Viele Unternehmen befinden sich derzeit in einer Krise, finden für ihre Produkte keinen ausreichenden Absatz mehr und müssen schwierige Sparrunden und Transformationsprozesse durchlaufen. Bei Zeppelin ist dies weitgehend anders. Gerade die Sparte „Baumaschinen“ boomt. Ich habe das Werk in Garching bei München besucht.
Firmengründer war Ferdinand Graf von Zeppelin, bekannt geworden durch sein Luftschiff. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete im Jahr 1950 die auf Vermächtnis des Grafen entstandene und von der Stadt Friedrichshafen verwaltete Zeppelin-Stiftung die Metallwerk Friedrichshafen GmbH, die heutige Zeppelin GmbH. Zur Stiftung gehört auch ZF Friedrichshafen. Beide Unternehmen sind jedoch unabhängig voneinander.
Die Zeppelin Gruppe ist heute ein weltweit tätiger Anbieter technischer Lösungen für Bauwirtschaft, Infrastruktur, Energie und Industrie. Über 12.000 Mitarbeitende in 29 Ländern arbeiten im Anlagenbau, Beratung, Vertrieb und Vermietung und erwirtschafteten zuletzt 4,4 Milliarden Euro. Eine von vier Marken ist „Zeppelin Systems“ (Anlagenbau). Hier wurden zuletzt 440 Millionen Euro umgesetzt, aber nur noch eine schwarze Null erwirtschaftet. Produktionskapazitäten sind deutlich unterausgelastet. Der Grund liegt in der gesunkenen Nachfrage aus der Chemie- und Rohstoffbranche. Hier wurde und wird in Friedrichshafen Personal abgebaut. Gut läuft es hingegen bei „Power Systems (Energielösungen). Zeppelin liefert hier Antriebe und Energiesysteme für Schiffe, Schienenfahrzeuge und baut Notstromaggregate. Zudem wird mit Strom für Baustellen gehandelt.
Caterpillar ist einer der weltweit größten Hersteller von Baumaschinen. Die Zeppelin Baumaschinen GmbH ist seit 1954 in Deutschland Vertriebs- und Servicepartner von Caterpillar. Produziert werden die Baumaschinen – außer in Australien – in allen Kontinenten, leider aber nicht in Deutschland.
Geboten werden Leasing, Mietkauf, Miete, All-inclusive-Finanzierung oder individuelle Mischformen. Knapp 1.200 Mitarbeitende und ein großes Ersatzteillager ermöglichen einen schnellen Service. Insgesamt beschäftigt die Zeppelin Baumaschinen GmbH in Deutschland knapp 2.000 Menschen. Im Jahr 2025 erwirtschafteten diese einen Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro. Damit ist die Zeppelin Baumaschinen GmbH die größte Gesellschaft des Zeppelin Konzerns. Durch Zukäufe von Vertriebs- und Servicegeschäften in Norwegen und den Niederlanden ist das Geschäft kräftig gewachsen. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und die Auftragseingänge stiegen im Jahr 2025 um 30 Prozent. Vertrieben werden Minibagger, Kettenbagger, Radlader, Muldenkipper im Bereich von 1 bis 150 Tonnen Einsatzgewicht.
Wir sprachen vor Ort auch über die Personalentwicklung. Während an der einen Stelle Personal abgebaut wird, ist zeitgleich zu lesen: „Wir suchen händeringend Servicetechniker.“ Es sei bezeichnend, wenn es in Deutschland noch nicht einmal gelinge, Menschen für Jobs in Wachstumsmärkten zu begeistern, so Vorstandschef Matthias Benz. Gesucht werden insbesondere Elektriker/innen. Leider ist es aber nicht so, dass für Zeppelins Baumaschinengeschäfte die Bäume in den Himmel wachsen. Man spüre die Baukrise und leider nichts vom Sondervermögen, wurde uns berichtet.
Auch die Firma ZF hat ihren Firmensitz in Friedrichshafen. Dort war ich schon mehrfach zu Gesprächen, siehe https://www.matthias-gastel.de/unterwegs-in-sachen-maritimer-industrie/
Quellen neben den persönlichen Gesprächen: Südkurier vom 18.04.2026; Südkurier vom 15. Juli 2026
