Autokauf: VCD-Umweltliste für Kaufentscheidung

16.10.2017 

Unsi­cher­hei­ten lässt die Lis­te schrump­fen

Der alter­na­ti­ve „Ver­kehrs­club Deutsch­land“ VCD hat sei­ne neue Auto-Umwelt­lis­te vor­ge­legt. Die­se ist als Ent­schei­dungs­hil­fe für Kauf­ent­schei­dun­gen zu ver­ste­hen. Ange­sichts des Die­sel­skan­dals wur­den dies­mal nur Autos auf­ge­nom­men, für die vom Her­stel­ler Umwelt­da­ten gelie­fert wur­den und von denen rea­le Daten durch Stra­ßen­mes­sun­gen vor­lie­gen.

Die­ser Staub­pro­ben­samm­ler aus Stutt­gart hat sich bin­nen 24 Stun­den von der wei­ßen Aus­gangs­far­be in Schwarz ver­wan­delt.

Wei­te­re Kri­te­ri­en: Die Fahr­zeu­ge dür­fen nicht mehr als 150 Gramm Koh­len­di­oxi­de aus­sto­ßen, Die­sel müs­sen den aktu­el­len Euro 6‑Grenzwert ein­hal­ten, Ben­zi­ner mit Direkt­ein­sprit­zung müs­sen über Par­ti­kel­fil­ter ver­fü­gen und die Autos dür­fen nicht lau­ter als 73 Dezi­bel sein. In die Posi­tiv-Lis­te geschafft haben es schließ­lich sechs Ben­zin-Hybri­de, fünf Erd­gas-Autos, 13 Ben­zi­ner und 10 Elek­tro­au­tos. Die gelis­te­ten Fahr­zeu­ge wer­den in den kom­men­den Jah­ren noch in jeder Umwelt­zo­ne gefah­ren wer­den dür­fen. Wes­halb befin­den sich kei­ne Die­sel­fahr­zeu­ge in der Lis­te, obwohl die­se „nicht nur auf dem Rol­len­prüf­stand, son­dern auch auf der Stra­ße sau­ber sein kön­nen“, wie der VCD betont? Dies hat meh­re­re Grün­de: Stand der Tech­nik ist „Selec­ti­ve Cata­ly­tic Reduc­tion“ (SCR), eine auf­wän­di­ge Abgas­nach­be­hand­lungs­an­la­ge, die Stick­oxi­de wirk­sam redu­ziert. Noch lie­gen aber sehr weni­ge Ergeb­nis­se von den Real­wer­ten sol­cher Fahr­zeu­ge vor. Der VCD kann nur einen nen­nen, näm­lich den Mer­ce­des E 220 d. Da er aber einen hohen Ver­brauch und damit zu hohe CO2-Emis­sio­nen auf­weist, kann er nicht emp­foh­len wer­den.

Zu E‑Autos: Für die Roh­stoff­ge­win­nung u. a. für die Bat­te­rie­pro­duk­ti­on schlep­pen Elek­tro­au­tos einen grö­ße­ren öko­lo­gi­schen Ruck­sack mit sich her­um als Ver­brenn­erfahr­zeu­ge für ihre Pro­duk­ti­on. Im Betrieb kann sich die­se wie­der aus­glei­chen – aber nicht, wenn E‑Autos von Wenig­fah­rern oder als Zweit­wa­gen ein­ge­setzt wer­den. Sie bie­ten sich an in regel­mä­ßig genutz­ten Fuhr­parks (so bspw. fürs Car­Sha­ring) und für Pend­ler bei täg­li­chen Fahr­ten von 30 und mehr Kilo­me­tern pro Stre­cke.

Zu Erd­gas-Autos: Da sie ver­hält­nis­mä­ßig wenig CO2 emit­tie­ren und den Kraft­stoff sau­ber ver­bren­nen fin­den sich die­se Fahr­zeu­ge auf der Lis­te wider. Ein wei­te­rer Vor­teil liegt lt. VCD dar­in, dass aus Abfall- und Rest­stof­fen erzeug­tes Methan ins Erd­gas­netz ein­ge­speist wer­den und so den Bedarf an fos­si­lem Erd­gas redu­zie­ren kann.

Die VCD-Auto­um­welt­lis­te ist Teil einer klei­nen Bro­schü­re mit wei­te­ren Infor­ma­tio­nen, die unter https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Auto_Umwelt/VCD_Auto-Umweltliste/AuLi-17–18/AULi_17_Download.pdf abge­ru­fen wer­den kann.

 

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