Ein Praktikant berichtet

21.12.2018

Eindrücke aus dem politischen Alltag eines Bundestagsabgeordneten

Mon­tag­mor­gen, drit­ter Dezem­ber 2018, 9:00Uhr – Ein kal­ter Wind weht mir auf dem Weg zu den Gebäu­den des Bun­des­ta­ges ent­ge­gen, der sich erst legt, als ich den süd­li­chen Teil des Jakob-Kai­ser-Hau­ses betre­te. Ohne viel Vor­pla­nung beginnt an die­sem Tag mein Prak­ti­kum bei Mat­thi­as Gast­el, dem Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten von Bünd­nis 90/Die Grü­nen.

Eine Büro­be­spre­chung spä­ter bin ich dar­auf­hin bereits inte­gra­ler Bestand­teil des Teams und ler­ne, mich in die poli­ti­schen Arbeits­läu­fe ein­zu­ar­bei­ten. Tag für Tag unter­stüt­ze ich so im Lau­fe des drei­wö­chi­gen Prak­ti­kums die wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­te­rIn­nen als auch die Büro­lei­tung bei ihren Tätig­kei­ten. Ich hel­fe dem Team vor allem bei Recher­che­auf­ga­ben, der Erwei­te­rung des Pres­se­ver­tei­lers und beant­wor­te regel­mä­ßig Anfra­gen poli­tisch inter­es­sier­ter Bür­ge­rIn­nen.

Aller­dings bin ich vor Ort auch ganz nah an poli­ti­schen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen und ler­ne die grund­le­gen­den Arbeits­wei­sen des Bun­des­ta­ges aus nächs­ter Ent­fer­nung ken­nen: Als bahn­po­li­ti­schen Spre­cher beglei­te ich Mat­thi­as Gast­el nicht nur mit in den Aus­schuss für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur, son­dern auch in die Frak­ti­ons­sit­zung der Grü­nen oder woh­ne der Befra­gung der Kanz­le­rin auf der Zuschau­er­tri­bü­ne bei.

Mei­ne Arbeit setzt sich jedoch nicht nur aus dem Mit­er­le­ben von Poli­tik aus ers­ter Rei­he sowie der akti­ven Mit­ar­beit im Büro zusam­men: Auch bei exter­nen Ter­mi­nen beglei­te ich Mat­thi­as. So demons­trie­ren wir zum Bei­spiel vor Ort zusam­men mit vie­len ande­ren poli­tisch enga­gier­ten (als auch mit hohen koor­di­na­ti­ven Fähig­kei­ten aus­ge­stat­te­ten) Bür­ge­rIn­nen für die Lega­li­sie­rung von Elek­tro-Kleinst­fahr­zeu­gen und fah­ren dafür mit elek­tri­schen Rol­lern und Long­boards durch die Stra­ßen von Ber­lin.

Nach eini­ger Zeit habe ich dann auch selbst ein bes­se­res Bild von The­men wie dem „Deutsch­land­takt“ oder den so unter­schied­li­chen Infra­struk­tur­pro­ble­men des Schie­nen­ver­kehrs der Bahn. Nach und nach samm­le ich dadurch wert­vol­le Ein­drü­cke aus dem poli­ti­schen All­tag und füh­le mich spä­tes­tens dann wohl im Team, als ich am Abend die Büro­tür hin­ter mir ver­schlie­ße, mein Kopf aber immer noch um die aktu­ell wich­ti­gen The­men im Büro kreist.

Drei Wochen und vie­le wert­vol­le Erfah­run­gen spä­ter ver­las­se ich dann schon wie­der das Team von Mat­thi­as Gast­el und kann abschlie­ßend nur jedem emp­feh­len, der sich vor­stel­len kann ein sol­ches Prak­ti­kum zu absol­vie­ren, es auch tat­säch­lich zu tun. Die ver­gan­ge­ne Zeit hat mir einen mit prak­ti­schem Wis­sen geschärf­ten Blick für mei­ne eige­ne Zukunft ermög­licht und mir einen wich­ti­gen Blick in die Arbeits­welt eines Abge­ord­ne­ten gewährt, vor allem aber hat sie mein per­sön­li­ches Ver­ständ­nis unse­rer Demo­kra­tie in die­sem Land als poli­tisch inter­es­sier­ter Bür­ger ver­bes­sert.

 

Rapha­el N.

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