Besuch im Tafelladen – Wer kauft dort ein?

Der Tafel­la­den in Fil­der­stadt bie­tet Men­schen mit wenig Geld die Mög­lich­keit, Lebens­mit­tel zu güns­ti­gen Prei­sen zu erwer­ben. Unter dem glei­chen Dach wer­den auch Haus­halts­wa­ren, Tex­ti­li­en und Bera­tung (Arbeit/Bewerbungen schrei­ben, Woh­nen) ange­bo­ten. Trä­ge­rin ist die Dia­ko­nie.

Nicht zum ers­ten Mal war ich im Tafel­la­den. Als ich ankam, wur­den gera­de die letz­ten Lebens­mit­tel­spen­den vor dem Wochen­en­de sor­tiert. Die­se kom­men aus dem Ein­zel­han­del. Die Spen­den­men­gen sind schon vor Jah­ren zurück­ge­gan­gen. Der Grund ist zunächst erfreu­lich: Der Han­del kauft weni­ger ein, um weni­ger unver­kauf­te Res­te von ver­derb­li­chen Lebens­mit­teln ent­sor­gen zu müs­sen. Für die Tafel­lä­den ist dies ein Pro­blem. Aller­dings hat sich zuletzt die Anzahl derer, die auf die Ange­bo­te des Tafel­la­dens zurück­grei­fen, wie­der auf „Nor­mal­maß“ ein­ge­pen­delt. Direkt nach der Coro­na­zeit waren 1.200 Kun­den­kar­ten im Umlauf. Jetzt sind es noch rund 920. Berech­tigt ist, wer Bürgergeld/Grundsicherung bezieht oder über eine nied­ri­ge Ren­te bzw. ein nied­ri­ges Ein­kom­men ver­fügt. Fast die Hälf­te der Berech­ti­gungs­kar­ten wur­den an Men­schen aus der Ukrai­ne ver­ge­ben. Die Anzahl der Berech­tig­ten mit syri­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit ist deut­lich gesun­ken. Im Gespräch wur­de deut­lich, dass die hohen Mie­ten (inklu­si­ve Hei­zungs­kos­ten) zu den gro­ßen Armuts­ri­si­ken gehö­ren.

Links zu Berich­ten über mei­ne Besu­che in ver­schie­de­nen Tafel­lä­den:

https://www.matthias-gastel.de/armut-und-wegwerfgesellschaft/

https://www.matthias-gastel.de/besuch-im-tafelladen/

https://www.matthias-gastel.de/zu-besuch-in-der-tafel-filderstadt/