Die Tälesbahn: Eine der vielen Erfolgsmodelle

13.04.2017

Fahr­gast­zahl seit 2000 nahe­zu ver­dop­pelt

Die Täles­bahn ist eine 8,9 Kilo­me­ter lan­ge ein­glei­si­ge Bahn­stre­cke zwi­schen Nür­tin­gen und Neuffen. Sie wird von der Würt­tem­ber­gi­schen Eisen­bahn-Gesell­schaft betrie­ben. Ich habe mich vor Ort über die Stre­cke infor­miert und mich mit der Geschäfts­füh­rung aus­ge­tauscht.

Seit dem 1. Juni 1900 ver­keh­ren zwi­schen Nür­tin­gen und Neuffen Züge der Würt­tem­ber­gi­schen Eisen­bahn-Gesell­schaft (WEG). Sie ist Eigen­tü­me­rin und Betrei­be­rin der Stre­cke. Im Jahr 2000 wur­de die Stre­cke moder­ni­siert und es wur­den neue spurtstar­ke Trieb­wa­gen beschafft. Seit­dem hat sich die Fahr­gast­zahl auf gut 4000 Fahr­gäs­te pro Tag fast ver­dop­pelt. Die Bahn­stei­ge sind mit Aus­nah­me des Bahn­hofs Nür­tin­gen, für den die Deut­sche Bahn zustän­dig ist, bar­rie­re­frei.

Bei mei­nem Besuch konn­te ich mich davon über­zeu­gen, dass die Täles­bahn von vie­len Men­schen genutzt wird. Der Zug ver­ließ Nür­tin­gen gut gefüllt. Ich durf­te die 13-minü­ti­ge Fahrt von Nür­tin­gen nach Neuffen im Füh­rer­stand des Trieb­wa­gens erle­ben. Von dort konn­te ich nicht nur den Blick auf den Früh­ling im Täle und die Burg Hohen­neuffen genie­ßen, son­dern mich auch mit dem Trieb­fahr­zeug­füh­rer aus­tau­schen. In Neuffen konn­te ich die Werk­statt­hal­le der WEG besich­ti­gen, in wel­cher die Trieb­wa­gen gewar­tet wer­den und klei­ne Repa­ra­tur­ar­bei­ten durch­ge­führt wer­den. Außer­dem habe ich die Hal­le des Omni­bus-Ver­kehr Ruoff, einem Schwes­ter­un­ter­neh­men der WEG, besich­tigt.

Mit der Geschäfts­füh­rung und der Betriebs­lei­tung der WEG habe ich mich unter ande­rem über die Ent­wick­lung der Täles­bahn aus­ge­tauscht. Die WEG wür­de ihr Ange­bot ger­ne aus­wei­ten, sofern dies vom Land­kreis bestellt wird. Man könn­te den Halb­stun­den­takt auf den gan­zen Tag aus­wei­ten und das Ange­bot auf die Abend­stun­den aus­deh­nen. Ich unter­stüt­ze die­ses Anlie­gen, denn dies wäre eine Ver­bes­se­rung des Ange­bots, die die Attrak­ti­vi­tät der Täles­bahn und der Bahn all­ge­mein vor Ort stei­gern wür­de. Im Moment hat der 30-Minu­ten-Takt unter der Woche noch Lücken, in denen nur stünd­li­che gefah­ren wird.

Neben dem Per­so­nen­ver­kehr wird die Stre­cke der Täles­bahn auch für den Güter­ver­kehr genutzt. Ein­mal täg­lich wird ein stahl­ver­ar­bei­ten­des Unter­neh­men an der Stre­cke über die Schie­ne belie­fert.

Des­wei­te­ren wer­den auf der Täles­bahn auch Test­fahr­ten von der Fir­ma Tha­les für ETCS (Euro­pean Train Con­trol Sys­tem) durch­ge­führt. Dazu wur­den die Stre­cke und ein Fahr­zeug mit ent­spre­chen­den Ein­rich­tun­gen aus­ge­rüs­tet. Das Fahr­zeug, voll­ge­packt mit Tech­nik, konn­te ich mir von innen anschau­en.

Die WEG ist ein pri­va­tes Bahn­un­ter­neh­men, das pro Jahr etwa 4,4 Mil­lio­nen Fahr­gäs­te beför­dert. Sie betreibt im Umkreis von Stutt­gart vier Nah­ver­kehrs­bah­nen (Schön­buch­bahn, Stroh­gäu­bahn, Täles­bahn, Wies­lauf­tal­bahn).

 

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