Chancen durch Digitalisierung müssen den Fahrgästen zugutekommen

WLAN im Zug 2

 

05.06.2015 (auf Grund­la­ge einer Pres­se­er­klä­rung)

Die heu­te vor­ge­stell­te Digi­ta­li­sie­rungs­of­fen­si­ve der Deut­schen Bahn (DB) kom­men­tiert Mat­thi­as Gast­el, bahn­po­li­ti­scher Spre­cher der Bun­des­tags­frak­ti­on BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, wie folgt:

Chan­cen durch Digi­ta­li­sie­rung müs­sen den Fahr­gäs­ten zugu­te­kom­men

„Ich begrü­ße es sehr, dass die DB ver­stärkt die gesam­te Rei­se­ket­te ihrer Fahr­gäs­te in den Blick nimmt und mög­li­che Rei­se­ver­läu­fe inklu­si­ve Fern­bus­se, Car­sha­ring und Leih­fahr­rä­dern erstellt. Was aber fehlt ist eine bes­se­re Ver­tak­tung von Zügen und die Anschluss­si­che­rung beim Umstieg von Zug zu Zug. Die Digi­ta­li­sie­rung muss einen wesent­li­chen Bei­trag zur Ver­läss­lich­keit und Pünkt­lich­keit der Bahn leis­ten. Beson­ders die unter dem Stich­punkt Mobi­li­tät 4.0 genann­ten Maß­nah­men kön­nen hier einen deut­li­chen Zuge­winn bedeu­ten. Vor­aus­set­zung dafür ist jedoch, dass die neu­en Sys­te­me bei der Inbe­trieb­nah­me aus­rei­chend erprobt sind. Eine „Erpro­bung am Kun­den“ mit zahl­rei­chen anfäng­li­chen Stö­run­gen scha­det dem Ver­trau­en der Fahr­gäs­te in die Bahn.

Dass bis zum Ende des Jah­res kos­ten­lo­ses WLAN auch in der 2. Klas­se des ICE kom­men soll ist eben­falls posi­tiv – und längst über­fäl­lig. Dies ist jedoch auch im IC und in allen Regio­nal­zü­gen und Bahn­hö­fen not­wen­dig. Die DB muss dann aber den Netz­zu­gang zuver­läs­sig gewähr­leis­ten. Dies ist im ICE der­zeit auch dort noch nicht der Fall, wo er seit Jah­res­be­ginn vom Bahn­kon­zern zuge­sagt ist. Mei­ne per­sön­li­che Erfah­rung als Viel­fah­rer: Im Zeit­raum von März bis Mai woll­te ich in 23 ICE-Zügen WLAN nut­zen. Nur in elf Zügen funk­tio­nier­te der Inter­net­zu­gang rei­bungs­los.

Für einen Trep­pen­witz hal­te ich die Aus­sa­ge, wonach defek­te Roll­trep­pen schnel­ler repa­riert wür­den, weil die­se Stö­run­gen auto­ma­tisch an den Repa­ra­tur­ser­vice kom­mu­ni­zie­ren. Denn das Pro­blem liegt weni­ger in der ver­zö­ger­ten Stö­rungs­mel­dung. Es ist viel­mehr so, dass es häu­fig Mona­te dau­ert, bis jemand kommt, um die Roll­trep­pe wie­der in Betrieb zu neh­men.

Auch wenn das meis­te, was die DB heu­te auf ihrer Pres­se­kon­fe­renz prä­sen­tier­te, weit­aus weni­ger neu ist als behaup­tet: Vie­les ist posi­tiv. Dazu zäh­len die Video-Rei­se­zen­tren, an denen Rei­sen­de die gewünsch­ten Infor­ma­tio­nen von DB-Mit­ar­bei­tern erhal­ten, die über einen Moni­tor zuge­schal­ten wer­den. Die­se Art der per­sön­li­chen Aus­kunfts­er­tei­lung und Kom­mu­ni­ka­ti­on stärkt klei­ne Bahn­hö­fe, die über kei­nen besetz­ten Schal­ter ver­fü­gen. Gut ist auch, dass Bestel­lun­gen von Spei­sen und Geträn­ken per App an den Sitz­platz im Zug vor­ge­nom­men wer­den kön­nen sol­len.

Bei all dem ist dar­auf zu ach­ten, dass im Rah­men einer ver­stärk­ten Digi­ta­li­sie­rung der Infor­ma­ti­ons­sys­te­me auch Men­schen mit Seh­be­hin­de­rung sowie Men­schen, die mit moder­nen tech­ni­schen Gerä­ten wie Smart­pho­nes nicht ver­traut sind, alle für ihre Rei­se not­wen­di­gen Aus­künf­te erhal­ten.“

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