Flughafenbahnhof: Forderungen der CDU verwischen Verantwortlichkeiten und lösen nicht die massiven betrieblichen Probleme von Stuttgart 21 auf den Fildern

Pres­se­er­klä­rung vom 01.11.2014, über­ar­bei­tet am 04.11.2014

Eini­ge CDU-Orts­ver­bän­de auf den Fil­dern for­dern die Rea­li­sie­rung der erheb­lich teu­re­ren Vari­an­te eines Flug­ha­fen-Bahn­hofs im Rah­men von Stutt­gart 21. Dem wider­spricht nun Mat­thi­as Gast­el, Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter aus Fil­der­stadt und spielt den Ball zurück.

Die jet­zi­ge Pla­nung zwi­schen Roh­rer Kur­ve und Flug­ha­fen ist grot­ten­schlecht. Sie wur­de in die­ser Form von der dama­li­gen CDU-geführ­ten Lan­des­re­gie­rung ver­trag­lich mit den ande­ren Ver­trags­part­nern und der Deut­schen Bahn besie­gelt. „Wir Grü­nen haben die Stre­cken­füh­rung der Fern­ver­kehrs­zü­ge über die Glei­se der S‑Bahn an den Flug­ha­fen und den dort vor­ge­se­he­nen Umbau des Bahn­ho­fes von Anfang an abge­lehnt. Die dama­li­ge Lan­des­re­gie­rung hat jeg­li­che Kri­tik an der Flug­ha­fen­an­bin­dung zurück­ge­wie­sen. Schlim­mer noch, sie hat mit Ver­trags­un­ter­zeich­nung sogar der erheb­li­chen Aus­dün­nung der S‑Bahn-Ange­bo­te im  zuge­stimmt. Momen­tan sieht es zum Glück für die Fahr­gäs­te nicht so aus, als ob vom Auf­ga­ben­trä­ger tat­säch­lich eine redu­zier­te Anzahl von S‑Bahnen bestellt wird“, so Mat­thi­as Gast­el.

Der Vor­schlag der CDU auf den Fil­dern, den teu­re­ren Flug­ha­fen­bahn­hof aus Lan­des­mit­teln zu finan­zie­ren, weist Mat­thi­as Gast­el zurück: „Die jet­zi­ge Pla­nung von Stutt­gart 21 auf dem noch nicht plan­fest­ge­stell­ten Fil­der-Abschnitt weist drei erheb­li­che Män­gel auf: Ers­tens die wenig leis­tungs­fä­hi­ge Ein­fä­de­lung der Gäu­bahn­zü­ge auf die S‑Bahn-Stre­cke durch den Bau der Roh­rer Kur­ve. Dafür müs­sen die Glei­se eben­erdig gequert wer­den. Hier wer­den nicht sel­ten S‑Bahnen war­ten müs­sen und Ver­spä­tun­gen auf­bau­en. Denn in der Pra­xis wer­den Fern­zü­ge bevor­rech­tigt auf die Stre­cke ein­ge­schleift. Der zwei­te Schwach­punkt ist der Misch­ver­kehr auf der Stre­cke zum Flug­ha­fen. Denn die­se Tras­se wur­de aus­schließ­lich für den Betrieb der S‑Bahn gebaut. Die erteil­te Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung für die Inter­ci­ty-Züge ent­hält betrieb­li­chen Ein­schrän­kun­gen für alle Zug­gat­tun­gen. Der drit­te Schwach­punkt ist schließ­lich der Flug­ha­fen­bahn­hof, an dem die S‑Bahnen nur noch ein Gleis – für bei­de Fahrt­rich­tun­gen – nut­zen kön­nen sol­len. Die teu­re­re Vari­an­te eines Bahn­ho­fes unter der Flug­ha­fen­stra­ße kann ledig­lich den drit­ten Schwach­punkt weit­ge­hend lösen. All die ande­ren Pro­ble­me blei­ben unver­än­dert bestehen und wer­den die Ver­läss­lich­keit der S‑Bahnen gefähr­den“.

Ver­kehr­lich ein­zi­ge sinn­vol­le Vari­an­te bleibt, so Mat­thi­as Gast­el, die Stre­cken­füh­rung der Gäu­bahn wie bis­her auf direk­tem Wege zum Haupt­bahn­hof. Ähn­lich hat­te es auch Hei­ner Geiß­ler in sei­nem Schlich­ter­spruch gefor­dert. In Stutt­gart-Vai­hin­gen kann dann für die­je­ni­gen Fahr­gäs­te, die zum Flug­ha­fen wol­len, ein Hal­te­punkt mit Umstei­ge­mög­lich­keit in die S‑Bahnen ein­ge­rich­tet wer­den. „Zumal wir“, ärgert sich Mat­thi­as Gast­el, „noch nicht ein­mal wis­sen, wie vie­le Fahr­gäs­te mit den Zügen der Gäu­bahn aus Rich­tung Zürich und Rott­weil kom­mend tat­säch­lich an den Flug­ha­fen wol­len. Die öffent­li­che Hand soll hun­der­te von Mil­lio­nen Euro für eine Stre­cken­füh­rung aus­ge­ben ohne zu wis­sen, wie vie­le Fahr­gäs­te die­se über­haupt nut­zen wol­len. Für jede S‑Bahn-Ver­län­ge­rung – so für die von Fil­der­stadt nach Neu­hau­sen – wird die Finan­zie­rung von einer posi­ti­ven Fahr­gast­pro­gno­se abhän­gig gemacht.“

Außer­dem, so Mat­thi­as Gast­el, ist das Land für die Über­nah­me der Mehr­kos­ten eines ande­ren Flug­ha­fen­bahn­hofs der fal­sche Adres­sat: Der Bau von Bahn­hö­fen für den Fern­ver­kehr ist allei­ne die Auf­ga­be von Bund und Deut­scher Bahn. Bei­de hal­ten jedoch an den man­gel­haf­ten Plä­nen auf den Fil­dern fest. Die DB hat noch nicht ein­mal erklärt, ob und in wel­chem Umfang sie bereit ist, sich finan­zi­ell am teu­re­ren Flug­ha­fen­bahn­hof unter der Flug­ha­fen­stra­ße zu betei­li­gen. In einer sol­chen Situa­ti­on vom Land finan­zi­el­le Zusa­gen zu ver­lan­gen ist ein Zei­chen beson­de­rer Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit.

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