Besuch im „Kompetenzzentrum für Nutzfahrzeuge“ in Gaggenau

Das Mer­ce­des-Benz Werk Gag­ge­nau wur­de im Jahr 1894 gegrün­det und gilt als das ältes­te Auto­mo­bil­werk der Welt. Der Stand­ort ist sowohl größ­ter Arbeit­ge­ber der Stadt als auch größ­ter Aus­bil­dungs­be­trieb der Regi­on. Mit fünf Kolleg*innen aus dem Land­tag habe ich mir das Werk ange­schaut. Wir waren im Kom­pe­tenz­zen­trum für E‑Mobilität, in dem auch die Pro­duk­ti­on von Pro­to­ty­pen erfolgt.

Neben Getrie­ben für sämt­li­che Daim­ler-Fahr­zeug­spar­ten wer­den am Stand­ort zusätz­lich Außen­pla­ne­ten- und Por­tal­ach­sen sowie Pkw-Wand­ler pro­du­ziert. Das Mer­ce­des Benz-Werk Gag­ge­nau ist das Kom­pe­tenz­zen­trum für Nutz­fahr­zeug-Getrie­be im inter­na­tio­na­len Pro­duk­ti­ons­ver­bund der Daim­ler Truck AG. Die Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen unter­stüt­zen welt­weit beim Qua­li­täts­ma­nage­ment, leis­ten Anlauf-Unter­stüt­zung vor Ort und schu­len inter­na­tio­na­le Teams am Stand­ort Gag­ge­nau. Auch hier hat die Berufs­aus­bil­dung eine lang­jäh­ri­ge Tra­di­ti­on: seit 100 Jah­ren haben mehr als 10.000 Jugend­li­che ihre Aus­bil­dung im ältes­ten Auto­mo­bil­werk abge­schlos­sen. Quel­le: Home­page

Das Unter­neh­men spricht von einer gro­ßen Fer­ti­gungs­tie­fe im Werk und davon, dass der Stand­ort durch sei­ne brei­te Auf­stel­lung (Ver­bren­ner­tech­nik, Bat­te­rie und Brenn­stoff­zel­le) rela­tiv resi­li­ent im Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess des Kon­zerns dasteht. Die Auf­trags­la­ge gilt momen­tan als gut, da die Export­ge­schäf­te auch und gera­de in den USA aktu­ell wie­der gut lau­fen.

Im Gespräch ging es um die Chan­cen der unter­schied­li­chen Antriebs­ar­ten bei Nutz­fahr­zeu­gen, ins­be­son­de­re bei Last­wa­gen. Daim­ler Truck setzt auf ver­schie­de­ne Tech­no­lo­gien, wenn­gleich der bat­te­rie­elek­tri­sche Antrieb die Nase vor­ne hat und für die meis­ten Anwen­dun­gen ein­satz­be­reit ist.[1] Nach der Bat­te­rie (Bat­te­rie­pa­ke­te wer­den zuge­kauft) ist die elek­tri­sche Antriebs­ach­se die zweit­wert­volls­te Kom­po­nen­te bat­te­rie­elek­trisch ange­trie­be­ner Fahr­zeu­ge. Da die­se selbst pro­du­ziert wird, liegt hier der zen­tra­le Schlüs­sel für den wirt­schaft­li­chen Erfolg. Die Stre­cken­ef­fi­zi­enz von bat­te­rie­elek­trisch ange­trie­be­nen Nutz­fahr­zeu­gen liegt bei 90 bis 93 Pro­zent und steigt wei­ter. Für den Die­sel­an­trieb wird noch län­ger ein Bedarf gese­hen und auch für die Brenn­stoff­zel­le wer­den durch ihre Vor­tei­le (Reich­wei­te, klei­ne­re Bat­te­rie und damit gerin­ge­res Leer­ge­wicht) wird ein Markt pro­gnos­ti­ziert. Daim­ler Truck ist Markt­füh­rer für E‑Lkw. Den­noch liegt deren Anteil an den ver­kauf­ten Fahr­zeu­gen bei unter einem Pro­zent.

Dem aus­gie­bi­gen Gespräch schloss sich ein Rund­gang durchs Kom­pe­tenz­zen­trum an.

[1] Das Vor­stands­mit­glied von Daim­ler Truck fürs Euro­pa­ge­schäft sag­te im Inter­view mit der WAMS (Aus­ga­be 25.10.2026), bat­te­rie­elek­tri­sche Fahr­zeu­ge sei­en „in vie­len Berei­chen die effi­zi­en­tes­te Lösung, etwa im Ver­tei­ler­ver­kehr oder im Fern­ver­kehr.“ Was­ser­stoff sieht er im ener­gie­in­ten­si­ven Ein­satz, etwa bei Kühl­trans­por­ten oder bei not­wen­di­gen Reich­wei­ten von über 1.000 Kilo­me­ter.