Die AG Verkehr zu Gesprächen in Brüssel

Verkehrsausschuss EP

Sit­zung des Ver­kehrs­aus­schus­ses des Euro­päi­schen Par­la­ments

24.04.2015

Mit­te April führ­ten mich ver­kehrs­po­li­ti­sche Dis­kus­sio­nen in die EU-Haupt­stadt Brüs­sel. Gemein­sam mit mei­nen Bun­des­tags­kol­le­gen Ste­phan Kühn und Mar­kus Tres­sel dis­ku­tier­te ich mit Exper­tIn­nen aus ver­schie­de­nen EU-Insti­tu­tio­nen und NGOs über aktu­el­le ver­kehrs­po­li­ti­sche The­men. Zu unse­ren Gesprächs­part­nern gehör­ten Joao Agui­ar-Mach­a­do und Sian Prout aus der EU-Kom­mis­si­on (Gene­ral­di­rek­tor Ver­kehr und für Bahn­po­li­tik zustän­di­ge Abtei­lungs­lei­te­rin), Johann Cols­man von der Stän­di­gen Ver­tre­tung Deutsch­lands bei der EU, meh­re­re Ver­kehrs­ex­per­ten des Think­tanks Trans­port & Envi­ron­ment und natür­lich Micha­el Cra­mer, der grü­ne Vor­sit­zen­de des Ver­kehrs­aus­schus­ses im Euro­pa­par­la­ment.

Beson­ders inter­es­sant waren für mich die Debat­ten über die PKW-Maut, zum 4. Eisen­bahn­pa­ket und zum Schie­nen­lärm­schutz. Bei der PKW-Maut wur­de deut­lich, dass sich die Bun­des­re­gie­rung inner­halb der euro­päi­schen Fami­lie durch die EU-Aus­län­der dis­kri­mi­nie­ren­de CSU-Maut kei­ne Freun­de macht. Das The­ma hat in Brüs­sel einen hohen Stel­len­wert, wie auch die Ent­wick­lung der Deut­schen „from the Krauts to the Mauts“ im Brüs­se­ler Sprach­ge­brauch zeigt. Ob das deut­sche Gesetz ver­ein­bar mit dem Euro­pa­recht ist, wird die EU-Kom­mis­si­on als Hüte­rin der euro­päi­schen Ver­trä­ge in jedem Fall sehr genau prü­fen. Ein offi­zi­el­les Ver­fah­ren kann die Kom­mis­si­on aber erst ein­lei­ten, wenn das deut­sche Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren mit der Unter­zeich­nung durch den Bun­des­prä­si­den­ten abge­schlos­sen ist.

Beim 4. Eisen­bahn­pa­ket, das Bar­rie­ren im grenz­über­schrei­ten­den euro­päi­schen Eisen­bahn­ver­kehr abbau­en soll, infor­mier­ten mich mei­ne Gesprächs­part­ner über den aktu­el­len Stand der Ver­hand­lun­gen auf euro­päi­scher Ebe­ne. Die Ver­hand­lun­gen wer­den zwar mit gro­ßem Auf­wand geführt, kom­men aber auf­grund von Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen den natio­na­len Regie­run­gen kaum vor­an. Größ­tes Hin­der­nis ist die Unei­nig­keit der Mit­glieds­staa­ten bezüg­lich einer stär­ke­ren Tren­nung von Netz und Betrieb sowie der Fra­ge, ob Auf­trä­ge wett­be­werb­lich oder per Direkt­ver­ga­be ver­ge­ben wer­den sol­len. In Brüs­sel bleibt die Hoff­nung, dass sich die natio­na­len Regie­run­gen bis Mit­te des Jah­res zu einem Kom­pro­miss durch­rin­gen kön­nen, damit das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren nicht wei­ter blo­ckiert wird. Die EU-Kom­mis­si­on lob­te aus­drück­lich die Bemü­hun­gen der grü­nen Frak­tio­nen im Bun­des­tag und im Euro­pa­par­la­ment für die die zeit­na­he und voll­stän­di­ge Ver­ab­schie­dung des 4. Eisen­bahn­pa­kets.

Im Bereich Schie­nen­lärm stand die Fra­ge im Vor­der­grund, in wel­chem Ver­hält­nis die dies­be­züg­li­chen Akti­vi­tä­ten ver­schie­de­ner Mit­glieds­staa­ten sowie die Initia­ti­ven auf euro­päi­scher Ebe­ne ste­hen. Die Kom­mis­si­on erklär­te, dass sie Mit­glieds­staa­ten, die wie Deutsch­land und die Nie­der­lan­de ehr­gei­zi­ge­re Zie­le beim Schie­nen­lärm­schutz ver­fol­gen, kei­ne Stei­ne in den Weg legen möch­te. Es müs­se jedoch sicher­ge­stellt wer­den, dass durch die­se Zie­le die Inter­ope­ra­bi­li­tät im euro­päi­schen Eisen­bahn­ver­kehr nicht ver­rin­gert wer­de. Die Kom­mis­si­on kün­dig­te zudem an, dass sie im Lau­fe des Jah­res eine Mit­tei­lung vor­le­gen wer­de, in der ihre wei­te­ren Vor­ha­ben im Bereich des Schie­nen­lärm­schut­zes genau dar­legt wer­den.

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