AfD: Mit Pessimismus ins Destruktive

Quel­le: ARD-Deutsch­land-Trend Janu­ar 2020

24.01.2020

Grüne auch bei Zuversicht der Gegenpol zur AfD

Die­ser kras­se par­tei­po­li­ti­sche Unter­schied zwi­schen Zuver­sicht und extre­mer Beun­ru­hi­gung – wohl auch Pes­si­mis­mus – ließ mir län­ger kei­ne Ruhe. Ich frag­te mich, wovon poli­ti­sche Ein­stel­lun­gen, Hal­tun­gen und Umgangs­wei­sen getrie­ben wer­den. Woher rührt die Moti­va­ti­on, sich poli­tisch zu betä­ti­gen? Was ist der Aus­gangs­punkt und was das Ziel poli­ti­scher Arbeit?

Wer gute Ideen hat, an die sie/er selbst eben­so glaubt wie dar­an, ande­re davon über­zeu­gen zu kön­nen, wird trotz viel­leicht vor­han­de­ner Ängs­te und bis­wei­len auf­tre­ten­der Zwei­fel grund­sätz­lich opti­mis­tisch gestimmt und ange­trie­ben sein. Die Mischung aus Zukunfts­sor­gen und Zuver­sicht ist ein guter Antrieb für kon­struk­ti­ves Enga­ge­ment und den Wunsch nach der Mit­ge­stal­tung von Ver­än­de­run­gen in einer demo­kra­tisch ver­fass­ten Gesell­schaft.

Pes­si­mis­tisch ein­ge­stell­te Men­schen suchen und fin­den häu­fig einen ver­meint­lich Schul­di­gen für das eige­ne per­sön­li­che Befin­den und dafür, wes­halb die Wirk­lich­keit anders wahr­ge­nom­men wird als sie oder er es sich vor­stellt. So fin­den sich bei die­sen Men­schen häu­fig auch kaum posi­ti­ve Ansät­ze zur Bewäl­ti­gung von poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen. Nicht sel­ten wird dann die ver­meint­li­che Schuld bei ande­ren Per­so­nen, Per­so­nen­grup­pen oder „der Poli­tik“ im All­ge­mei­nen gese­hen. Dann ist die not­wen­di­ge Dif­fe­ren­zie­rung nicht mehr mög­lich. Im Extrem­fall wird Hass auf all die­je­ni­gen auf­ge­baut, die für schul­dig befun­den wer­den und womög­lich noch dazu auf die­je­ni­gen, die der eige­nen Logik nicht fol­gen wol­len.

Mein per­sön­li­cher Antrieb, mich seit Jugend­ta­gen an poli­tisch zu enga­gie­ren, ist die Befürch­tung, dass unse­re eine Erde immer weni­ger lebens­wert wird, weil wir Men­schen all­zu häu­fig ego­is­tisch unter­wegs sind und mit unse­ren Res­sour­cen nicht sorg­sam genug umge­hen. Ich weiß aber, dass es Erkennt­nis­se in Wis­sen­schaft, Poli­tik und Gesell­schaft gibt, wonach auf vie­len Ebe­nen umge­steu­ert wer­den muss. Ich sehe über­zeu­gen­de Ideen dafür und vie­le – auch jun­ge – Men­schen, die sich für poli­ti­sche Ver­än­de­run­gen hin zu mehr Kli­ma­schutz, Natur‑, Umwelt- und Res­sour­cen­schutz ein­set­zen. Das stimmt mich zuver­sicht­lich. Die­ser Opti­mis­mus – gepaart mit Zukunfts­sor­gen – ist wei­ter­hin mein Antrieb, für not­wen­di­ge poli­ti­sche Ver­än­de­run­gen zu arbei­ten und im demo­kra­ti­schen Dis­kurs für Unter­stüt­zung und Mehr­hei­ten zu wer­ben.

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