Delegation ein Umschlagterminal, das auf dem BASF-Gelände von der Firma „KTL“ (Kombiterminal Ludwigshafen, BASF ist mit 40 Prozent Anteil Gesellschafter) betrieben wird. Das Unternehmen schlägt in seinem öffentlichen Terminal auch Güter anderer Unternehmen als die von BASF um. BASF ist der größte Einzelkunde (ein Drittel der umgeschlagenen Mengen), der Anteil von Chemie-Produkten ist hoch. Umgeschlagen wird zwischen Straße und Schiene (Kombinierter Verkehr, KV). Täglich werden über 1.000 Ladeeinheiten umgeschlagen. Darum kümmern sich die 160 Beschäftigten. Das Unternehmen betreibt 13 Umschlaggleise, sieben Portalkräne (Nutzlast jeweils 40 Tonnen), 12 Abstellgleise und eine eigene Spedition. Der Sanierungsbedarf ist dringend und groß. Die Kräne sind nach 20 bis 25 Jahren ans Ende ihrer Lebenszeit angekommen. Ähnlich sieht es mit den Gleisanlagen aus. Wir sprachen über das KV-Förderprogramm des Bundes, das für diesen Bedarf nicht ausreichend flexibel und zudem unterfinanziert ist. Ich war in dieser Sache schon vor einigen Monaten aktiv geworden. Mit der Modernisierung ist auch die Verlängerung der Ladegleise vorgesehen. Die wirtschaftlich interessanteste Länge von 740 Metern wird jedoch aus Platzgründen nicht erreicht werden. Wir schauten uns das Gelände an und verschafften uns von einem der Kräne aus eine gute Übersicht. Dabei konnten wir auch sehen, wie die Container vom Zug auf Lkw und umgekehrt verladen oder auf die Lagerflächen versetzt werden. Thema war auch das deutsche Schienennetz, das zahlreiche Engpässe aufweist. Einer davon befindet sich auf der Rheintalbahn und erschwert die Verkehre von und nach Italien.
Zu Lage von BASF
Über 45.000 Produkte werden auf dem Gelände hergestellt. Die Wirtschaftskrise hat auch das Chemieunternehmen erfasst. Manche Anlagen sind aktuell nur zu 60 Prozent ausgelastet, andere zu hundert Prozent. So ist der Absatz von Ad Blue eher stabil. Die Herstellung von Dünger wurde eingestellt, weil sich die Produktion des dafür erforderlichen Ammoniaks nicht mehr lohnt. Konjunktur hingegen haben hochreine Halbleiterchemikalien für die Herstellung von Chips. Es findet ein Stellenabbau statt.
Die Stromversorgung erfolgt durch ein eigenes, am Wärmebedarf gesteuertes Gaskraftwerk.
