Lärmschutz

Über die Hälf­te der Men­schen in Deutsch­land fühlt sich durch Lärm beein­träch­tigt. 34 Pro­zent sehen sich Schie­nen­ver­kehrs­lärm aus­ge­setzt. Es ist bewie­sen, dass Lärm krank macht. Außer­dem ver­rin­gert Lärm mas­siv die Lebens­qua­li­tät der Betrof­fe­nen.
Wir Grü­nen set­zen uns für einen wirk­sa­men Lärm­schutz ein. Daher haben wir die Abschaf­fung des Schie­nen­bo­nus unter­stützt. Dar­über hin­aus tre­ten wir ein für eine ver­kehrs­trä­ger­über­grei­fen­de Betrach­tung und Ver­rin­ge­rung von Lärm­be­las­tun­gen und eine Maxi­mal­pe­gel­be­gren­zung. Denn das Ohr berech­net kei­ne Durch­schnitts­wer­te. Für uns hat Lärm­schutz an der Quel­le Vor­rang. Daher wol­len wir die Umrüs­tung von Zügen auf lärm­ver­rin­gern­de Brems­soh­len beschleu­ni­gen und lärm­ab­hän­gi­ge Tras­sen­ge­büh­ren aus­bau­en. Für weni­ger Lärm in den Städ­ten wol­len wir durch­set­zen, dass Kom­mu­nen selbst­stän­dig auf allen Stra­ßen inner­halb von Ort­schaf­ten über Tem­po 30 ent­schei­den kön­nen. Und wir set­zen auf den Aus­bau des Rad­ver­kehrs und eine geräusch­ar­me City-Logis­tik mit mehr Elek­tro­mo­bi­li­tät sowie den ver­stärk­ten Ein­satz von Las­ten­rä­dern.

Kommentare zu “Lärmschutz

  1. Ulrike Wicke Reply

    Hal­lo Herr Gast­el,

    da Sie kom­men­de Woche nach Calw kom­men und sich dort zu „Ver­kehrs­pro­jek­te rund um Calw“ äus­sern wol­len, ein ganz ent­schei­den­der Fra­gen­kom­plex für uns (Anlie­ger der Tras­se Her­mann Hes­se Bahn) hier bereits vor­ab:
    Da es sich um eine Wie­der­in­stand­set­zung der alten Bahn­tras­se han­deln soll, wer­den wir in Calw kein Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren bekom­men. Lärm­schutz wird aber nur im Rah­men eines sol­chen Ver­fah­rens berück­sich­tigt. Ein Teil der Häu­ser an der Stre­cke liegt – nach vor­lie­gen­dem Lärm­schutz­gut­ach­ten – ober­halb der Lärm­schutz­gren­zen.
    Wir kämp­fen in einer Bür­ger­initia­ti­ve seit fast zwei Jah­ren um Lärm­schutz. Unse­re Häu­ser lie­gen nur 7–10m von der Bahn­tras­se ent­fernt. Aus­ser der Belas­tung durch den Lärm erle­ben wir einen Ein­griff in unse­re Pri­vat­sphä­re und den mas­si­ven Wert­ver­lust unse­rer Immo­bi­lie.
    Bis heu­te hat uns KEIN grü­ner Poli­ti­ker des Land- und/oder Kreis­ta­ges in irgend­ei­ner Wei­se unter­stützt. Wir wären durch­aus bereit, eine Teil der Kos­ten sel­ber zu über­neh­men.… es inter­es­siert schlicht­weg kei­nen. Das Argu­ment, dass wir durch das nicht not­wen­dig Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren kei­ner­lei Ansprü­che habe, wird als Kil­ler­ar­gu­ment genutzt.

    Lese ich jetzt Ihre Zei­len, dann kann ich sie nur noch als grü­nes Wer­be­ma­te­ri­al ein­stu­fen. Für uns waren die „Grü­nen“ lan­ge die, die sich für die­se Wer­te stark mach­ten – gera­de wenn kein Anspruch bestand. Sie haben damit zum Umden­ken in unse­rem Land deut­lich bei­getra­gen. Im Jah­re 2015/2016 bekom­men wir aber lei­der nur grü­ne Ver­nei­nungs­state­ments, wenn es um tat­säch­li­chen Lärm­schutz (und die Kos­ten dafür) geht. Es ist für uns unglaub­wür­dig, wenn grü­ne Poli­ti­ker den feh­len­den Lärm­schutz bei Bahn­pro­jek­ten des Bun­des laut ein­kla­gen, bei den eige­nen – viel klei­ne­ren – Pro­jek­ten sich dann aber hin­ter büro­kra­ti­schen Argu­men­ten ver­ste­cken.

    Zum Lärm kommt die Belas­tung durch ver­al­te­te Die­sel­zü­ge hin­zu.

    Ich weiss noch nicht, ob wir Gele­gen­heit haben wer­den, am 2. März dar­über zu reden.. des­halb wäre es mir lieb, Sie wür­den auch über die­sen Weg Stel­lung bezie­hen.

    Ulri­ke Wicke, IG Hes­se­bahn-pro-Lärm­schutz

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehr­te Frau Wicke,
      das The­ma, das Sie hier anspre­chen, ist kein Bun­des­the­ma und ich kann Ihnen dazu lei­der nichts sagen, was Ihnen nicht ande­re Per­so­nen dazu bereits gesagt haben: Es han­delt sich for­mal um kei­nen Neu­bau und auch kei­ne wesent­li­che bau­li­che Ver­än­de­rung, son­dern um die Wie­der­in­be­trieb­nah­me einer (nicht bun­des­ei­ge­nen) Eisen­bahn­stre­cke. Damit besteht kein Anspruch auf Lärm­schutz. Da ich die ört­li­che Situa­ti­on nicht ken­ne, ich nicht weiß, wie vie­le Men­schen betrof­fen sind und wel­che Maß­nah­men mög­lich und sinn­voll sein könn­ten, kann ich mir hier­zu kein abschlie­ßen­des Urteil erlau­ben. Ein Ver­gleich mit der Situa­ti­on im Rhein­tal – soll­ten Sie die­sen ange­stellt haben – ist jeden­falls nicht ansatz­wei­se statt­haft. Dort geht es um eine hoch­be­las­te­te Stre­cke mit sehr hohem Güter­ver­kehrs­auf­kom­men in den Nacht­stun­den. In Calw geht es um Per­so­nen­ver­kehr, der tags­über ein neu­es und attrak­ti­ves Ange­bot für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger schaf­fen soll. Wie gesagt: Ein abschlie­ßen­des Urteil zu mög­li­cher­wei­se not­wen­di­gem Lärm­schutz kann ich auf die Schnel­le nicht abge­ben.
      Mit freund­li­chen Grü­ßen
      Mat­thi­as Gast­el

  2. Joachim Hinrichs Reply

    Sehr geehr­ter Herr Gast­el.

    Ihre Ansät­ze für mehr Lärm­schutz gehen in die rich­ti­ge Rich­tung, beson­ders in Bezug auf Schie­nen­lärm und dort vor allem Lärm­emis­si­on von Güter­zü­gen. Ich bit­te Sie, bei Initia­ti­ven in die­se Rich­tung eben­falls eine Beschrän­kung der dB©-Lärmemission (neben der jet­zi­gen dB(A)-Betrachtung) ein­zu­füh­ren. Die nie­der­fre­quen­ten Dröhn­ge­räu­sche kön­nen durch die Betrof­fe­nen nur wenig gemin­dert wer­den (Schall­schutz­fens­ter), daher muss hier beson­ders an der Ver­ur­sa­cher­sei­te ange­setzt wer­den. Mei­ner Kennt­nis nach ist hier kei­ne gesetz­li­che Rege­lung vor­han­den, könn­te aber recht ein­fach defi­niert, ein­ge­führt und kon­trol­liert wer­den.
    Als zwei­te Haupt­quel­le beson­ders fürs häu­fi­ge nächt­li­che Auf­wa­chen möch­te ich Sie auf die von Güter­zü­gen aus­ge­hen­den Erschüt­te­run­gen hin­wei­sen. Dies ist sel­ten Gegen­stand von öffent­li­cher Dis­kus­si­on, ist aller­dings mei­ner Mei­nung sehr wich­tig: der Effekt ist, als ob man im Schlaf wach­ge­rüt­telt wird. Aus eige­ner Betrof­fen­heit weiss ich, dass Grenz­wer­te hier­zu mit Indus­trie­ge­bie­ten ver­gli­chen wer­den, obwohl man mit­ten im Stadt­ge­biet wohnt. Auch scheint mir die Geset­zes­la­ge bzgl. Grenz­wer­ten und Defi­ni­ti­on vom Ein­fluss auf Men­schen sehr dünn zu sein.

    Ich hof­fe, Sie set­zen sich für den Schutz der Men­schen wei­ter­hin ein. Bit­te for­cie­ren Sie nicht ein­sei­tig den Schie­nen­ver­kehr, wenn dadurch Mil­lio­nen Men­schen in ihrer Gesund­heit geschä­digt wer­den.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen,
    Dr. Joa­chim Hin­richs

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehr­ter Herr Dr. Hin­richs,
      dan­ke für Ihren Kom­men­tar.
      Zur Redu­zie­rung des Schie­nen­lärms gehö­ren für uns auch die gesetz­li­che Begren­zung des zuläs­si­gen Maxi­mal­pe­gels. Selbst­ver­ständ­lich har der akti­ve Lärm­schutz Prio­ri­tät. Dafür bedarf es neu­er Zie­le für den Zeit­raum nach 2020, in dem auch bspw. die Kühl­ag­gre­ga­te und die Strom­ab­neh­mer in den Blick genom­men wer­den müs­sen.
      Mit freund­li­chen Grü­ßen
      Mat­thi­as Gast­el

  3. Lothar Schneider Reply

    Sehr geehr­ter Herr Gast­el,

    ich möch­te Ihnen einen sehr inter­es­san­ten Arti­kel emp­feh­len.
    http://www.behoerden-spiegel.de/2019/08/23/bremst-deutschland-bewusst-beim-laermschutz/?unapproved=98&moderation-hash=d21e36030901b92e306352764cd9c130#comment-98
    “Bremst Deutsch­land bewusst beim Lärm­schutz?”
    Wenn der Güter­ver­kehr auf die Schie­ne soll, dann muss die Eisen­bahn­in­fra­struk­tur voll­stän­dig erneu­ert wer­den. Wenn ich mir dann aber die Vor­ge­hens­wei­se der DB anse­he, kann ich nicht erken­nen, wie das Ziel – mehr Güter auf die Schie­ne – erreicht wer­den soll.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen
    Lothar Schnei­der

  4. Paul Kasjanov Reply

    Hal­lo,

    mei­ner Mei­nung nach sind gan­ze Stre­cken­sper­run­gen, wie z.B. die für Motor­rad­fah­rer, nur eine Ver­la­ge­rung des Lärm.
    Was sagen Sie dazu?

    Im Ort A ist es nun lei­ser, im Ort B gibts es nun dop­pelt soviel Lärm. Es hagelt neue Beschwer­den. Ort B wird gesperrt? Gleich­zei­tig wird E Mobi­li­tät gefor­dert. Eine sys­te­ma­ti­sche Aus­rot­tung des Ver­bren­ners, Ent­eig­nung und Ent­wer­tung mei­nes Fahr­zeu­ges für das ich Jähr­lich Steu­er zah­le, täg­lich Arbei­ten gegan­gen bin, mit mei­nem ver­steu­er­ten Gehalt gekauft habe und auch dafür Steu­er bezahlt habe.

    Grund­recht?

    Es wird eine Mehr­heit bestraft auf­grund einer Min­der­heit die sich nicht rich­tig ver­hält.

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Ob es und in wel­chem Aus­maß es zu stär­ke­ren Lärm­be­läs­ti­gun­gen kommt, hängt von meh­re­ren Aspek­ten ab. Einer davon hängt mit Topografie/Geländeverlauf und Schall­aus­brei­tung ab. Wenn es durch Ver­bo­te zu Ver­la­ge­run­gen kommt, muss es also nicht zwangs­läu­fig zu Pro­blem­ver­la­ge­run­gen im glei­chen Maß­stab kom­men.
      Zu den “Ver­bren­nern”: Es gibt kein Grund­recht, auf immer und ewig einen (fos­si­len) Ver­bren­ner fah­ren zu dür­fen. Die Poli­tik för­dert die E‑Mobilität, weil sich mit der höchst inef­fi­zi­en­ten Ver­bren­nungs­tech­no­lo­gie (Wir­kungs­grad weit unter 50%) kei­ne Kli­ma­zie­le errei­chen las­sen. E‑Motorräder sol­len vom Fahr­ver­bot, wie es der Bun­des­rat for­dert, aus­ge­nom­men wer­den.

  5. Susanne Klug Reply

    Sehr geehr­ter Herr Gast­el,

    sind Sie mit Ihrem Enga­ge­ment gegen Lärm auch im Bereich des nie­der fre­quen­ten Lär­mes aktiv?

    An der Berg­stra­ße, in der Pfalz und in ande­ren Regio­nen gibt es immer mehr Bür­ger-Beschwer­den wegen einer Belas­tung durch tief fre­quen­ten Lärm bzw. Infra­schall. Hier­zu tra­gen Anla­gen zur Ener­gie­er­zeu­gung in erheb­li­chem Maß bei. Da die Ener­gie­wen­de mit dem Kon­zept der dezen­tra­len Ener­gie­ver­sor­gung einen aus mei­ner Sicht gra­vie­ren­den Nach­teil hat, der sicher­lich die Akzep­tanz auf Dau­er gefähr­det. Sicher­lich ist der dezen­tra­le Ansatz in vie­len Din­gen sinn­voll; die Nach­tei­le soll­ten jedoch auch Berück­sich­ti­gung fin­den. Nur so kann das Kon­zept nach­hal­tig sein und die Umset­zung schnel­ler. Ich wer­de mich auf mein Haupt­the­ma beschrän­ken, das ja schon sehr kom­plex ist und die­ses nur kurz schil­dern.

    Ich muss mich seit 2 Jah­ren inten­siv mit dem The­ma beschäf­ti­gen, da ich tie­fer höre als die meis­ten Men­schen und hier durch eine tief fre­quen­te Dau­er­be­schal­lung nicht mehr gesund leben kann. Die­se ist durch ein BHKW und eine Indus­trie­an­la­ge ver­ur­sacht (die natür­lich nicht pri­mär mit Ener­gie­ver­sor­gung zu tun hat). Dabei möch­te ich anmer­ken, dass Auto­bahn­lärm o. ä. weni­ger schlimm ist, da man die­sen ein­schät­zen kann – also nicht an eine Auto­bahn zie­hen muss bzw. durch Schlie­ßen der Fens­ter oder ande­re Maß­nah­men ver­rin­gern kann. Tief fre­quen­ter Lärm – wenn er einen ent­spre­chend hohen Schall­druck hat – lässt sich durch kei­ne durch den beschall­ten Bür­ger mög­li­che Maß­nah­me aus dem Wohn­um­feld abhal­ten. Außer­dem hat er eine nicht vor­her­seh­ba­re Fern­wir­kung, auch dies lässt kei­ne gesi­cher­te Pro­gno­se zu, wo der Lärm auf­schlägt.

    Jede Gemein­de muss ihr Kli­ma­schutz­kon­zept erstel­len, das die Ener­gie­ver­sor­gung vor Ort ermög­licht. Unter­neh­men, beson­ders ener­gie­in­ten­si­ve instal­lie­ren eige­ne Kraft­wer­ke, die ggf. auch Strom ein­spei­sen. Sol­che Anla­gen lau­fen aus Ren­ta­bi­li­täts­grün­den rund um die Uhr jeden Tag. Und so mache ich auf mei­ner Woh­nungs­su­che die Erfah­rung, dass jede Gemein­de EE-Anla­gen wie Heiz­kraft­wer­ke, Wind­rä­der, Bio­gas­an­la­gen und der ein­zel­ne Bür­ger z. B. Luft­wär­me­pum­pen bereits im Ein­satz hat oder plant. Die Anla­gen wer­den geför­dert und sol­len ja auch irgend­wann die Grund­last stem­men. Die Fol­ge jedoch ist, dass Kraft­wer­ke immer näher ans Wohn­um­feld rücken. In unse­rem dicht besie­del­ten Land, kann das Kon­flik­te bedeu­ten. Ich beschrän­ke mich auf Lärm, aber es kann natür­lich auch die Luft­qua­li­tät sein o. a. sein. Die Kraft­wer­ke sind nicht immer gut gegen Schall geschützt. Bis 1 MW ist das auch nicht gefor­dert. Tie­fe Fre­quen­zen wer­den aber auch bei grö­ße­ren Kraft­wer­ken, soweit ich weiß nicht im Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren zwin­gend berück­sich­tigt. Sie sind auch sehr schwer zu pro­gnos­ti­zie­ren. Eine Info habe ich Ihnen hier­zu ange­hängt. So habe ich z. B. Kraft­wer­ke an einer Schu­le gese­hen, das ein­fach in einem Bret­ter­ver­schlag vor sich hin wum­mert, oder in einem Kur­park. An einem Kran­ken­haus war ein Kraft­werk zu bestau­nen, das sicher gut schall­ge­schützt war, aber ein mas­si­ves Wum­mern erzeug­te. Es ist schon fast nor­mal, dass Wär­me­pum­pen vor sich Hin­rau­schen. Nach­barn, die das stört sto­ßen auf wenig Ver­ständ­nis. Nicht jede Anla­ge ist unzu­rei­chend schall­ge­schützt. Aber selbst wenn man sich hier­um bemüht, ist das Poten­zi­al für Lärm per­se sehr hoch, bei die­ser Anla­gen­dich­te. Auch kön­nen im Lau­fe der Jah­re Pro­ble­me hin­zu­kom­men durch Ver­schleiß.

    Ich habe schon vie­le Gegen­den abge­sucht, neh­me hier­bei, soweit vor­han­den, den Ener­gie­at­las des jewei­li­gen Lan­des zu Hil­fe. Es gibt kaum noch eine Gemeinde/Gegend, die weni­ger belas­tet ist, wenn man die Pla­nun­gen berück­sich­tigt, sowie­so nicht. Die meis­ten Men­schen hören den Lärm nicht, aber die die ihn hören, sind teil­wei­se in ihrem Leben und ihrer Gesund­heit sehr beein­träch­tigt. Ich ken­ne vie­le Bei­spie­le; ein paar aus den Medi­en habe ich ange­hängt. Es sind sicher­lich nicht nur die EE-Anla­gen, aber die Viel­zahl die­ser und dazu noch die Indus­trie­an­la­gen, die ja auto­ma­ti­siert auch immer öfter rund um die Uhr arbei­ten kom­men noch hin­zu. Die ver­ant­wort­li­chen Behör­den, bie­ten im Fal­le einer Beschwer­de Mes­sun­gen an. Mir ist bis­her noch kein Fall per­sön­lich oder aus den Medi­en bekannt, der ein Mess­ergeb­nis über dem Grenz­wert erge­ben hät­te. Das bedeu­tet, dass die Behör­de nicht mehr han­deln muss und das Pro­blem wei­ter besteht. Soll­te die Mes­sung doch über dem Grenz­wert lie­gen, kann die Lärm­quel­le auch nicht iden­ti­fi­ziert wer­den, zum einen auf­grund der Viel­zahl der ver­schie­de­nen Anla­gen mitt­ler­wei­le. Es gibt wohl Ver­fah­ren, die eine dif­fe­ren­zier­te Mes­sung erlau­ben, wie mir das Umwelt­bun­des­amt bestä­tig­te. Die­se sind jedoch sehr dif­fe­ren­ziert. Da ist die Fra­ge, ob das die Ämter vor Ort leis­ten kön­nen und auf­grund der Kos­ten auch leis­ten wür­den.

    Der vom Lärm geplag­te Bür­ger hat kei­ne Chan­ce mehr auf eine Bes­se­rung, obwohl in den meis­ten Fäl­len ver­mut­lich Schall­schutz mit ver­tret­ba­rem Auf­wand mög­lich wäre, wie mir ein bera­ten­der Fach­in­ge­nieur erläu­tert hat.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen

    Susan­ne Klug

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehr­te Frau Klug,
      als Ver­kehrs­po­li­ti­ker befas­se ich mich mit den unter­schied­li­chen Aus­wir­kun­gen des Ver­kehrs. Mit der von Ihnen ange­spro­che­nen The­ma­tik hat­te ich mich vor Jah­ren mal ein klein wenig beschäf­tigt, als ein sol­ches Phä­no­men in mei­nem Wahl­kreis auf­ge­tre­ten war. Dar­über habe ich aber lan­ge nichts mehr ver­nom­men und mich auch nicht mehr dar­um geküm­mert, da kein Anlass zu erken­nen war. Ich kann Ihnen dazu also lei­der nicht mehr sagen.
      Mit freund­li­chen Grü­ßen
      Mat­thi­as Gast­el

  6. German Reply

    Ich fin­de, das The­ma Lärm wird viel­fach nur sub­jek­tiv und ein­sei­tig betrach­tet. Es beginnt doch damit, dass man im Haus­halt einen lau­ten Staub­sauger benutzt, auch wenn ein laut­lo­ser Besen genü­gen wür­de. Der Staub­sauger wird natür­lich auch auf Bal­kon und Ter­ras­se ein­ge­setzt, damit auch die Nach­barn mit­be­kom­men, dass hier sau­ber gemacht wird. Ein unauf­fäl­li­ger laut­lo­ser Besen ist da kei­ne Alter­na­ti­ve.

    Bal­kon und Ter­ras­se müs­sen natür­lich zusätz­lich regel­mä­ßig “gekärchert” wer­den. Schreck­lich dies unauf­fäl­lig nur mit einem Putz­lap­pen zu säu­bern.

    Belä­chelt wer­de ich auch im Gar­ten, wenn ich fast geräusch­los mit Hacker und Spa­ten arbei­te. Da müs­sen rich­ti­ge Motor­frä­sen ein­ge­setzt wer­den, je lau­ter des­to bes­ser. Ganz egal, dass es laut­los schnel­ler und bes­ser geht und für alle Betei­lig­ten gesund­heit­li­che Vor­tei­le hat.

    Hart­nä­ckig hielt sich der Ver­dacht, dass mei­ne laut­lo­se PV-Anla­ge nichts tau­gen kann. Erst nach fast 20 Jah­ren haben nun doch alle mei­ne Nach­barn begon­nen auch ent­spre­chen­de Anla­gen auf ihre Dächer zu instal­lie­ren. Aber die Geräusch­lo­sig­keit ist immer noch ver­däch­tig, so dass eini­ge Nach­barn gleich­zei­tig auf Brenn­wert-Hei­zun­gen umge­stellt haben. Natür­lich mit mög­lichst klei­nem Luft­durch­mes­ser, damit man die Ansaug- und Abluft­ge­räu­sche laut­stark hören kann. Je lau­ter die Hei­zung, des­to bes­ser muss sie wohl sein.

    Seit mehr als 12 Jah­ren fah­re ich laut­los elek­trisch. Nie habe das feh­len­de Geräusch ver­misst. Erst mit dem sinn­lo­sen Zwangs­ge­räusch beginnt nun die Ver­brei­tung und der ers­te Nach­bar hat nun auch ein Elek­tro­fahr­zeug gekauft, das im Unter­schied zu mei­nen, allen Anwoh­nern bereits mor­gens den Schlaf raubt.

    Irgend­et­was läuft schief, bei vie­len Ein­zel­nen und ins­ge­samt in der Poli­tik. Ich weiß nicht was das für eine Krank­heit ist. Viel­leicht Kärche­ris­mus?

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Dass Lärm vie­le Facet­ten hat ist ja rich­tig. Und doch muss man sich um ein­zel­ne Lärm­quel­len küm­mern, die beson­ders beläs­ti­gend sind und sich nicht im Gespräch von Nach­bar zu Nach­bar ver­rin­gern las­sen. Ich habe Nach­barn schon ange­spro­chen, wenn mir etwas zu laut war und das hat gehol­fen. Bei Motor­rad­lärm und ande­ren Lärm­quel­len muss auf ande­rer Ebe­ne gehan­delt wer­den.

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