Endlich: Verbot des Kükentötens

22.05.2021

Infos zum Tag der Biodiversität

Beim heu­ti­gen inter­na­tio­na­len Tag der Bio­di­ver­si­tät geht es auch um den Schutz bedroh­ter Tie­re. Dazu ganz unten eini­ge kur­ze Infos. In die­sem Bei­trag kon­zen­trie­re ich mich auf einen lang ersehn­tes Etap­pen­ziel im deut­schen Tier­schutz: Das Ver­bot des Kükentötens.

Zur Erin­ne­rung: Küken, die das „fal­sche“ Geschlecht haben und weder Eier legen noch schnell viel Fleisch anset­zen kön­nen, wer­den bis­lang meist bald nach der Geburt getö­tet. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat­te im Juni 2019 geur­teilt, dass das Töten männ­li­cher Küken tier­schutz­recht­lich nur noch über­gangs­wei­se zuläs­sig ist. Das Gericht hat­te dar­auf ver­wie­sen, dass nach dem Tier­schutz­ge­setz nie­mand einem Tier ohne ver­nünf­ti­gen Grund Schmer­zen, Lei­den oder Schä­den zufü­gen darf. Das Tier­schutz­ge­setz schützt – anders als die Rechts­ord­nun­gen der meis­ten ande­ren Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on – nicht nur das Wohl­be­fin­den des Tie­res, son­dern auch sein Leben schlecht­hin. Das Töten der männ­li­chen Küken beruht nach heu­ti­gen Wert­vor­stel­lun­gen nicht mehr auf einem ver­nünf­ti­gen Grund. Die Belan­ge des Tier­schut­zes wie­gen schwe­rer als das wirt­schaft­li­che Inter­es­se der Brut­be­trie­be, aus Zucht­li­ni­en mit hoher Lege­leis­tung nur weib­li­che Küken zu erhal­ten. Soweit das Urteil, das den Druck auf die Bun­des­re­gie­rung erheb­lich ver­stärkt hat, end­lich zu handeln.

Die­se Woche war es nun end­lich so weit. Der Bun­des­tag beschloss, dass ab dem 01.01.2022 das Töten von Hüh­ner-Küken aus Lege­leis­tungs-Zucht­li­ni­en ver­bo­ten wird. Ab dem 01.01.2024 soll das Töten von Küken schon als Embryo im Brut­ei ab dem 7. Brut­tag ver­bo­ten werden.

Im Bun­des­tag beton­ten wir, dass wir seit Jah­ren schon auf das Ver­bot des Küken-Tötens gedrängt haben. Der inzwi­schen beschlos­se­ne Gesetz­ent­wurf geht in die rich­ti­ge Rich­tung, wes­halb wir zuge­stimmt haben. Wir haben aber auch deut­lich gemacht, dass das Zwei­nut­zungs­huhn Ziel aller wei­te­ren Anstren­gun­gen sein müsse.

Kur­ze Info zum heu­ti­gen Tag der Biodiversität:

Am heu­ti­gen Tag der Bio­di­ver­si­tät wird dar­an erin­nert, dass welt­weit eine Mil­lio­nen Tier- und Pflan­zen­ar­ten vom Aus­ster­ben bedroht sind und vie­le Öko­sys­te­me unter der Kli­ma­kri­se lei­den. Drei von vier hei­mi­schen Vogel­ar­ten ste­hen auf der Roten Lis­te. Wert­vol­le Koh­len­stoff­spei­cher wie Urwäl­der wer­den immer schnel­ler abgeholzt.

Die Bun­des­re­gie­rung kann kei­ne Insek­ten­schutz- und kei­ne Moor­stra­te­gie vor­wei­sen und hat kei­nen Plan zur Pes­ti­zid­re­duk­ti­on. Öko­sys­te­me gehö­ren bes­ser geschützt und in ihrer Funk­ti­on gestärkt. Ein Bei­spiel hier­für ist die Wie­der­ver­näs­sung geschä­dig­ter Moore.

Die Grü­nen haben dazu einen Antrag ver­fasst, der in die­ser Woche im Bun­des­tag dis­ku­tiert wur­de. Er ist hier zu fin­den: https://dserver.bundestag.de/btd/19/297/1929752.pdf

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