Dieselgipfel: Bundesregierung glaubt selber nicht an Wirkung

04.09.2017

Frei­wil­lig­keit lässt wenig erwar­ten

Wie wir­kungs­voll sind die Ergeb­nis­se des ers­ten Die­sel­gip­fels? Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung fal­len ent­lar­vend dünn aus.

Ich hat­te die Bun­des­re­gie­rung gefragt, wie sie sicher­stel­len will, dass die ver­ein­bar­ten zusätz­li­chen 2,9 Mil­lio­nen Autos (zusätz­lich zu den vom Kraft­fahrt­bun­des­amt ange­ord­ne­ten Umrüs­tun­gen von VW-Fahr­zeu­gen) trotz der Frei­wil­lig­keit auch tat­säch­lich bis Ende 2018 umge­rüs­tet wer­den. Und ich woll­te wis­sen, wie die Bun­des­re­gie­rung zur Auf­fas­sung kommt, dass mit der rei­nen Soft­ware­um­rüs­tung die Grenz­wer­te in Städ­ten wie Stutt­gart ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen und damit den Anfor­de­run­gen des Schut­zes der Gesund­heit der Men­schen aus­rei­chend Rech­nung getra­gen wird.

Aus der Ant­wort geht her­vor, wie schwach die Ergeb­nis­se des Gip­fels sind, dass die Bun­des­re­gie­rung kei­ne Kon­trol­le über deren Umset­zung hat und sie die Durch­füh­rung der Soft­ware­up­dates bis Ende 2018 nicht sicher­stel­len kann. Der Ver­weis auf die Über­prü­fun­gen des Kraft­fahrt­bun­des­am­tes ist irri­tie­rend vor dem Hin­ter­grund der Wahr­neh­mung der Kon­troll­funk­tio­nen des Amtes in der Ver­gan­gen­heit. Außer­dem könn­te das Kraft­fahrt­bun­des­amt über­haupt nur Updates von Autos kon­trol­lie­ren, die frei­wil­lig in die Werk­statt gebracht wer­den.

Dazu mei­ne Mei­nung:

Die Bun­des­re­gie­rung hat sich von der Auto­lob­by am Nasen­ring durch die Mane­ge zie­hen las­sen. Noch nicht ein­mal für die mage­ren Ergeb­nis­se des Die­sel-Gip­fels hat Ver­kehrs­mi­nis­ter Dob­rindt einen Durch­set­zungs­plan. Die Ant­wort legt offen, dass die ver­ein­bar­ten frei­wil­li­gen Soft­ware­up­dates völ­lig unzu­rei­chend sind. Wenn sich Auto­be­sit­zer gegen die Soft­ware­up­dates ent­schei­den, hat die Bun­des­re­gie­rung kei­ner­lei Hand­lungs­op­tio­nen.

Die Bun­des­re­gie­rung muss unver­züg­lich wirk­sa­me Maß­nah­men ergrei­fen, um für sau­be­re Luft in unse­ren Städ­ten zu sor­gen und die blaue Pla­ket­te in Kom­bi­na­ti­on mit ver­bind­li­chen Hard­warenach­rüs­tun­gen durch­set­zen. Am 4. Sep­tem­ber wird sich zei­gen, ob es die Kanz­le­rin ernst meint mit dem Gesund­heits­schutz der Men­schen.

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