Spitzke SE (Europäische Aktiengesellschaft) mit Sitz in Großbeeren (Brandenburg) versteht sich als Infrastruktur-Dienstleister für Eisenbahninfrastruktur-Unternehmen.
Das Bahnbauunternehmen saniert und baut Neubaustrecken im Auftrag von Infrastrukturunternehmen wie der DB InfraGO AG, ist aber auch im benachbarten europäischen Ausland aktiv. Wegen der hohen Auftragslage liegt der Fokus derzeit auf Deutschland. Zu den Sanierungsarbeiten gehören der Schwellen- und Schienenwechsel, Schotterrecycling, Stopf- und Planierarbeiten, Bettungsreinigung, Planumsverbesserungen und Gründungen. Spitzke hatte sich unter anderem an der ersten Generalsanierung, der an der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim stattfand, beteiligt. Das Unternehmen mit seinen 2.900 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von knapp 700 Millionen Euro fertigt im eigenen Betonwerk Gleis- und Weichenschwellen aus Spannbeton. Selbst produziert werden zudem Fahrleitungsmasten aus Beton und Stahl sowie Signalmasten aus Stahl.
Nach einem ausführlichen Gespräch, an dem auch Vertreter des Verbandes der Deutschen Bauindustrie teilnahmen, ging es hinaus ins Außengelände. Das Unternehmen verfügt auf seinem Gelände über eine eigene Schienen-Infrastruktur. Dort konnten wir uns unter anderem einen großen Gleisumbauzug anschauen. Zudem warfen wir einen Blick in die Werkstatt, in der Bahnbaumaschinen gewartet und repariert werden. Das Unternehmen verfügt über 500 Gleisbaufahrzeuge.
Wir sprachen über die Zulassung neuer Baufahrzeuge, die vier, fünf und noch mehr Jahre dauern kann. In dieser Zeit können die Fahrzeuge entweder noch gar nicht oder nur mit vorläufiger Zulassung eingesetzt werden.
Um bei der Erneuerung der Schienen-Infrastruktur zügiger voran zu kommen und die Sperrzeiten zu reduzieren, kommt es neben dem Einsatz passender Maschinen (ggf. Großmaschinen) vor allem auch auf die Logistik an. Ein genereller Mangel an Großmaschinen wird nicht gesehen. Von einigen Großmaschinen gibt es aber nur wenige (beispielsweise moderne Planum-Großgeräte für das schnelle, vollautomatische und höhenexakte Einbauen von Unterbau, Feinplanum und Bettungsmaterial), was entsprechende Dispositionen voraussetzt.
Hintergrund
2025 erzielte die deutsche Bahnindustrie (Fahrzeughersteller und deren Zulieferer, Bau und Erhalt von Infrastruktur) einen neuen Spitzenumsatz von 15,6 Milliarden Euro bei einer Exportquote von 40 Prozent. Noch deutlicher fiel das Wachstum bei den Auftragseingängen aus: Sie stiegen um 19 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro und erreichten damit ebenfalls einen neuen Höchststand. Mehr als 57.700 Menschen sind direkt in der Bahnindustrie beschäftigt, einschließlich der indirekten Beschäftigung sichert die Branche allein in Deutschland rund 113.500 Arbeitsplätze.
Quelle: Verband „Die Bahnindustrie“
