Bundesverkehrswegeplan bringt auch für Landkreis Esslingen Schieflage

PRESSEMITTEILUNG

Filderstadt/Berlin, 02.12.2016

Gro­ße Koali­ti­on in Ber­lin beschließt teu­re Stra­ßen­bau­wunsch­lis­te – Schief­la­ge auch im Land­kreis Ess­lin­gen

Zu den Beschlüs­sen des Bun­des­ta­ges zum Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan und den Aus­wir­kun­gen auf den Land­kreis Ess­lin­gen erklärt Mat­thi­as Gast­el (Grü­ne), Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter aus dem Wahl­kreis Nür­tin­gen und Spre­cher für Bahn­po­li­tik der Bun­des­tags­frak­ti­on BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Die Gro­ße Koali­ti­on setzt die geschei­ter­te Stra­ßen­bau­po­li­tik aus dem letz­ten Jahr­hun­dert ein­fach fort. Dob­rindts „Wunsch­lis­te“ setzt auf Beton­neu­bau­ten statt auf digi­ta­le und ver­netz­te Mobi­li­tät. An den Mobi­li­täts­be­dürf­nis­sen der Zukunft geht eine sol­che Beton­po­li­tik völ­lig vor­bei. Der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2030 igno­riert nahe­zu alles, was für Kli­ma- und Umwelt­schutz eigent­lich nötig ist.

Von der Gro­ßen Koali­ti­on wur­de die B10 zwi­schen dem Plochin­ger Drei­eck und Stutt­gart-Neckar­park in den Vor­dring­li­chen Bedarf auf­ge­nom­men. Wie eine sol­che sechs­strei­fi­ge Bun­des­stra­ße in Ess­lin­gen und den Neckar­vor­or­ten zwi­schen den Steil­la­gen und dem Neckar gebaut wer­den soll, dar­auf gab es von den Abge­ord­ne­ten der Koali­ti­ons­frak­tio­nen kei­ne Ant­wort. Ver­kehr­lich wäre die­ser Stra­ßen­aus­bau für Stutt­gart fatal, wür­de doch noch mehr Vekehr in die von hohen Luft­schad­stof­fen geplag­te Stadt gedrückt wer­den.

Unser Antrag, den Bahn­kno­ten Stutt­gart mit einer Gro­ßen Wend­lin­ger Kur­ve ins Neckar­tal zu ergän­zen, wur­de von den Abge­ord­ne­ten von CDU und SPD im Ver­kehrs­aus­schuss ohne jeg­li­che Begrün­dung abge­lehnt. Damit hät­te der Bahn­ver­kehr auf der Ach­se zwi­schen Stutt­gart, Reut­lin­gen und Tübin­gen deut­lich ver­bes­sert wer­den kön­nen. Die baden-würt­tem­ber­gi­schen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten von CDU und SPD wisch­ten die Pro­ble­me mit der aktu­ell geplan­ten ein­glei­si­gen Wend­lin­ger Kur­ve vom Tisch. Wir Grü­ne wer­den auf allen Ebe­nen ver­su­chen, hier noch eine sach­ge­rech­te Lösung zu errei­chen.

Der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan und die heu­te ver­ab­schie­de­ten Aus­bau­ge­set­ze sind nicht zukunfts­taug­lich. Beson­ders ärger­lich ist, dass die CDU und SPD nicht in der Lage waren, den Plan des Ver­kehrs­mi­nis­ters ordent­lich nach­zu­bes­sern. Statt­des­sen haben sie wei­te­re Stra­ßen­wün­sche in den Plan geschrie­ben, die nicht bezahlt wer­den kön­nen. Da ist sogar der Wunsch­zet­tel an den Weih­nachts­mann rea­lis­ti­scher.

Weder sind alle Pro­jek­te bis 2030 finan­zier­bar noch trägt der Plan zur Begren­zung des Land­schafts­ver­brauchs bei. Eine Netz­pla­nung über alle Ver­kehrs­trä­ger fehlt. Ver­la­ge­rung auf die umwelt­freund­li­che Schie­ne und Was­ser­stra­ße spielt im Plan kei­ne Rol­le. Wer Kli­ma­schutz im Ver­kehr will, muss das auch im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan ver­an­kern. An ver­kehrs­po­li­ti­schen und kli­ma­po­li­ti­schen Zie­len muss sich die Pla­nung der Ver­kehrs­we­ge ori­en­tie­ren, nicht an Wunsch­zet­teln von Wahl­kreis­ab­ge­ord­ne­ten.

Not­wen­dig wäre ein Inves­ti­ti­ons­schwer­punkt bei der Schie­ne und Was­ser­stra­ße. Wir brau­chen gera­de im Eisen­bahn­netz zusätz­li­che Kapa­zi­tä­ten, ins­be­son­de­re in der Regi­on Stutt­gart. Im Per­so­nen­ver­kehr kön­nen Fahr­gäs­te von einem bun­des­wei­ten Inte­gra­len Takt­fahr­plan nach Schwei­zer Vor­bild, dem „Deutsch­land-Takt“, pro­fi­tie­ren. Dazu müs­sen Eng­päs­se auf hoch­be­las­te­ten Stre­cken und vor allem in den Kno­ten auf­ge­löst wer­den. CDU und SPD ver­nach­läs­si­gen lei­der wei­ter­hin die Schie­ne, was sich dar­an zeigt, dass bis heu­te nur 27 Schie­nen­pro­jek­te bun­des­weit im Vor­dring­li­chen Bedarf ste­hen und über 40 bedeu­ten­de Schie­nen­pro­jek­te nicht in den Plan auf­ge­nom­men wor­den sind, dar­un­ter auch eini­ge Pro­jek­te in der Regi­on Stutt­gart.“

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