Bericht vom Thementag „Mobil in der Region mit dem Fahrrad“

Radkutsche21.08.2015 

 

Beim „The­men­tag“ gehe ich einer mir sel­ber auf­ge­ge­be­nen Fra­ge­stel­lung nach. Bei mei­nen letz­ten The­men­ta­ge ging es bei­spiels­wei­se um unse­re Ernäh­rung, die Wirt­schaft der Regi­on, das reli­giö­se Leben und den Tier­schutz. Dies­mal stand der Rad­ver­kehr in der Regi­on im Mit­tel­punkt mei­ner Unter­neh­mens­be­su­che.

 

 

Ers­te Sta­ti­on bei der „Rad­kut­sche“ in Mös­sin­gen

Der Her­stel­ler von Las­ten­rä­dern fei­ert in die­sen Tagen sein Zehn­jäh­ri­ges. Und zu fei­ern gibt es viel, denn die Geschäf­te lau­fen gut. Begon­nen hat das Unter­neh­men mit dem Bau von Rik­schas. Inzwi­schen wer­den über­wie­gend Las­ten­rä­der für den Güter­trans­port gebaut. Die Fahr­rä­der mit den drei Rädern und der Elek­tro­un­ter­stüt­zung wer­den in modu­la­rer Bau­wei­se gebaut. Am bes­ten läuft das Las­ten­rad mit der geschlos­se­nen Box. Die­se kann mit Waren auf einer Euro­palet­te bela­den wer­den. Das maxi­ma­le Zula­dungs­ge­wicht liegt bei 250 Kilo­gramm. In Ber­lin wer­den mit die­sen Rädern u. a. Gas­tro­no­mie­be­trie­be belie­fert. Das habe ich mir vor Ort schon mal ange­schaut. In der Schweiz ver­lei­hen Super­märk­te die Las­ten­rä­der von Rad­kut­sche an ihre Kun­den, damit die­se ihre Ein­käu­fe nach Hau­se trans­por­tie­ren kön­nen. Im Bereich des Per­so­nen­trans­ports gehö­ren u. a. Kitas, vie­le davon in den Nie­der­lan­den, zu den Kun­den. Bis zu 12 (!) Kin­der fin­den auf den Auf­bau­ten Platz. Der Geschäfts­füh­rer schaut recht ent­spannt in die Zukunft. Die Nach­fra­ge im lau­fen­den Jahr liegt um das sechs­fa­che über der des Vor­jah­res. Zugleich sieht er den Markt aber in Bewe­gung. Wegen der hohen Nach­fra­ge nach Las­ten­rä­dern erwar­tet er, dass die gro­ßen Her­stel­ler eines Tages in die Pro­duk­ti­on von Las­ten­rä­dern ein­stei­gen wer­den. Bis­her liegt die Las­ten­rad­pro­duk­ti­on noch fest in der Hand klei­ner, hand­werk­li­cher Unter­neh­men.

Zwei­te Sta­ti­on bei „Quan­tor“ in Den­ken­dorf

„Jeder bekommt das Rad, das er will – Indi­vi­dua­li­tät statt Mas­sen­wa­re“ – so das Mot­to der Fahr­rad-Manu­fak­tur. Ange­fan­gen hat das Unter­neh­men mit dem Han­del von Fahr­rad­tei­len. Vor weni­gen Jah­ren kam der Bau eige­ner Moun­tain- und Trek­king­rä­der hin­zu. Inzwi­schen besteht das Ange­bot aus fünf Model­len. Zwei davon sind Pedel­ecs. Die Tei­le, so auch die Alu-Rah­men, stam­men über­wie­gend aus der Regi­on oder zumin­dest aus Deutsch­land. Im lau­fen­den Jahr wur­den bereits 140 der in hand­werk­li­cher Arbeit gefer­tig­ten Räder ver­kauft. Die Kun­den sind über­wie­gend Sport­ler, aber auch Berufs­pend­ler sind dar­un­ter. Eine Beson­der­heit der Räder ist, dass die­se nicht mit Ket­ten, son­dern mit Rie­men ange­trie­ben wer­den. Die­se sind zwar teu­rer, dafür aber lang­le­bi­ger als Ket­ten und müs­sen nicht geölt wer­den. Der Ver­trieb läuft nicht über den Fach­han­del, son­dern über den eige­nen Laden in Den­ken­dorf und online. Dass dies funk­tio­niert zeigt die Tat­sa­che, dass die Räder inzwi­schen sogar bis in die Schweiz ver­kauft wer­den.

Drit­te Sta­ti­on bei „Syn­ap­ti­con“ in Fil­der­stadt

Mit der Fir­ma „Syn­ap­ti­con“ habe ich an mei­nem Wohn­ort in Fil­der­stadt ein eben­so jun­ges (gegrün­det im Jahr 2010) wie erfolg­rei­ches Unter­neh­men besucht. Die rund 30 Mit­ar­bei­te­rIn­nen, fast alle mit Inge­nieurs­stu­di­um, beschäf­ti­gen sich mit Robo­tik und Auto­ma­ti­sie­rung für vier Berei­che: 1. Indus­trie, 2. Ver­brau­cher (u. a. sich selbst steu­ern­de Rasen­mä­her), 3. Pro­fes­sio­nel­le Ser­vice-Robo­ter, die bei­spielswie­se den Pati­en­ten in Kran­ken­häu­sern das Essen in die Zim­mer brin­gen (über den Sinn die­ser Tech­nik haben wir kon­tro­vers dis­ku­tiert) und 4. Die E‑Mobilität. Für E‑Bikes und Elek­tro-Rol­ler (mit maxi­mal fünf Kilo­watt Leis­tung, daher nicht für E‑Autos) wird die Steue­rung von Elek­tro­mo­to­ren und das ver­bin­den­de Ele­ment zwi­schen Antrieb, Bat­te­rie­sys­tem, Benut­zer- und Ser­vice­schnitt­stel­le ent­wi­ckelt und als Gesamt­pa­ket an Soft­ware (inkl. Know-how und die Chips mit der Soft­ware) gelie­fert. Die Geschäf­te lau­fen gut. Nur wenig mehr als ein hal­bes Jahr nach Ein­zug in neue Räum­lich­kei­ten wird es bereits wie­der eng. Eini­ge neue Stel­len sind bereits aus­ge­schrie­ben, wei­te­re sol­len fol­gen.

 

 

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