Bodenseegürtelbahn ausbauen und elektrifizieren!

09.03.2017

Gespräch vom IV Bodenseegürtelbahn

Die Boden­see­gür­tel­bahn (Fried­richs­ha­fen – Radolf­zell) ist nicht nur eine wun­der­schö­ne, son­dern auch stark nach­ge­frag­te Bahn­stre­cke. In einem Gespräch mit Wil­fried Fran­ke vom Inter­es­sen­ver­band (IV) Boden­see­gür­tel­bahn und Inter­es­sen­ver­band Süd­bahn habe ich über ihre Pro­ble­me und Lösungs­mög­lich­kei­ten dis­ku­tiert. Außer­dem haben wir über die Elek­tri­fi­zie­rung der Süd­bahn gespro­chen.

Sowohl das Land Baden-Würt­tem­berg als auch die Kom­mu­nen ent­lang der Stre­cke und der Boden­see­kreis stre­ben in Zukunft für die Boden­see­gür­tel­bahn ein aus­ge­wei­te­tes Fahr­plan­an­ge­bot an. Im Ziel­kon­zept des Lan­des sind ein stünd­li­cher IRE, ein stünd­li­cher RB Radolf­zell – Fried­richs­ha­fen sowie in der Haupt­ver­kehrs­zeit ein Halb­stun­den­takt des RB zwi­schen Mark­dorf und Fried­richs­ha­fen vor­ge­se­hen. Das Vor­zugs­kon­zept der Regi­on ent­hält neben dem stünd­li­chen IRE einen durch­ge­hen­den Halb­stun­den­takt des RB. Das Pro­blem in bei­den Fäl­len ist, dass die vor­han­de­ne ein­glei­si­ge Infra­struk­tur kei­ne Kapa­zi­tät für mehr Züge hat. Dafür ist ein Aus­bau not­wen­dig. Die­ser kos­tet je nach­dem, wel­che Vari­an­te gewählt wird, zwi­schen 4,6 und 39,2 Mil­lio­nen Euro.

Ein wei­te­res gro­ßes und lei­der nur mit viel Geld zu lösen­des Pro­blem ist, dass die Stre­cke nicht elek­tri­fi­ziert ist. In Zukunft – vor­aus­sicht­lich ab Ende 2021 – ist öst­lich der Stre­cke die Süd­bahn und der Abschnitt Fried­richs­ha­fen – Lin­dau mit elek­tri­schen Zügen befahr­bar. Eben­so ist die Elek­tri­fi­zie­rung der Hoch­rhein­bahn im Wes­ten geplant. Schluss­end­lich blie­be zwi­schen Fried­richs­ha­fen und Radolf­zell ein 50 Kilo­me­ter lan­ger Abschnitt, auf dem nur Die­sel­zü­ge fah­ren könn­ten. Das wür­de auch die heu­te durch­ge­hen­de IRE-Ver­bin­dung Ulm – Sin­gen – Basel tref­fen. Der Bund hat die Stre­cken­elek­tri­fi­zie­rung nicht in den Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan auf­neh­men wol­len. Das Land hat­te dies bean­tragt, wir Grü­ne im Bun­des­tag hat­ten die­ses Anlie­gen unter­stützt. Lei­der ver­geb­lich. Die ört­li­chen Kom­mu­nen haben sich in einem Inter­es­sen­ver­band zusam­men­ge­schlos­sen mit dem Ziel, nach dem Vor­bild des IV Süd­bahn die Elek­tri­fi­zie­rung der Stre­cke ent­lang des Sees vor­an­zu­trei­ben. Es soll auch unter­sucht wer­den, ob ein Betrieb mit Hybrid­fahr­zeu­gen oder alter­na­ti­ven Antriebs­kon­zep­ten ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Der­zeit läuft bei MTU Fried­richs­ha­fen ein Simu­la­ti­ons­ver­fah­ren zum Betrieb der Stre­cke mit Hybrid­zü­gen. Außer­dem wird bei der DB simu­liert, ob die bei­den Fahr­plan­kon­zep­te mit ent­spre­chen­den Infra­struk­tur­aus­bau­ten fahr­bar sind. Die Ergeb­nis­se der Unter­su­chun­gen wer­den Ende April erwar­tet.

Lang­fris­tig ange­legt ist die Idee, den Schie­nen­ver­kehr um den Boden­see zu einem S‑Bahn-Netz zu ent­wi­ckeln. Auf dem Weg zur Boden­see-S-Bahn braucht es geziel­te Aus­bau­ten und die Elek­tri­fi­zie­rung der Stre­cken, um leis­tungs­fä­hi­ge Stre­cken zu bekom­men, auf denen für den Fahr­gast ein zuver­läs­si­ges Zug­an­ge­bot mit dich­tem Takt umge­setzt wer­den kann.

Die Elek­tri­fi­zie­rung der Süd­bahn ist jetzt end­lich auf einem guten Weg. Am 23. März wird der Spa­ten­stich gefei­ert wer­den. Die Bau­ar­bei­ten wer­den in fünf Abschnit­ten von Nor­den nach Süden erfol­gen. Die Fer­tig­stel­lung ist für den Fahr­plan­wech­sel Ende 2021 geplant.

 

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