Alpenquerende Güterverkehre auf die Bahn!

29.01.2021

Gespräch mit der stv. „Ministerpräsidentin“ von Tirol

Die Tran­sit­ver­keh­re durch die Alpen stel­len für die­sen ein­zig­ar­ti­gen Natur­raum und die dort leben­den Men­schen eine star­ke Belas­tung dar. Mit der Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­te­rin (ver­gleich­bar mit einer stell­ver­tre­ten­den Minis­ter­prä­si­den­tin) von Tirol, Ingrid Feli­pe (Grü­ne), sprach ich über die­se Problematik.

Im vor­letz­ten Jahr war ich noch im öster­rei­chi­schen Inn­tal unter­wegs, infor­mier­te mich über die Belas­tun­gen durch den Ver­kehr auf der Bren­ner­au­to­bahn, traf mich mit Feli­pe und ließ mich durch die Bau­stel­le des Bren­ner­ba­sis­tun­nels füh­ren. Nach­dem Ingrid Feli­pe auf unser neu­es grü­nes Bahn­pa­pier auf­merk­sam gewor­den war und gese­hen hat­te, dass wir für die Ver­rin­ge­rung des alpen­que­ren­den Lkw-Ver­kehrs eine Son­der­maut for­dern, kam ein erneu­tes Gespräch zustan­de. Für Tirol (Öster­reich), aber auch für Süd­ti­rol (Ita­li­en), stellt sich die Situa­ti­on so dar: Weit über zwei Mil­lio­nen Last­wa­gen nut­zen jähr­lich die Bren­ner­au­to­bahn[1]. In Spit­zen­mo­na­ten sind es weit über 200.000 Las­ter. Der Bren­ner stellt die bil­ligs­te Rou­te über die Alpen dar. Die Schweiz hat eine weit­aus höhe­re Maut für Last­wa­gen und wird häu­fig gemie­den. Dafür neh­men Trans­por­teu­re Umwe­ge durch Tirol in Kauf. Öster­reich unter­nimmt viel, um die Lkw-Mas­sen zu redu­zie­ren und Güter­ver­keh­re auf die Schie­ne zu ver­la­gern. So dür­fen nur moderns­te Last­wa­gen der Schad­stoff­klas­se Euro 6 über­haupt im Tran­sit fah­ren. Nachts darf nur ver­derb­li­che und eili­ge Ware per Last­wa­gen beför­dert wer­den. An Tagen mit beson­ders hoher Belas­tung wird die Anzahl der Fahr­zeu­ge beschränkt. Es ist mehr als bedau­er­lich, dass das Land hier­für von Deutsch­land kei­ne Unter­stüt­zung erhält. Ich habe deut­lich gemacht, dass wir als Grü­ne die deut­li­che Aus­wei­tung und Erhö­hung der Lkw-Maut[2] eben­so unter­stüt­zen wie den Aus­bau der Schie­nen­we­ge im „Bren­nern­ord­zu­lauf“. Letz­te­rer hat­te am Vor­tag einen Schritt nach vor­ne gemacht: Die Regie­rung von Ober­bay­ern als zustän­di­ge Raum­ord­nungs­be­hör­de hat­te vier von fünf Tras­sen­va­ri­an­ten die Raum­ver­träg­lich­keit beschei­nigt. Nach Ostern wird die Deut­sche Bahn vor­stel­len, wel­che dann die Vor­zugs­va­ri­an­te sein soll. Der Aus—und Neu­bau ist erfor­der­lich, um die erfor­der­li­chen Kapa­zi­tä­ten für die Ver­la­ge­rung von Güter­ver­keh­ren auf die Schie­ne leis­ten zu kön­nen. Not­wen­dig ist, auch hier­in sind wir uns einig, dass gera­de auf deut­scher Sei­te mehr Ter­mi­nals gebaut wer­den müs­sen, in denen Fracht von Lkw auf die Bahn ver­la­den wer­den kann.

[1] In 2019 waren es 2,4 Mil­lio­nen und in 2020 (trotz Coro­na-Ein­brü­chen im März und April) immer noch 2,3 Mil­lio­nen LKW im Transitverkehr.

[2] Die Höhe der Maut­sät­ze für Last­wa­gen ist durch EU-Recht qua­si gedeckelt.

 

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