Für mehr Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen

Die Tötung des Zug­be­glei­ters Ser­kan Carar in einem Regio­nal­zug in Rhein­land-Pfalz lös­te eine neue Debat­te über die Zunah­me von Gewalt und kon­kret die Sicher­heit in Zügen und an Bahn­hö­fen aus. Die Bun­des­tags­frak­tio­nen von CDU/CSU, SPD und Grü­nen hat­ten gemein­sam eine Befas­sung im Ver­kehrs­aus­schuss bean­tragt.

Ein­ge­la­den waren Ver­tre­ter von DB Regio (sowohl der Vor­stands­vor­sit­zen­de als auch der Gesamt­be­triebs­rats­vor­sit­zen­de), Kon­zern­si­cher­heit DB AG, DB Sicher­heit, Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um sowie Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um. Die genann­ten Bun­des­tags­frak­tio­nen hat­ten auch die Bun­des­po­li­zei in den Aus­schuss ein­ge­la­den. Das wur­de jedoch vom Innen­mi­nis­te­ri­um nicht zuge­las­sen. Fest­ge­stellt wur­den ein gro­ber gewor­de­ner Ton­fall in kri­ti­schen Situa­tio­nen und eine Zunah­me an Aggres­si­on und Gewalt gegen­über Bahn­per­so­nal. Als beson­ders kri­tisch gel­ten Fahr­schein­kon­trol­len und hier­bei wie­der­um die Kon­trol­le von Aus­weis­do­ku­men­ten. Immer häu­fi­ger wer­den gefähr­li­che Gegen­stän­de wie Mes­ser mit­ge­führt und ein­ge­setzt. Dies alles muss als Teil einer gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lung gese­hen wer­den. Das Innen­mi­nis­te­ri­um sprach von einem Anstieg von Gewalt­ta­ten ab dem Jahr 2021 und vor allem ab 2023.

DB Sicher­heit ist inzwi­schen mit Schutz­wes­ten unter­wegs. Das zusätz­li­che Tra­gen von Hel­men wird gegen­wär­tig geprüft. Body­cams hät­ten sich posi­tiv bewährt. Aggres­so­ren sehen sich dort selbst auf den Moni­to­ren, was „höchst wirk­sam“ sei. Die stän­di­ge Qua­li­fi­ka­ti­on und Wei­ter­bil­dung des Per­so­nals zuguns­ten von Dees­ka­la­ti­on und Selbst­schutz habe an Bedeu­tung gewon­nen. In den Regio­nal­zü­gen wur­de der Ein­satz von immer zwei Zug­be­glei­tern gefor­dert. DB Sicher­heit wünsch­te sich zudem den Zugriff auf Live-Video­bil­der. Die DB sag­te den Ein­satz von zusätz­lich 200 Sicher­heits­kräf­ten zu.

Die in der Sit­zung dis­ku­tier­ten zen­tra­len Instru­men­te waren: Mehr Per­so­nal in den Zügen, mehr Bun­des­po­li­zei in Zügen und an Bahn­hö­fen (statt an den Außen­gren­zen), die Aus­wei­tung der Video­über­wa­chung und der Ver­zicht auf Aus­weis­kon­trol­len beim Deutsch­land­ti­cket (Beschleu­ni­gung der Digi­ta­li­sie­rung).

Ich hat­te kri­ti­siert, dass an den Gren­zen mehr Bun­des­po­li­zei ein­ge­setzt wird als erfor­der­lich ist und die­ses in den Zügen und an den Bahn­hö­fen sowohl die objek­ti­ve Sicher­heits­la­ge ver­bes­sern könn­te als auch das sub­jek­ti­ve Sicher­heits­emp­fin­den. Als ent­täu­schend bezeich­ne­te ich die Ergeb­nis­se des „Sicher­heits­gip­fels“ von Bund und DB, da sei­tens des Bun­des nichts ande­res kam, als die Fort­set­zung des Sta­tus Quo und eini­ge Prüf­auf­trä­ge. Das Innen­mi­nis­te­ri­um war gar nicht erst dabei. Um mehr Per­so­nal in den Regio­nal­zü­gen ein­set­zen zu kön­nen, habe ich die Erhö­hung der Regio­na­li­sie­rungs­mit­tel gefor­dert. Nur dann kön­nen die Auf­ga­ben­trä­ger (Län­der) höhe­re Per­so­nal­quo­ten in den Ver­ga­ben der Ver­kehrs­leis­tun­gen vor­ge­ben. DB Regio wies dar­auf hin, dass der (zusätz­li­che) Per­so­nal­be­darf in Form von Zug­be­glei­tern stark von den Stre­cken und den Tages­zei­ten abhän­gen wür­den. Der­zeit sei­en 67 Pro­zent der Regio­nal­zü­ge mit min­des­tens einer Per­son besetzt. Vom Betriebs­rat kam der Hin­weis, dass es bei den bun­des­weit 60 Tarif­ver­bün­den und unter­schied­li­chen Sys­te­men rund ums Ticke­ting Ein­spar­po­ten­ti­al geben wür­de, mit dem mehr Per­so­nal finan­ziert wer­den könn­te.