Bundesverkehrswegeplan: Ausbau der B 10 bei Esslingen gehört gestrichen!

Hinweis: Dieser Beitrag ist schon älter und wurde möglicherweise noch nicht in das neue Format umgewandelt.

26.07.2016

PRESSEMITTEILUNG

Aus­bau der B10 wei­ter­hin im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan: Grü­ne Abge­ord­ne­te for­dern Strei­chung

Nach Infor­ma­tio­nen des Fil­der­städ­ter Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mat­thi­as Gastel (Grü­ne) soll der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan (BVWP) am 3. August durch das Bun­des­ka­bi­nett beschlos­sen wer­den. In dem vor­lie­gen­den über­ar­bei­te­ten Refe­ren­ten­wurf ist der sechs­strei­fi­ge Aus­bau der B10 zwi­schen dem Plochin­ger Drei­eck über Ess­lin­gen bis zum Stutt­gar­ter Neckar­park wei­ter­hin im ‘vor­dring­li­chen Bedarf’ ent­hal­ten.

„Das wider­sin­ni­ge Pro­jekt B10-Aus­bau gehört aus dem Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan gestri­chen“, for­dern Mat­thi­as Gastel und die Ess­lin­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Andrea Lind­l­ohr. Dabei sehen sie bereits eine bau­li­che Umset­zung Pro­jekts in der dicht bebau­te Enge zwi­schen Neckar und Steil­hän­gen skep­tisch.

In einer Klei­ne Anfra­ge hat die Grü­ne Bun­des­tags­frak­ti­on die Bun­des­re­gie­rung nach ihrer Sicht auf das Pro­jekt ins­be­son­de­re des­sen Umset­zung gefragt. Der Aspekt der bau­li­chen Umset­zung spie­le in der Pro­jekt­be­wer­tung kei­ne Rol­le, son­dern sei Gegen­stand der nach­fol­gen­den Pla­nun­gen so das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um. Für Mat­thi­as Gastel, der auch Mit­glied im Ver­kehrs­aus­schuss des Bun­des­tags ist, ein abso­lu­tes No-Go: „Ich fra­ge mich, wie das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um seri­ös die Kos­ten ermit­telt haben möch­te, ohne die ört­li­chen Gege­ben­hei­ten zu berück­sich­ti­gen. So naiv kann man doch gar nicht pla­nen!“ Eine Fol­ge der unrea­lis­tisch nied­rig ange­setz­ten Kos­ten sei, dass das zen­tra­le Kri­te­ri­um für die Pro­jekt­be­wer­tung, das soge­nann­te Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis sich ver­än­de­re. Dies stei­ge und dem­entspre­chend bes­ser erschei­ne das Pro­jekt.

Die Ess­lin­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Andrea Lind­l­ohr hat­te wie auch die Stadt Ess­lin­gen, das Land Baden-Würt­tem­berg und wei­te­re Akteu­re ihre Ein­wän­de gegen das Pro­jekt im Rah­men des Betei­li­gungs­ver­fah­rens zum Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan beim Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um ein­ge­bracht. „Der Aus­bau der B10 im Bereich Ess­lin­gen wür­de laut Vor­her­sa­ge des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums Ver­kehr von der A8 abzie­hen und in unser dicht besie­del­tes Neckar­tal ver­la­gern. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in Ess­lin­gen und Umge­bung sind aber schon heu­te stark vom Ver­kehr mit Lärm und Schad­stof­fen belas­tet“, so die stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Grü­nen im Land­tag Lind­l­ohr. Die Ergeb­nis­se der seit Janu­ar 2016 am Alt­stadt­ring statt­fin­den­den Luft­schad­stoff­mes­sun­gen bestä­ti­gen dies. Auch für Tei­le der Ess­lin­ger Innen­stadt und des City-Rings nimmt das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um eine Ver­kehrs­zu­nah­me durch den B10-Aus­bau an.