Die Schotterwerke am Bodensee und die Bahn

Die mit Schot­ter und Kies bela­de­nen Güter­zü­ge fah­ren auf die Abkipp­stel­le. Dort öff­net sich Wagen nach Wagen nach unten und das Mate­ri­al fällt auf ein Fließ­band. Vor dort wird es auf das Werks­ge­län­de des Unter­neh­mens beför­dert.

09.08.2017 (Pres­se­er­klä­rung)

Wer auf die Bahn setzt, hat es nicht leicht

Als eine Fach­zeit­schrift für Eisen­bahn­freun­de über Pro­ble­me der Kress­bron­ner Fir­ma Ernst Mar­schall mit der Deut­schen Bahn berich­te­te, wur­de Mat­thi­as Gast­el hell­hö­rig. Der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te (Grü­ne) aus Fil­der­stadt ist bahn­po­li­ti­scher Spre­cher sei­ner Frak­ti­on und kennt die Gegend, weil er hier immer wie­der Urlau­be ver­bringt. Also mach­te er sich auf, um das Unter­neh­men zu besu­chen und Nähe­res zu erfah­ren.

Mar­schall ist ein gro­ßes Kies- und Schot­ter­werk, wel­ches in Roß­berg (Land­kreis Ravens­burg) Kies­ma­te­ri­al abbaut bzw. auf­be­rei­tet und per Bahn für den Umschlag nach Kress­bronn (Land­kreis Boden­see­kreis) trans­por­tiert. Bis Ende ver­gan­ge­nen Jah­res hat die DB Car­go (DB) fünf­mal die Woche jeweils rund 30 Wagen mit Kies und Schot­ter aus dem Werk Roß­berg ange­lie­fert. Doch die Zusam­men­ar­beit mit der DB gestal­te­te sich zuneh­mend schwie­ri­ger, wie die Geschäfts­füh­rer Andre­as Drewing und Pius Gei­ger dem Abge­ord­ne­ten berich­te­ten: Jahr für Jahr gab es star­ke Preis­an­stie­ge, das Wagen­ma­te­ri­al wies immer wie­der Män­gel auf, die das Be- und Ent­la­den erschwer­ten und die Betreu­ung wur­de zuneh­mend kom­pli­zier­ter. „Die Preis­po­li­tik der DB war das kla­re Signal, dass sie uns nicht mehr woll­te. Der Umgang mit uns war nicht kun­den­ge­recht. Wir wol­len aber ger­ne wei­ter­hin auf die Bahn set­zen“, so die bei­den Unter­neh­mens­ver­tre­ter. Mar­schall sah sich schließ­lich gezwun­gen, den Ver­trag mit der DB zu kün­di­gen. Ab März 2017 erfolgt die Abwick­lung der Kies­trans­por­te auf dem Schie­nen­weg durch die Rail Car­go Aus­tria (Toch­ter­ge­sell­schaft der ÖBB). Um eine wirk­li­che Bilanz zu zie­hen, ist es noch zu früh. Bis sich run­de Abläu­fe der Trans­por­te ein­spie­len, braucht es noch ein wenig Zeit. Ein Teil davon hat wohl damit zu tun, dass die DB Netz, eine Toch­ter des bun­des­ei­ge­nen Bahn­kon­zerns, von der die Schie­nen­we­ge ver­wal­tet wer­den, nicht immer die reser­vier­ten Tras­sen frei­gibt. Aber die Belie­fe­rung per Güter­zü­gen läuft und das bezo­gen auf die Ver­trags­lauf­zeit zu bes­se­ren Kon­di­tio­nen.

Mat­thi­as Gast­el, nach­dem er sich vor Ort die Pro­ble­me hat erläu­tern las­sen: “Mehr Güter auf die Schie­ne sagt sich so leicht. Dafür braucht es aber eine zuver­läs­si­ge und wil­li­ge DB und die rich­ti­gen ver­kehrs­po­li­ti­schen Wei­chen­stel­lun­gen. Bei­des fehlt lei­der der­zeit. Die Poli­tik muss die Wei­chen rich­tig stel­len. Dazu gehört die Sen­kung der Tras­sen­prei­se und der Aus­bau der Schie­nen­we­ge ins­be­son­de­re an den Kno­ten zur Erhö­hung der Kapa­zi­tä­ten.“

 

 

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