Dem Imker über die Schultern geschaut

22.07.2017

Was den Bie­nen das Leben schwer macht

Weni­ge Meter bevor wir nach einem Fuß­marsch das Hof­gut Tachen­hau­sen ober­halb der Gemein­de Ober­boi­hin­gen errei­chen, sehen wir am Weges­rand die ers­ten Info­ta­feln zum The­ma Bie­nen.

Frau Bar­ba­ra Benz, Pro­fes­so­rin für Tier­hal­tung, weist gleich zu Beginn auf die Bedeu­tung der Bie­ne hin: „Sie ist das dritt­wich­tigs­te land­wirt­schaft­li­che Nutz­tier. Weni­ger wegen des Honigs, viel­mehr wegen der Bestäu­bung der Pflan­zen“. Schnell kom­men wir zu hoch­po­li­ti­schen Fra­gen: Was ist es, das der Bie­ne das Leben zuneh­mend schwer macht? In ers­ter Linie, so die Pro­fes­so­rin der Fach­hoch­schu­le Nür­tin­gen, ist es die Struk­tur­ver­ar­mung der Land­schaft. Mal gibt es ein sehr reich­hal­ti­ges Nah­rungs­an­ge­bot bei­spiels­wei­se durch gro­ße blü­hen­de Raps­fel­der. Wenn die­ses abge­mäht ist und nicht aus­rei­chend ande­re Blüh­pflan­zen zur Ver­fü­gung ste­hen, lei­den die Tie­re Hun­ger. Hung­ri­ge Bie­nen sind geschwächt und beson­ders anfäl­lig für Krank­hei­ten wie den Befall durch die Var­roa­mil­be. Pflan­zen­schutz­mit­tel, erklärt die Hob­by­im­ke­rin, sind nicht das Haupt­pro­blem. Teil­wei­se gebe es aber auch noch kei­ne ein­deu­ti­gen For­schungs­er­geb­nis­se, bei­spiels­wei­se bei den Neo­ni­ko­tino­iden. Gly­pho­sat hin­ge­gen sei ein­deu­tig ein Pro­blem, wer­de aber in Baden-Würt­tem­berg kaum aus­ge­bracht. Wie kann man der Bie­ne das Leben ein­fa­cher machen? Indem Acker­rand­strei­fen ste­hen gelas­sen wer­den und auch bei der Gar­ten- und sogar der Bal­kon­be­pflan­zung auf viel­fäl­ti­ge Blüh­pflan­zen geach­tet wird. Die Info­ta­feln klä­ren dar­über auf und berück­sich­ti­gen nicht nur die Honig‑, son­dern auch die Wild­bie­nen.

Ein beson­de­res Erleb­nis war es für uns dann, aus­ge­stat­tet mit Schutz­aus­rüs­tung, dem Berufs­im­ker André Rieh­le bei der Arbeit am Bie­nen­stock über die Schul­tern schau­en zu kön­nen.

 

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