Deutschlandtakt aus dem Takt?

24.07.2015

Ende in Lindau

Wo endet die Dis­kus­si­on um inte­gra­len Takt­fahr­plan bzw. Deutsch­land­takt?

Die gute Nach­richt vor­weg. Seit Ende März ist die Mach­bar­keits­stu­die zum Deutsch­land­takt mit halb­jähr­li­cher Ver­zö­ge­rung end­lich fer­tig­ge­stellt. Die­se ist aber lei­der immer noch offi­zi­ell unter Ver­schluss.

Laut Koali­ti­ons­ver­trag soll „die Pla­nung der Schie­nen­we­ge (…) am Ziel eines Deutsch­land-Takts mit bun­des­weit auf­ein­an­der abge­stimm­ten Anschlüs­sen sowie leis­tungs­fä­hi­gen Güterverkehrstrassen aus­ge­rich­tet“ wer­den. Bereits die Vor­gän­ger­re­gie­rung beauf­trag­te eine Mach­bar­keits­stu­die, deren Ergeb­nis­se bereits im Okto­ber 2014 vor­ge­legt wer­den soll­ten, um die­se für den neu­en Bun­des­ver­kehrs­weg­plan berück­sich­ti­gen zu kön­nen. Ziel des Deutsch­land-Tak­tes ist es durch ein bun­des­weit ver­tak­te­tes und ver­knüpf­tes Schie­nen­per­so­nen­ver­kehrs­an­ge­bots die Attrak­ti­vi­tät des Schie­nen­ver­kehrs durch Rei­se­zeit­re­du­zie­run­gen und bes­se­re Umstei­ge­mög­lich­kei­ten zu erhö­hen und damit einen deut­li­chen Zuwachs an Fahr­gäs­ten für das Sys­tem zu gewin­nen. Gleich­zei­tig kann so auch die Effi­zi­enz von Infra­struk­tur­in­ves­ti­tio­nen sowie die Netz­ka­pa­zi­tät erhöht wer­den.

Laut Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf Nach­fra­gen der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on soll die Stu­die zum Down­load bereit­ge­stellt wer­den, sobald sie den Län­dern und dem Bun­des­tag zur Infor­ma­ti­on über­sandt wur­de. Dies ist bis heu­te jedoch nicht gesche­hen. Um die Pla­nung der Schie­nen­we­ge auf einen Deutsch­land-Takt aus­zu­rich­ten, müss­ten aber die Ergeb­nis­se der Mach­bar­keits­stu­die berück­sich­tigt wer­den. Dies ist inzwi­schen kaum mehr rea­lis­tisch, weil der­zeit die Bewer­tun­gen der ange­mel­de­ten Schie­nen­pro­jek­te für den neu­en Bun­des­ver­kehrs­weg­plan bereits lau­fen.

Dabei zieht die Stu­die den Schluss, dass ein opti­mier­ter Fahr­plan mög­lich wäre und erheb­lich Fahr­zeit­ver­rin­ge­run­gen und eine deut­lich Nach­fra­ge­zu­wachs zur Fol­ge hät­te. Um so erstaun­li­cher ist es, dass das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um inner­halb von drei Mona­ten nicht in der Lage gewe­sen ist, die Stu­die den Län­dern und dem Bun­des­tag zur Ver­fü­gung zu stel­len. Es kann nur ver­mu­tet wer­den, dass der Bund die Stu­die bewusst zurück­hält, um den neu­en Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan nach der alten und aus Logik der teu­ren Hoch­ge­schwin­dig­keits­ver­keh­re ohne opti­mier­ten Umstei­ge­mög­lich­kei­ten auf­stel­len zu kön­nen. Die Ant­wor­ten auf eine Klei­ne Anfra­ge der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on stüt­zen die­se Annah­me. Ein kla­res Bekennt­nis zum Deutsch­land-Takt ist trotz des posi­ti­ven Ergeb­nis­ses der Mach­bar­keits­stu­die nicht zu erken­nen. Eine fahr­plan­ba­sier­te Infra­struk­tur­pla­nung soll zwar geprüft wer­den und ent­spre­chend für die Ver­kehrs­we­ge­pla­nung umge­setzt wer­den. Über das „wann“ wird aber geschwie­gen. Das ist kei­ne gute Nach­richt für den Schie­nen­ver­kehr.

 

 

 

 

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