Chance insbesondere für ländliche Räume: Kombination von Personen- und Güterverkehr

kombiBUS_Leitfaden09.04.2015

 

Nach skan­di­na­vi­schem Vor­bild beför­dert die Ucker­mär­ki­sche Ver­kehrs­ge­sell­schaft (UVG) seit Sep­tem­ber 2012 in ihren Lini­en­bus­sen neben Per­so­nen zusätz­lich auch Güter. Nach Abschluss des Modell­pro­jekts läuft der Betrieb auf Basis des regu­lä­ren Lini­en­ver­kehrs inzwi­schen rei­bungs­los. Der Bus belie­fert bei­spiels­wei­se Dorflä­den.

Hin­ter­grund der Idee ist der demo­gra­fi­sche Wan­del. Die Orga­ni­sa­ti­on eines finan­zier­ba­ren und halb­wegs attrak­ti­ven öffent­li­chen Nah­ver­kehrs wird immer schwie­ri­ger, wenn Schü­ler­ver­keh­re weg­bre­chen und die Bevöl­ke­rungs­zahl zurück­geht. Der Trend des Weg­zu­ges beschleu­nigt sich mit schlech­ter wer­den­den Ver­kehrs­an­bin­dun­gen. Als Schlüs­sel­in­fra­struk­tur ist der ÖPNV eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung für die all­ge­mei­ne Mobi­li­tät, aber auch für die gesell­schaft­li­che Teil­ha­be. Neue Auf­ga­ben wie die Kom­bi­na­ti­on von Per­so­nen- und Güter­trans­port stei­gern die Effi­zi­enz und erleich­tern die Finan­zie­rung.

Nähe­re Infor­ma­tio­nen über den Kom­bi­bus sind hier zu fin­den: http://kombibus.de/

In fin­de sol­che Ansät­ze wie in der Ucker­mark sehr span­nend! Ein­zel­ne Fern­bus­an­bie­ter prü­fen der­zeit, ob sie in nach­fra­ge­schwa­chen Zei­ten zusätz­lich zu Per­so­nen auch Güter wie Post trans­por­tie­ren wol­len. Daher habe ich die Bun­des­re­gie­rung befragt, wel­che ver­gleich­ba­ren Pro­jek­te ihr bekannt sind.

Mei­ne Fra­ge lau­te­te:

„Wo wer­den in Deutsch­land nach Kennt­nis der Bun­des­re­gie­rung öffent­li­che Per­so­nen­ver­keh­re und Güter­trans­por­te mit­ein­an­der kom­bi­niert (wie bei­spiels­wei­se mit dem Kom­bi­Bus im Land­kreis Ucker­markl Bran­den­burg), und wo ist nach Kennt­nis der Bund­e­re­gie­rung eine Aus­wei­tung sol­cher kom­bi­nier­ter Ver­keh­re (bei­spiels­wei­se durch Fem­bus­se) geplant?“

Die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung ist ernüch­ternd:

„Es ist bekannt, dass durch den sog. “Kom­bi­bus” im Land­kreis Ucker­mark Per­so­nen­trans­por­te auf der Stra­ße mit dem Trans­port von Gütern kom­bi­niert wer­den. Ein Über­blick über die ein­zel­nen Fäl­le, in denen dies geschieht, ist im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur nicht vor­han­den. Es ist auch nicht im Ein­zel­nen bekannt, wo es Pla­nun­gen gibt, im Fern­bus­ver­kehr Güter zu beför­dern oder bei ande­ren Ver­kehrs­trä­gem öffent­li­che Per­so­nen­ver­keh­re und Güter­trans­por­te mit­ein­an­der zu kom­bi­nie­ren.“

Ich hal­te es für gera­de­zu erbärm­lich, dass sich im Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um offen­sicht­lich nie­mand mit die­ser Fra­ge beschäf­tigt! Im Inter­es­se der länd­li­chen Räu­me, aber auch um Stra­ßen von Indi­vi­du­al- und LKW-Ver­kehr zu ent­las­ten, ist die­se Idee des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs zu gut, um nicht ver­folgt und aus­ge­baut zu wer­den!

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