Studie betätigt: 15-Minuten-Takt nach Filderstadt möglich!

24.08.2018

Taktlage des Gäubahn-IC noch zu klären

Eine im Auftrag des Verband Region Stuttgart (VRS) erstellte Studie bestätigt das Ergebnis der von mir geförderten Bachelor-Arbeit: Der Viertelstundentakt nach Filderstadt (und Neuhausen) ist möglich!

Wörtlich heißt es in der Sitzungsvorlage des VRS, der Aufgabenträger für die S-Bahn ist:

“Der Gutachter kommt zu dem Ergebnis, dass die Weiterführung der S2 im 15-Minunten-Takt sowohl bis zum Flughafen als auch bis Filderstadt grundsätzlich möglich ist. Es gibt allerdings noch einen Konflikt mit der in der derzeitigen Planungsgrundlage verwendeten Trassenlage des Gäubahn IC, der noch zu lösen ist. Betrieblich am stabilsten ist die vollständige Weiterführung bis Neuhausen. Die S3 wird dann in Vaihingen enden und wenden. Es ergibt sich voraussichtlich ein Fahrzeugmehrbedarf von bis zu drei Fahrzeugen (je nach gewählter Wendezeit).”

Dazu meine Anmerkung: Der Fahrplan für den Gäubahn-IC steht noch nicht fest. Für diesen Fernverkehrszug (Stuttgart – Zürich), der die S-Bahn-Strecke zwischen der Rohrer Kurve (die zu diesem Zweck gebaut werden muss) und dem Flughafen nutzen soll, gibt es mehrere denkbare Fahrplanlagen. Die Fahrplanlage, die für die Studie des VRS zugrunde gelegt wurde, würde auf der S-Bahn-Trasse zu einem Konflikt zwischen S-Bahn und IC führen. Es ist also definitiv nicht der eingleisige Tunnel zwischen den Stationen Flughafen/Messe und Filderstadt, der die Restriktion für eine Taktverdichtung darstellt. Zu diesem Ergebnis war auch David Glaser in seiner oben erwähnten Bachelor-Arbeit gekommen. Vielmehr ist es der Plan, die Züge der Gäubahn über die dafür nicht gebaute S-Bahn-Trasse zu führen, der die Taktverdichtung erschwert. Eine Lösung wird nicht einfach, scheint mir aber möglich zu sein, wenn es den festen Willen gibt, Filderstadt besser an die S-Bahn anzubinden.

Der IC wird erst nach Fertigstellung des Planfeststellungsabschnitts 1.3a (südliche Flughafenanbindung) über die S-Bahn-Trasse fahren können. Dies wir nach heutigem Kenntnisstand erst etwa zwei Jahre nach Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofs von Stuttgart 21 (hier ist aktuell vom Jahr 2025 die Rede) der Fall sein können. Die Anbindung des Flughafens gilt als eine der schwierigsten Herausforderungen des Milliardenprojektes.

Erforderlich ist, darauf wird in der Sitzungsvorlage des VRS hingewiesen, ein “Fahrzeugmehrbedarf von bis zu drei Fahrzeugen” für die S-Bahn.

Die Sitzungsvorlage des VRS enthält auch eine “Realisierungskonzeption”:

Demnach ist ab dem Jahr 2022 die Auslieferung neuer S-Bahn-Fahrzeuge möglich. Ein entsprechender Beschluss hierzu wurde jedoch noch nicht gefasst. Die Einführung des 15-Minuten-Taktes nach Filderstadt/Neuhausen ist nach der Konzeption des VRS zum Jahr 2028 angedacht.

Dazu meine Anmerkung: Ob neue S-Bahn-Fahrzeuge tatsächlich bis zum Jahr 2022 zur Verfügung stehen können müsste gesondert geprüft werden, zumal die bisherigen Fahrzeugmodelle nicht mehr nachbestellt werden können. Das Jahr 2028 als Zieljahr für die Verdichtung des Taktes auf 15 Minuten scheint mir hingegen wenig ambitioniert zu sein. Ich sehe keinen Grund, hierfür so lange zu warten.

Im Protokoll zur Sitzung des Verkehrsausschusses, in dem am 23. Juli 2018 die Vorlage beraten wurde, heißt es: “Gegen den Vorschlag von Herrn Bopp, eine überarbeitete Sitzungsvorlage nach der Sommerpause zu beraten, bestehen keine Einwände aus der Mitte des Gremiums.”

Mein Kommentar zum Viertelstundentakt:

“Wie erwartet, hat die Studie im Auftrag der Region das Ergebnis der von mir geförderten Bachelorarbeit bestätigt. Ein Viertelstundentakt nach Filderstadt und Neuhausen ist möglich! Das freut mich sehr, denn das ist eine sehr gute Nachricht für die Menschen auf den verkehrlich hoch belasteten Fildern. Notwendig sind jetzt drei Dinge: Ein Grundsatzbeschluss für die Taktverdichtung, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestmögliche Klärung der Trassensituation zwischen der Rohrer Kurve und dem Flughafen sowie die Beantwortung der Fahrzeugfrage. Jetzt sollte alles in die Wege geleitet werden, um so zügig wie möglich die Züge alle Viertelstunde von und nach Filderstadt fahren zu lassen. Ich bin mir sicher, dass dies viele Menschen zum Umstieg vom Auto auf die Bahn bringen würde.”

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