Besuch auf der Rettungswache Filderklinik

19.04.2019

Ein ruhiger Morgen ohne Einsatz

Das Ret­tungs­we­sen auf den west­li­chen Fil­dern weist eine bun­te Trä­ger­viel­falt auf. Bei der DRK-Ret­tungs­wa­che an der Fil­der­kli­nik, getra­gen von der Ret­tungs­dienst Ess­lin­gen-Nür­tin­gen gGmbH, habe ich mich über die Arbeit der Frau­en und Män­ner infor­miert.

Der Ret­tungs­dienst ist für die Ver­sor­gung von Not­fall­pa­ti­en­ten ver­ant­wort­lich. Ein Not­fall im Sin­ne des Ret­tungs­diens­tes ist dann gege­ben, wenn ein Pati­ent unter einer erheb­li­chen Stö­rung von Atmung, Kreis­lauf und Bewusst­sein lei­det und/oder unter star­ken Schmer­zen lei­det oder Ver­let­zun­gen auf­weist.

Je nach Krank­heits- oder Ver­let­zungs­bild erfolgt die qua­li­fi­zier­te Ver­sor­gung des Not­fall­pa­ti­en­ten durch die Besat­zung des Ret­tungs­wa­gens, die bei ent­spre­chen­der Indi­ka­ti­on durch einen Not­arzt unter­stützt wird. Im Anschluss an die Ver­sor­gung erfolgt die Beför­de­rung des Pati­en­ten in das nächst­ge­le­ge­ne und geeig­ne­te Kran­ken­haus. Wur­den Not­fall­pa­ti­en­ten in der Ver­gan­gen­heit in Kli­ni­ken der Grund- und Regel­ver­sor­gung behan­delt, wer­den sie heu­te auch unter Inkauf­nah­me län­ge­rer Trans­port­we­ge der geeig­ne­ten Fach­kli­nik zuge­führt. Die Finan­zie­rung von Per­so­nal, Ret­tungs­wa­gen und Not­arzt­ein­satz­fahr­zeu­gen erfolgt durch die Kran­ken­kas­sen.

Wie sieht es mit der Not­fall­ver­sor­gung auf den west­li­chen Fil­dern aus? Zwei Ret­tungs­wa­gen sind an der Fil­der­kli­nik sta­tio­niert, von denen einer rund um die Uhr und der ande­re mon­tags bis frei­tags von 7 bis 19 Uhr inklu­si­ve Per­so­nal bereit steht. Hin­zu kommt stän­dig ein Not­arzt­zu­brin­ger. Seit Anfang März steht ein zusätz­li­cher Ret­tungs­dienst­wa­gen der Johan­ni­ter-Unfall­hil­fe am Feu­er­wehr­haus in Bern­hau­sen. Es han­delt sich um einen Inte­rims­stand­ort, bis die neue Ret­tungs­wa­che im Gewer­be­ge­biet in Stet­ten fer­tig­ge­stellt ist, die dann durch­ge­hend besetzt sein soll. Wei­te­re Stand­or­te sind in der Stutt­gar­ter Stra­ße in Lein­fel­den (DRK) und in Bon­lan­den an der Schin­der­bu­ckel-Kreu­zung (Mal­te­ser, 7 bis 19 Uhr).

Eigent­lich war vor­ge­se­hen, dass ich eine oder meh­re­re Ein­satz­fahr­ten beglei­te. Doch der Mor­gen und Vor­mit­tag des Kar­frei­tags ver­lief so ruhig, dass ich mir statt­des­sen die Fahr­zeu­ge zei­gen und die Arbeit in der Theo­rie erläu­tern ließ. So erfuhr ich, dass ein gro­ßer Teil der Ein­sät­ze in die Alten­pfle­ge­hei­me der Umge­bung (Ein­satz­ge­biet ist der Land­kreis Ess­lin­gen) füh­ren. Die Alar­mie­rung erfolgt über die Leit­stel­le in Ess­lin­gen, die die Ein­sät­ze kon­kre­ten Fahr­zeu­gen zuweist. In den Fahr­zeu­gen wird den Fah­rern dann die Rou­te zum Ein­satz­ort gewie­sen. Orts­kun­de ist den­noch not­wen­dig, da man­che Zie­le, so sol­che im Wald, kei­ne Adres­se haben.

Am Stand­ort an der Fil­der­kli­nik sind 12 Ret­tungs­sa­ni­tä­ter, Not­fall­sa­ni­tä­ter und Ret­tungs­as­sis­ten­ten beschäf­tigt. Das kann schon mal knapp wer­den. Die Regel­be­sat­zung besteht aus zwei Per­so­nen, häu­fig unter­stützt durch Aus­zu­bil­den­de oder Prak­ti­kan­ten.

Wir haben uns dann noch über die Bil­dung von Ret­tungs­gas­sen („Klappt häu­fig nicht, hat sich aber etwas ver­bes­sert, den­noch könn­te mehr dar­über infor­miert wer­den“) und die Pro­ble­ma­tik der „Gaf­fer“ unter­hal­ten. Das Land Baden-Würt­tem­berg stellt in einem Bun­des­rats-Antrag fest, dass es bis­her nicht gelun­gen ist, die Miss­stän­de, die mit dem „Gaf­fen“ ver­bun­den sind, ent­schei­dend zurück­zu­drän­gen. Kon­kret möch­te es die Straf­bar­keits­lü­cke hin­sicht­lich des unbe­fug­ten Fil­mens und Foto­gra­fie­rens von ver­stor­be­nen Men­schen schlie­ßen.

Nach über drei Stun­den, in denen es zu kei­nem Ein­satz gekom­men war, habe ich mich ver­ab­schie­det. Auch an die­ser Stel­le: Vie­len Dank an die Haupt- und Ehren­amt­li­chen des DRK und an alle, die auch an Wochen­en­den und nachts für unse­re Sicher­heit und Gesund­heit arbei­ten!

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