Beim Bauunternehmen Leonhard Weiss in Göppingen

22.07.2017

Gleis­bau als The­ma

Das Bau­un­ter­neh­men Leon­hard Weiss ist eines der größ­ten und tra­di­ti­ons­reichs­ten in Deutsch­land. Und es weist eine sehr inter­es­san­te Palet­te an Kom­pe­tenz­fel­dern auf.

Ob der Bau von Stra­ßen- und Schie­nen­we­gen, Lärm­schutz­wän­den und Bahn­stei­gen, ob der Bau von Woh­nun­gen, Klär­an­la­gen und Sport­plät­zen – das im Jahr 1900 gegrün­de­te Unter­neh­men Leon­hard Weiss ist vor­ne dabei. Der Umsatz des Unter­neh­mens mit Haupt­sitz in Göp­pin­gen, das sich voll­stän­dig im Fami­li­en­be­sitz befin­det, liegt bei 1,2 Mil­li­ar­den Euro pro Jahr. Knapp 5.000 Men­schen arbei­ten für Weiss, die meis­ten drau­ßen auf dem Bau. Weiss wur­de als Top-Arbeit­ge­ber und ‑Aus­bil­der (238 Azu­bis in 17 Beru­fen) aus­ge­zeich­net.

Unser The­ma ist vor allem der Bereich Gleis­bau. Das Unter­neh­men äußert den Wunsch, dass mehr prä­ven­ti­ve Stre­cken­in­stand­hal­tung betrie­ben wird. Den Wunsch tei­le ich. Doch Bun­des­mit­tel gibt es eben für Ersatz­maß­nah­men, nicht für die Instand­hal­tung. Um die Häu­fig­keit von Stre­cken­sper­run­gen zu ver­rin­gern, soll­ten mög­lichst meh­re­re Instand­hal­tungs- oder Ersatz­maß­nah­men gleich­zei­tig gemacht wer­den. Auch die­se For­de­rung unter­stüt­ze ich. Kon­sens gibt es auch beim Wunsch nach einer Ver­ste­ti­gung der Inves­ti­ti­ons­mit­tel, um den Mit­ar­bei­ter­ein­satz bes­ser pla­nen zu kön­nen. Das Unter­neh­men, das ein eige­nes Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men betreibt und meh­re­re Loko­mo­ti­ven sein Eigen nennt, trans­por­tiert sei­ne Bau­ma­schi­nen und die Bau­stof­fe teil­wei­se auf dem Schie­nen­weg.

Ein wei­te­res The­ma, das wir bespre­chen, ist das Bau­stoff­re­cy­cling. Weiss ver­wer­tet u. a. Gleis­schot­ter nach der Rei­ni­gung und der Bear­bei­tung wie­der, nicht aber Bau­sand.

Etwas län­ger tau­schen wir uns noch über die Per­so­nal­si­tua­ti­on aus. Nach­wuchs zu fin­den sei schwie­rig, bekom­men wir zu hören. Das lie­ge an der Schicht- und aus­wär­ti­gen Arbeit. Stich­wort Arbeit auf Mon­ta­ge: Das Unter­neh­men wie auch die meis­ten Beschäf­tig­ten wür­den ger­ne fle­xi­bler mit den Arbeits­zei­ten umge­hen dür­fen. „Wer aus­wärts und damit wei­ter weg von der Fami­lie arbei­ten muss wür­de meist ger­ne mehr Stun­den am Tag arbei­ten dür­fen, um frü­her wie­der nach­hau­se fah­ren zu kön­nen“, so die Aus­sa­ge. Auch die Ren­te mit 67 als Her­aus­for­de­rung für kör­per­lich belas­ten­de Arbeit dis­ku­tie­ren wir. Die Arbeit sei durch Maschi­nen zwar wesent­lich ein­fa­cher gewor­den. Aber die Arbeit drau­ßen bei Wind und Wet­ter sei immer noch belas­tend. Lebens­ar­beits­zeit­kon­ten mit der Mög­lich­keit, in jun­gen Jah­ren mehr zu arbei­ten als heu­te erlaubt ist, kön­ne einer von meh­re­ren Ansät­zen sein.

Und noch eine Bit­te an die Poli­tik bekom­men wir zu hören: Bei öffent­li­chen Aus­schrei­bun­gen soll­te es stren­ge­re Umwelt­stan­dards wie CO2-Vor­ga­ben und Ruß­par­ti­kel­fil­ter geben.

Mit einem Rund­gang über das Werks­ge­län­de und der Vor­stel­lung diver­ser Bau­ma­schi­nen ende­te der Ter­min bei Leon­hard Weiss.

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