Fahrt mit dem neuen Wasserbus in Konstanz

Beglei­tet wur­de ich von Ste­phan Fischer, Ver­kehrs­pla­ner der Stadt Kon­stanz, sowie Karin Gött­lich und Karl-Ulrich Schaible von der Frei­en Grü­nen Lis­te Kon­stanz (FGL).

01.09.2018

Ausbaufähige Idee gegen Stau

Seit Mai fährt in Kon­stanz pro­be­wei­se eine Was­ser­bus­li­nie zwi­schen dem Boden­see­fo­rum und dem Hafen. Der Was­ser­bus bie­tet Platz für 250 Fahr­gäs­te und fährt im Halb­stun­den­takt, aller­dings aus­schließ­lich sams­tags. Hin­ter­grund für das Ange­bot ist der star­ke Ein­kaufs- und Frei­zeit­ver­kehr in der Stadt und das Bemü­hen, die­sen von den Stra­ßen weg zu ver­la­gern. Die Bus­se sind stark aus­ge­las­tet und ste­hen häu­fig im Stau. Ich mach­te, beglei­tet durch den Ver­kehrs­pla­ner der Stadt und zwei Grü­ne aus Kon­stanz, den Pra­xis­test.

Das neue Ange­bot, das sich als Teil des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs ver­steht und mit einer Bus­fahr­kar­te genutzt wer­den kann, ver­bin­det das Boden­see­fo­rum mit dem Hafen im Zen­trum der Stadt. Das Boden­see­fo­rum ist auf kür­zes­ten Weg mit dem Auto von der Schwei­zer Sei­te aus erreich­bar, ohne dass die Stadt unmit­tel­bar tan­giert wird. Dort befin­den sich 500 Stell­plät­ze und es wird dort ein Mobi­li­täts­punkt mit Car­sha­ring und Leih­fahr­rä­dern geplant. In kaum mehr als 10 Minu­ten ist man – mit dem Erleb­nis­ef­fekt einer Schiff­fahrt – im Zen­trum.

Befris­tet und auf die Som­mer­mo­na­te beschränkt ist das Pro­jekt vor allem des­we­gen, weil es natur­schutz­recht­li­che Beden­ken gibt und die was­ser­recht­li­che Geneh­mi­gung (zunächst) nur bis zum 15. Sep­tem­ber erteilt wur­de. Außer­dem wird die Zeit genutzt, um zu eva­lu­ie­ren, wie der Was­ser­bus ange­nom­men wird.

Sowohl bei mei­ner Inter­net­re­cher­che im Vor­feld als auch direkt vor der Fahrt und im Gespräch mit einem Ver­tre­ter der Stadt­ver­wal­tung wur­de deut­lich, dass das Mar­ke­ting für die­ses neue Ange­bot noch stark ver­bes­se­rungs­wür­dig ist. So taucht es bei­spiels­wei­se auf der Sei­te der Stadt­wer­ke, wo die Fahr­plä­ne für Bus­se und Fäh­ren abruf­bar sind, über­haupt nicht auf. Auch an den Anle­ge­stel­len fin­den sich nur beschei­de­ne Hin­wei­se. Das Schiff sel­ber ist nicht als Was­ser­bus erkenn­bar. Wir haben zwei Fahr­ten unter­nom­men, bei denen alles bes­tens funk­tio­niert hat. Aller­dings war das Schiff schwach aus­ge­las­tet.

Ein­ge­setzt wird das 50 Jah­re alte Die­sel­schiff “MS Rei­chen­au”. Soll­te das Pro­jekt über den Pro­be­be­trieb hin­aus ver­län­gert wer­den, soll es mög­li­cher­wei­se durch ein Elek­tro­boot mit Solar­mo­du­len und Brenn­stoff­zel­le ersetzt wer­den.

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