Batteriezellentwickler in Frickenhausen

In mei­nen Hän­den hal­te ich eine Bat­te­rie­zel­le. Die­se wer­den zu Bat­te­rien zusam­men­ge­setzt, hier im Vor­der­grund zu sehen für ein grö­ße­res Auto.

31.07.2022

Besuch bei Farasis

Das Unter­neh­men Fara­sis, das im Jahr 2002 in den USA gegrün­det wur­de, hat sich dem Durch­bruch der Elek­tro­mo­bi­li­tät ver­schrie­ben. Es stellt seit dem Jahr 2009 Lithi­um-Ionen-Ener­gie­spei­cher her und bezeich­net sich sel­ber als „welt­weit füh­rend“. Zunächst wur­den die Bat­te­rien für die Mikro­mo­bi­li­tät, spä­ter dann auch für Autos, ent­wi­ckelt und her­ge­stellt.

Die Fara­sis Ener­gy Euro­pe GmbH hat seit weni­gen Jah­ren ihren Sitz in Fri­cken­hau­sen (zuvor kurz­zei­tig am Flug­ha­fen Stutt­gart), um von hier aus den wich­ti­gen euro­päi­schen Markt zu bedie­nen. In Fri­cken­hau­sen befin­det sich das Ent­wick­lungs­zen­trum. Wich­ti­ge Part­ner im Auto­mo­bil­be­reich sind Daim­ler (mit drei Pro­zent an Fara­sis betei­ligt) und der chi­ne­si­sche Auto­mo­bil­kon­zern Geely. Mit dem deut­schen Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer Hel­la wird gemein­sam ein modu­la­res Bat­te­rie­ma­nage­ment­sys­tem für den Ein­satz in Elek­tro­fahr­zeu­gen ent­wi­ckelt. Ziel ist, die Ener­gie­dich­te in den Spei­cher­me­di­en zu erhö­hen und die Lade­zeit wei­ter zu ver­kür­zen. Die Bat­te­rien wer­den in Autos, Bus­sen und Last­wa­gen ver­baut. Pro­du­ziert wird der­zeit noch allei­ne in Chi­na. In Bit­ter­feld (Sach­sen-Anhalt) wur­de ein Grund­stück für ein mög­li­ches Werk erwor­ben. Momen­tan kon­zen­triert sich das Unter­neh­men jedoch dar­auf, eine wei­te­re Pro­duk­ti­ons­stät­te in Chi­na zu bau­en. In Chi­na wür­den euro­päi­sche Umwelt- und Sozi­al­stan­dards ein­ge­hal­ten. Die Kun­den wür­den dies erwar­ten.

Der Bat­te­rie­her­stel­ler Fara­sis ver­fügt über eine jähr­li­che Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät von 21 GWh (Stand 2020) und beschäf­tigt welt­weit rund 5.000 Mit­ar­bei­ten­de, 150 davon in Fri­cken­hau­sen. An die­sem Stand­ort, der die Euro­pa­zen­tra­le dar­stellt, fin­det unter ande­rem die Soft­ware­ent­wick­lung statt und es wer­den Pro­to­ty­pen pro­du­ziert.

Zur Ein­schät­zung der wei­te­ren Ent­wick­lung von Spei­cher­zel­len (Zel­len sind die kleins­ten Spei­cher­ein­hei­ten) und Bat­te­rien: Die Ener­gie­dich­te kann wei­ter gestei­gert wer­den. Alle drei Jah­re ist eine Evo­lu­ti­on zu erwar­ten. Das Tem­po, in dem Fort­schrit­te erzielt wer­den, dürf­te sich aber ver­lang­sa­men. Eine höhe­re Ener­gie­dich­te bedeu­tet ten­den­zi­ell eine grö­ße­re Her­aus­for­de­rung für die Sicher­heit. Die Lang­le­big­keit der heu­ti­gen Bat­te­rien für Pkw wird auf 350.000 Kilo­me­ter ein­ge­schätzt (dann noch 80 Pro­zent der ursprüng­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit). Kobalt sei noch erfor­der­lich, sein Anteil sin­ke jedoch.